Eine gesunde Ernährung spielt eine zentrale Rolle in der Prävention und Behandlung von Diabetes Typ 2. Ziel ist es, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und die Insulinempfindlichkeit zu verbessern. Eine ausgewogene Ernährung mit einem niedrigen glykämischen Index (GI) sorgt für eine langsamere Freisetzung von Glukose ins Blut und hilft, Blutzuckerspitzen zu vermeiden.
Vollkornprodukte wie Haferflocken, brauner Reis und Vollkornbrot haben einen niedrigeren GI und enthalten mehr Ballaststoffe. Besonders Gemüse mit niedrigem Zuckeranteil wie Brokkoli, Spinat und Karotten sind empfehlenswert. Bei Früchten sollten zuckerreiche Sorten wie Trauben oder Bananen in Maßen genossen werden. Mageres Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte und fettarme Milchprodukte sind vorteilhaft, da sie langsamer verdaut werden und keinen plötzlichen Blutzuckeranstieg verursachen. Gesunde Fette aus Olivenöl, Avocados und Nüssen unterstützen den Stoffwechsel und fördern die Herzgesundheit.
Eine groß angelegte Studie des DDZ (Deutsches-Diabetes-Zentrum) hat Anfang des Jahres erstmals systematisch belegt, dass eine breite Palette von Ernährungsformen bei Diabetes-Management erfolgreich sein kann. Demzufolge kann individuell auf die Bedürfnisse und Vorlieben der Betroffenen eingegangen werden, damit eine langfristige Lebensstiländerung erfolgreich sein kann.
Dieser Ansatz sollte immer mit einer entsprechenden Bewegungstherapie kombiniert werden. Eine tägliche körperliche Aktivität von 30 Minuten und einer damit verbundenen Gewichtsabnahme um nur 5 bis 10 Prozent kann die Insulinempfindlichkeit signifikant verbessern und das Fortschreiten von Diabetes verlangsamen.
Oftmals wird parallel mit einer medikamentösen Therapie begonnen. Neben Meformin, welches oft als erstes Medikament verschrieben wird, gibt es zahlreiche orale Antidiabetika auf dem Markt. Grob gesagt verringern sie die oben beschriebene Insulinresiszenz, scheiden überschüssigen Zucker über den Urin aus, stimulieren die Insulinproduktion oder verringern den Appetit und führen so zu einem stabilen Blutzuckerspiegel gepaart mit einer Gewichtsreduktion. In manchen Fällen ist es erforderlich, Insulin zu injizieren, insbesondere wenn der Körper nur noch wenig oder gar kein Insulin mehr produziert. Die Insulintherapie kann mit Tabletten kombiniert oder allein angewendet werden.
In den letzten Jahren sind Wirkstoffe aus der Klasse der Inkretinmimetika (z.B. Ozempic) auf den Markt gekommen, die vielversprechende Ergebnisse gezeigt haben. Einfach gesagt imitieren diese Arzneimittel ein körpereigenes Hormon, was eine erhöhte Insulinproduktion und eine Verringerung des Appetits und damit der Kalorienaufnahme zur Folge hat. Die Anwendung erfolgt per Injektion einmal pro Woche durch den Patienten selbst. Diese Wirkstoffklasse wird als „Game Changer“ für die Diabetes-Typ-2 Therapie gesehen. Studien zeigen eine signifikante Wirkung bei der Gewichtsreduktion und eine deutliche Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da auch diese häufig mit Diabetes-Typ 2 einhergehen. Anzeichen häufen sich, dass diese Wirkstoffklasse auch andere Krankheiten positiv beeinflussen kann.