Ein neuer Kühlschrank, um Eier separat zu lagern, Sicherheitsschuhe für die ehrenamtlichen Mitarbeiter und neues Mobiliar. Die Wedeler Tafel hat derzeit einiges auf der Wunschliste. „Wir haben viele kleine Projekte, die Arbeit und Geld kosten“, berichtet die Vorsitzende Karin Kost. Da kommen Spenden gerade recht.
Die Lebensmittel, die von der Wedeler Tafel ausgegeben werden, werden von den Supermärkten, Bäckereien und Drogerien gespendet, würden sonst oftmals im Müll landen. Die rund 80 bis 90 Helfer, die Waren abholen, sortieren und am Ende ausgeben, arbeiten ehrenamtlich. Dennoch braucht die Wedeler Tafel für den Berieb pro Jahr rund 45 000 bis 50000 Euro, die durch Spenden erwirtschaftet werden.
„Wir zahlen Strom, Miete, müssen den Fuhrpark am Laufen halten“, berichtet Kost. Mehrere Tausend Euro müssen zudem jedes Jahr für die Ensorgung bezahlt werden, wenn Lebensmittel nicht ausgegeben werden können und am Ende doch entsorgt werden müssen. „Wir haben den Anbieter gewechselt und die Kosten fast halbiert, liegen aber allein für die Entsorgung bei 3000 bis 4000 Euro“, betont Kost.
Bei diesen Ausgaben seien Großspenden wichtig. Diese würden unter anderem die aktuell geplanten Anschaffungen ermöglichen, die indirekt und direkt der Arbeit der Ehrenamtlichen zugutekommen. „Ehrenamt ist so, dass es sehr viel Lob, Dank erwartet“, weiß Kost aus Erfahrung. Einmal im Jahr gibt es ein Helferfest. „Mit weißen Tischdecken, Blumenschmuck und einem tollen Essen“, berichtet Kost. Im vergangenen Jahr wurde es von Volker Klein und Sohn Frederik Klein ausgerichtet. „Das war ein toller Abend für das gesamte Team“, betont Kost. Für dieses Jahr suche man noch einen Partner. Auch die Grundreinigung heißt offiziell „Sektfrühstück mit anschließender Raumpflege“. „Die Zahl der Helfer ist so von vier, fünf auf 25 gestiegen. Geselligkeit gehört einfach dazu“, ist Kost überzeugt.
Die Ehrenamtlichen sollen aber auch entsprechend ausgestattet werden - sei es mit Sicherheitsschuhen für die Fahrer oder Jacken, um Helfer klar zu erkennen und um deren privaten Klamotten nicht zu „versauen“. Das Mobiliar, das die besten Zeiten hinter sich hat, soll ersetzt werden. Zudem soll es neue Schließfächer für die Helfer geben. „Die alten reichen nicht mehr und sind einfach in die Jahre gekommen“, berichtet Kost. Mittelfristig soll auch der Fußboden erneuert und die Wände einen neuen Anstrich erhalten. „Wir machen natürlich viel in Eigenleistung, aber irgendwann entstehen dennoch Kosten.“
Natürlich werde im Vorstand viel diskutiert, wo wann investiert wird. Denn im Fokus stehe immer erst einmal die Kernaufgabe - also die Logistik für die Lebensmittel von der Abholung bis zur Ausgabe. So wurde im November 2024 ein neues Kühlfahrzeug - interner Name „Lord“ - in Dienst gestellt. Trotz Großkundenrabatt eine Investition von rund 55000 Euro.
Kost denkt aber weiter. „Die Ehrenamtlichen müssen sich auch in den Räumen wohlfühlen - das gilt für sie fast noch mehr als für unsere Kunden“, betont sie. Denn das sei auch ein Faktor, um neue Ehrenamtliche zu gewinnen. „Es wäre auch schön, wenn wir da unten im Keller mal vernünftiges Internet hätten. Aber das ist noch ein ganz anderes Thema“, sagt Kost.
In der Corona-Zeit gab es viele Auflagen für die Tafeln, teilweise musste die Ausgabe draußen stattfinden. Doch im Nachhinein sieht Kost auch einige positive Entwicklungen: „Seit Corona haben wir einige junge Helfer gewonnen. Ich kenne nicht die einzelnen Geburtsdaten, aber der Altersschnitt hat sich deutlich nach unten reduziert.“ Ihr sei klar, dass es für diejenigen, die im Beruf stehen, schwer sei, bei den Ausgaben oder tagsüber auszuhelfen. „Wer aber eine Stunde pro Woche entbehren kann, kann schon helfen. Aufgaben finden wir immer“, sagt Kost lachend.
Hilfe für die Wedeler Tafel
Die Wedeler Tafel wurde 2007 gegründet. Die Idee: Lebensmittel retten. Aktuell werden pro Jahr rund 72 Toinnen einwandfreie Lebensmittel ausgegeben. Rund 350 Menschen nutzen das Angebot der Wedeler Tafel pro Woche. Die in Wedel ausgegebenen Lebensmittel fänden ohne die Tafel ein jähes Ende in einer Bio-Tonne - möglicherweise sogar ohne ihren Weg in das Verkaufsregal geschafft zu haben. Überproduktion, Untergröße, zu lang, zu krumm, am Bedarf vorbei bestellt, Verpackung beschädigt, falsch etikettiert - es gibt viele Gründe, warum die Produkte bei der Tafel landen. Diese will aktuell in verschiedene Projekte investieren und ist dafür auf Spenden angewiesen.
Die Bankverbindung lautet: Wedeler Tafel e.V.
IBAN: DE98 2215 1730 0000 0973 22
Bastian Fröhlig