
Bei der Einblasdämmung kommt ein lose geschütteter Dämmstoff zum Einsatz. Das können etwa Blähglas-Granulate, Flocken aus Glaswolle oder Kügelchen aus Polystyrol sein. Doch wann und wie kommt die Dämmung zum Einsatz? Und worauf muss man achten?
„Die wichtigste Voraussetzung für eine Einblasdämmung ist ein geschlossener Hohlraum, in den das Dämmmaterial mit Hilfe einer Einblasmaschine eingebracht wird“, erklärt Klaus-Jürgen Edelhäuser von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.
Die Arbeiten lassen sich meist in wenigen Stunden erledigen und man benötigt kein Gerüst. Es müssen lediglich Löcher gebohrt werden, durch die der Dämmstoff eingeblasen wird, erklärt Alexander Steinfeldt, Energieexperte der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online in Berlin. Anzahl und Durchmesser der Öffnungen unterscheiden sich je nach verwendetem Dämmstoff. Oft ist die Dämmung bereits nach einem Werktag fertig.
„Wie hoch die Dämmwirkung ist und wie viel Energie dadurch eingespart wird, hängt von der Dicke der Wände, von der Breite des Hohlraumes und von der Art des Dämmstoffes ab“, so der Energieexperte.
Fehler beim Material und Einbringen vermeiden
Auch wenn die Methode relativ unkompliziert erscheint, die Einblasdämmung hat durchaus ihre Tücken. Auf das richtige Material kommt es an – sonst kann es langfristig zu ernsthaften Schäden am Gebäude kommen. So dürften für die Außendämmung zum Beispiel keine natürlichen Dämmstoffe wie Holzwolle oder Zellulose eingesetzt werden, so Alexander Steinfeldt. „Denn sie nehmen Feuchtigkeit auf, was zu Schimmelbildung führen kann“, erklärt der Energieexperte. Daher müssen alle bei Außenwänden eingesetzten Dämmstoffe wasserabweisend sein.
Auch die richtige Technik ist entscheidend: Meistens wird der Dämmstoff mit einer speziellen Einblasmaschine von der Außenseite durch Bohrungen in den Wandhohlraum geblasen. Dabei sollte sichergestellt werden, dass das Dämmmaterial im gesamten Hohlraum verteilt wird, raten die Energieberater der Verbraucherzentrale.
Die Einblasdämmung funktioniert nicht in jedem Haus als Außendämmung. „Geeignet sind vor allem Gebäude mit zweischaligem Mauerwerk, das aus einer inneren Tragschale und einer Verblendungsschale besteht“, erklärt Alexander Steinfeldt. Aber auch wenn die Methode an der Fassade nicht möglich sein sollte, könne sie immer noch bei der Innendämmung infrage kommen, etwa an der oberen Geschossdecke oder der Kellerdecke.
Erfreulich: Es ist nicht erforderlich, Fenster neu zu positionieren, Regenfallrohre zu ersetzen oder Dachüberstände zu verlängern. Auch Balkone und Eingangstreppen können unverändert bleiben. Um sicherzugehen, dass die Einblasdämmung an der Fassade des eigenen Hauses auch zum Einsatz kommen kann, sollten Bauherren bei der Planung einen Fachmann zu Rate ziehen. dpa