Wenn die Gischt gegen das Festland prallt, ist der beste Zeitpunkt gekommen, sich an den kilometerweiten weißen Stränden auf die Suche nach Bernstein und Fossilien zu begeben. Wer sich nach einem Sturm früh morgens auf den Weg macht, hat die Chance, mit besonderen Funden belohnt zu werden, bevor der Strand sich mit sonnenhungrigen Touristen füllt.

Das umgangssprachliche „Gold des Meeres“ kann nicht nur an den unzähligen Stränden der Insel Fehmarn gefunden werden. Hierbei gibt es für den Hobbysammler allerdings einige Dinge zu beachten, damit die Suche nicht im Krankenhaus endet.
Die Entstehung des Bernsteins liegt ungefähr 40 bis 50 Millionen Jahre in der Vergangenheit. In der Braunkohlezeit war das Ostseeküstengebiet noch von subtropischen Wäldern bedeckt. Die Bernsteinkiefer lieferte mit ihrem Baumharz die nötigen Voraussetzungen für die Entstehung des heute beliebten Schmuckstückes.
DAS MUSS BEIM SAMMELN BEACHTET WERDEN

An Stränden und Naturschutzgebieten dürfen in Schleswig-Holstein Fossilien und Steine nur in geringen Mengen und ausschließlich für private Zwecke gesammelt werden. In einigen Bereichen erfüllen aufgeschüttete Geröllwälle eine Schutzfunktion bei Sturmfluten.
Hier ist das Sammeln von Strandgut grundsätzlich verboten. Beim Sammeln von Bernstein ist es wichtig, sich zu vergewissern, dass es sich nicht um einen Phosphorklumpen handelt. Diese Überreste von Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg sind extrem entzündlich und können zu schweren Verbrennungen führen.
Darum empfiehlt es sich, den Bernstein auf seine „Echtheit“ zu überprüfen, bevor man ihn mit nach Hause nimmt. Der mutmaßliche Bernstein sollte immer in einer separaten Tasche oder einem Glas aufbewahrt werden, um die Gefahr einer Verbrennung durch eine Selbstentzündung im Falle einer Phosphorverwechslung zu vermeiden.
WIE ERKENNE ICH BERNSTEIN UND FOSSILIEN?
Da Bernstein brennbar ist, kann man mit einem Feuerzeug die Echtheit schnell feststellen. Von dieser Methode sollte allerdings nur Gebrauch gemacht werden, wenn alle anderen Proben zu keinem eindeutigen Ergebnis geführt haben, da das Schmuckstück durch diesen Test in Mitleidenschaft gezogen wird. Falls es sich um Phosphor handelt, kann dieser Test schnell zu Verbrennungen führen und wird deshalb nicht empfohlen. Der Schwimmtest ist dagegen weitaus weniger gefährlich und leicht mit Salzwasser zu testen, denn Bernstein schwimmt. Mit einigen Löffeln Kochsalz lässt sich zu Hause die Echtheit überprüfen. Die geringere Dichte lässt den Bernstein im Wasser schweben.
Die Leichtigkeit von Bernstein ist ein Indiz für die Echtheit. Da das Empfinden jedoch sehr subjektiv ist, kann man sich auf diese Erkenntnis nicht als alleinigen Faktor verlassen.
Die sogenannte „Ritzprobe“ kann zur schnellen Gewissheit verhelfen und ist leicht durchzuführen und ungefährlich. Da Bernstein eine geringe Härte aufweist, kann man mit einer Münze überprüfen, ob an der Oberfläche eine Rille hinterlassen werden kann. Fossilien sind auf ganz Fehmarn zu finden und nirgends so konzentriert wie an Ostholsteins Küste. An Fehmarns Stränden lassen sich ebenso unzählige Fossilien von Donnerkeil über Gastropoden, Mollusken bis zu Stachelhäutern und versteinerten Pflanzenresten finden. Es lohnt sich, beim Strandspaziergang die Augen offen zu halten, um ein individuelles kostenloses Souvenir mit nach Hause zu nehmen.