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Christian Schulz in Nüebüll : Netzwerken ist wie Fischen

Christian Schulz mit einem Werk von Gretchen Wohlwill, die mit Richard Haizmann gut bekannt war.

Der neue Leiter des Richard-Haizmann-Museums verwirklicht im Norden seine Ideen für die Zukunft. Seit seiner Kindheit hat er Interesse an der Kunst und dessen Umsetzung in verschiedenste Materialien.

Seit dem 1. Mai 2023 ist Christian Schulz der neue Leiter des Richard-Haizmann-Museums in Niebüll. Er ist der Nachfolger von Dr. Uwe Haupenthal, der das kleine Kunstmuseum zu einem Ort mit bundesweiter Ausstrahlung gemacht hat. Der neue Museumsleiter kann gerade hier im Norden seine Ideen für die Zukunft verwirklichen. Gleichzeitig ist er im Museumsverbund im Husumer Nordfriesland Museum für Sammlungen und Bibliotheken zuständig. 

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„Ich liebe den Norden“, sagt Christian Schulz. Das hat seinen Grund: Er ist an der Nordsee aufgewachsen. „Ich bin immer zurückgekehrt“, sagt er. „Ich schätze die Ursprünglichkeit und dass man hier Freunde hat.“ Das Studium führte ihn nach Kiel und Kopenhagen. Wie es dazu kam, ist eine spannende Geschichte: „Seit Kindheitstagen habe ich Interesse an der Kunst und dessen Umsetzung in verschiedenste Materialien. So ließ ich mich zum Goldschmied ausbilden, wodurch ich handwerkliches Geschick und den wichtigen Blick für Details entwickelte“, erzählt der vielseitige Mann. Die handwerkliche Ausbildung trug dazu bei, sich nicht nur kreativ einzubringen und emphatisch als Bindeglied zwischen Kunden und Auftrag zu verstehen, sondern letzteres auch als besondere Stärke zu erkennen.

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Doch damit nicht genug: Das Magisterstudium in Kiel und Kopenhagen im Bereich Kunstgeschichte, Geschichte und evangelische Theologie bot mit der Promotion ein Potential, Interessen fundiert wissenschaftlich auszubauen.

Mit diesen breiten Vorkenntnissen wäre es möglich überall zu arbeiten. Doch es musste der Norden sein, Nordfriesland. Dazu kam es ganz profan: Die Stelle des Museumsleiters war vom Kreis ausgeschrieben. Nach der Interimslösung mit Dr. Karin Tuxhorn als organisatorisch leitende Kraft begann Christian Schulz im Oktober 2022 als Honorarkraft. Für das Richard Haizmann Museum hat er klare Vorstellungen: Altbewährtes wird bewahrt. Die jahrzehntelange Arbeit Uwe Haupenthals bildet das Fundament. Ausstellungen im Bereich Malerei, Grafik, Plastik und Fotografie werden das Programm bilden. Das Spektrum wird erweitert. Dazu gehört das Heranführen neuer Generationen, wie das Wahrnehmen und Zusammenführen verschiedener Altersgruppen. Gerade erst setzte die Ausstellung „6 Temperamente“ zum Hansen-Hof in Risum Lindholm ganz neue Maßstäbe. Initiiert von Frauke Gloyer wird der legendäre Hof vor und nach dem Brand ganz unterschiedlich interpretiert.

Wichtig ist ihm auch der neue Kunstpreis des marehalm ART award, der bundesweit aufmerksam wahrgenommen wird. Der von Dr. Karin Tuxhorn ausgerufene und finanzierte Preis wird im Museum verliehen und die nominierten Künstler erhalten im Anschluss die Möglichkeit an einer Ausstellung im Richard Haizmann Museum teilzunehmen. So kommt frischer Wind in den Norden, der plötzlich im Fokus auch jüngerer Künstler steht. „Am Museum lässt sich viel entwickeln“, sagt Christian Schulz, der offen für Ideen von außen ist. Ein überregionales Zeichen erfolgte kürzlich mit der Ausstellung „Hamburg im Exil“. Hier wird ein Bogen zu Richard Haizmann geschlagen. Maike Bruhns (84), die bekannteste Autorin und Historikerin in Sachen Kunst in der Zeit des Nationalsozialismus reiste extra an. Ein echter Ritterschlag für die „kleine, feine Ausstellung“ wie Exil-Kunst-Sammler Thomas B. Schumann bemerkte. Der Tipp kam dazu von der Föhrer Museumsleiterin. Ein Beispiel für gutes Netzwerken, das wie Fischen ist. Ein guter Fang ist oft dabei!

„Alles das kann ich hier im Norden anregen“, freut sich Christian Schulz. Nach Berlin oder New York zieht es ihn nicht. „Da fehlt mir das Baden in der Nordsee zu jeder Jahreszeit!“
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