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Faszination Wattenmeer

FOTOS: GERHARD PAUKSTAT, JOERN GEBHARDT, LARSBENDELS.COM, PETER, PHOTOART-SICKING, SHAHID (KI) /STOCK.ADOBE.COM

Zu einem Urlaub an der Nordsee gehört sie dazu wie das Sonnenbaden am Strand: Die Wattwanderung. Durch den Einfluss der Gezeiten bildet sich im Watt ein besonderer Lebensraum aus, der zweimal innerhalb von 24 Stunden bei Ebbe trocken liegt. Allerdings sollte man nicht unvorbereitet und schon gar nicht allein ins Watt laufen.

Auf Sylt werden in allen Inselorten mit Zugang zur östlichen Küste Wattwanderungen mit professionellen Guides angeboten. Die sorgen nicht nur für eine sichere Heimkehr, sondern bringen dem Urlauber, für den das "Watt" bisher nur aus der Steckdose kam, auch anschaulich die Faszination dieses Naturraumes nahe. Wer wusste beispielsweise, dass in einem Kubikmeter Schlick, Sand und Wasser rund 100 000 Kleintiere hunderter verschiedener Arten durcheinanderwimmeln? Oder dass die typischen Sandhäufchen im Watt den saubersten Sand im ganzen Watt enthalten, weil er von den darunter lebenden Wattwürmern gefiltert wurde?

Unternehmen aus der Region

Auch die Beschaffenheit des Watts selbst kann überraschend unterschiedlich ausfallen: Eine der drei im Sylter Watt vorkommenden Arten ist das Sandwatt. Dieses findet sich in Rantum, Kampen und Hörnum als recht fester Untergrund. Das sogenannte Schlickwatt ist sehr weich und fühlt sich an wie eine Packung Kurschlamm. Im Morsumer Nösse Koog, an der Morsum Odde und in Keitum ist die Wattwanderung daher oft eine schön matschige Angelegenheit. Ein Mittelding dieser beiden Ausprägungen, das Sand-Schlickwatt, wartet in List auf den interessierten Wanderer.

Zur sinnvollen Vorbereitung zählt auch die Wahl wetterfester Kleidung. Selbst im Sommer ist es gut, auf einen plötzlichen Wetterumschwung eingestellt zu sein. Den Sonnenschutz nicht vergessen! Gummistiefel mögen bei warmen Temperaturen nicht nötig sein, aber barfuß sollte man auf scharfkantige Muscheln achten, um sich nicht zu verletzen.

Informationen, Termine und Treffpunkte zu den Wattwanderungen erhält man bei allen insularen Kurverwaltungen beziehungsweise dem Tourismus-Service seines Urlaubsortes. Bei der Planung sollte man klären, ob es am Treffpunkt einen Parkplatz gibt - statt des eigenen PKW die öffentlichen Buslinien zu nutzen, ist ohnehin immer eine gute Idee.

Für die im Schnitt ein- bis zweistündigen Wanderungen sollten die Teilnehmer gut zu Fuß sein. Auf keinen Fall zu unterschätzen sind die Gefahren des so schönen Wattenmeeres, vor allem für unkundige Wanderer: Plötzlich aufkommender Seenebel, tiefe Priele mit starken Strömungen oder loser Schlick, in dem man stecken bleibt, könnten den Ausflug böse enden lassen. Deshalb rät die DLRG grundsätzlich davon ab, allein im Watt zu wandern. Schlimmstenfalls riskiert der Wanderer im Watt sein Leben oder muss im Falle einer Rettungsaktion mit einer Beteiligung an den Kosten rechnen.




Text: Oliver Sippel und Armin Struve


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