Als damals 40-Jährige machten sich Max und Else Klünder, die Großeltern des heutigen Firmeninhabers Wolfgang Ritterspacher, am 1. Juni 1927 mit einer Drogerie in Nortorf selbstständig. Während Max Klünder das Geschäft in der Poststraße aufbaute, erlernte seine Frau Else Klünder den Beruf der Drogistin.
Zwei Bereiche
Anfänglich war die kleine Drogerie in zwei Bereiche unterteilt. Der von Max Klünder geleitete Teil umfasste neben Zigaretten, Tabak auch verschiedene Spirituosen. Else Klünder hingegen baute den Bereich der Drogerie auf. Hier verkaufte sie die zu dieser Zeit noch klassische Drogeriewaren. Dazu gehörten neben Cremes, Salben, Shampoo und Verbandsmaterial auch die verschiedensten Tinkturen und alle damals bekannten Teesorten. Des Weiteren gehörten damals auch unterschiedliche Pflanzenschutzmittel, verschiedene Giftsorten und Chemikalien zum Angebot der Drogerie. Im Laufe der Jahre wurde dieses Angebot ständig erweitert.
1950 erfolgte der erste Generationenwechsel. Max und Else Klünder übergaben die Drogerie an ihre Tochter Liselotte (geb. Klünder) und ihren Schwiegersohn Wolfgang Ritterspacher (Senior).
Wolfgang Ritterspacher war es auch, der die Drogerie um die Fotografieabteilung erweiterte. Er stand im direkten Kontakt zum Agfa-Konzern, der das Nortorfer Geschäft mit Kameras sowie Kleinbildfilmen in schwarzweiß und Farbe belieferte.
Ebenfalls gehörten damals schon die Super-8-Filme zum Programm. Somit war die Drogerie Klünder bereits 1950 in Nortorf ein Agfa-Exklusivhändler. 1959 absolvierte Wolfgang Ritterspacher (Senior) einige Kurse und war anschließend berechtigt, eine „Neuform“ Reformhausabteilung in dem Geschäft zu integrieren. Heute umfasst die Marke Neuform etwa 40 Prozent der Waren.
Zweimal wuchs der Laden
Zeitgleich baute Liselotte Ritterspacher eine Parfümerie in der Drogerie auf. Somit hatte Nortorf seine erste Parfümerie mit der Marke „Marbert“. 1964, kurz nach dem Tot von Else Klünder, erfolgte der erste große Umbau des Geschäftshauses in der Poststraße. Die Verkaufsfläche war im Laufe der Jahre zu klein geworden und somit musste der Verkaufsbereich vergrößert werden.
Mit dem Wirtschaftswunder und dem Aufschwung in der Bundesrepublik Deutschland, der auch vor Nortorf nicht haltmachte, ging es mit dem Geschäft stetig bergauf.
Eine weitere Vergrößerung der Verkaufsfläche aufgrund eines ständig wachsenden Sortiments erfolgte 1981 und ermöglicht einen Verkauf auf nun etwa 200 Quadratmetern.
Zu diesem Zeitpunkt erlernte der einzige Sohn der Familie Ritterspacher, Wolfgang Ritterspacher (Junior), nach bestandener Realschule den Beruf des Drogisten. Während seiner dreijährigen Ausbildung wurde er neben der Lehre im elterlichen Betrieb auch im Drogisten-Internat in Tönning auf den Beruf vorbereitet. Im Anschluss an diese erste Ausbildung absolvierte Wolfgang Ritterspacher im hessischen Oberursel die Ausbildung zum Reformhaus-Kaufmann und absolvierte einen weiteren Lehrgang an der Fotofachschule in Kiel.
Nach den bestandenen Prüfungen sammelte Ritterspacher (Junior) in verschiedenen Geschäften in Schleswig-Holstein seine Berufserfahrung. 1990 übernahm Ritterspacher dann in dritter Generation den elterlichen Betrieb in der Poststraße, den er mit viel Freude führt.
Auch hat der jetzige Inhaber Wolfgang Ritterspacher das bis dahin schon riesige Sortiment noch einmal erweitert. So können zum Beispiel jederzeit Pass- und Bewerbungsfotos sowie Porträtfotos erstellt und sofort mitgenommen werden. Des Weiteren führt die Drogerie Klünder verschiedene Bürstenwaren der Firma Redecker, von der klassischen Spülbürste bis zur Halbmondbürste sowie diverse Lederwaren der Firma Hunter.
Planen für die Zukunft
Zurzeit plant Wolfgang Ritterspacher ein wenig in die Zukunft, denn am 1. Juni 2027 soll in dem Traditionsgeschäft eine 100 Jahrfeier mit interessanten Angeboten stattfinden.
Frank Afflerbach