Wer einen Immobilienerwerb plant, steht vor einer wichtigen finanziellen Entscheidung, die gut überlegt und vorbereitet sein will. Eine Beratung ist daher grundlegend, um Fallstricke zu vermeiden und die Finanzierung bestmöglich abzustecken. Verbraucher sollten sich vor dem Beratungstermin im ersten Schritt darüber im Klaren sein, ob sie bauen oder kaufen wollen. Ist das geklärt, kann der finanzielle Spielraum ermittelt werden, um während des Beratungsgesprächs eine realistische Kostenplanung mit einem leistbaren Kreditrahmen abzustecken. Dafür werden Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt.
„Als erste grobe Faustformel gilt: Das monatliche Nettoeinkommen mal 100 ergibt die maximale Kreditsumme. Im Gespräch ermittelt der Berater dann, wie viel Geld monatlich für den Kredit zur Verfügung steht und kalkuliert dabei auch Puffer für unvorhergesehene Kosten ein“, erklärt Ralf Oberländer, Baufinanzierungsexperte von Schwäbisch Hall.
Es ist nicht zuletzt wichtig zu wissen, welche Vermögenswerte – zum Beispiel ein Sparbuch, eine Erbschaft oder ein Bausparvertrag vorhanden sind. Denn Fakt ist: je mehr Eigenkapital, desto besser die Konditionen für das Darlehen. „Für eine solide Baufinanzierung ist es ratsam, mindestens 20 Prozent der Gesamtsumme plus Nebenkosten mit Eigenkapital zu finanzieren“, ergänzt Oberländer. Außerdem sollte geprüft werden, welche Versicherungen bestehen und welche eventuell notwendig sind, um die Immobilie oder den Bau abzusichern.
Im Gegensatz zur Erstberatung für einen Sparplan sind die einzureichenden Unterlagen für den Immobilienerwerb oder die Bauplanung in der Regel deutlich umfangreicher. In den meisten Fällen sind erforderlich:
• Ein amtlicher Lichtbildausweis
• Eine Selbstauskunft, mit Angaben zum Darlehensnehmer, zu dessen Einkommen und zum Finanzierungsobjekt
• Die letzten drei Gehaltsabrechnungen
• Ein Nachweis über das Eigenkapital (Bausparvertrag, Sparguthaben etc.)
• Falls bereits eine passende Immobilie gefunden wurde: aktueller Grundbuchauszug, Wohnflächenberechnung, Baupläne / Baubeschreibung, Nachweis über Gebäudeversicherung, Energieausweis, Auszug aus dem Baulastenverzeichnis.
„Wer ein Sanierungs- oder Modernisierungsvorhaben in die Tat umsetzen will, kommt in der Regel um eine Energieberatung nicht herum. Denn sie ist nicht nur Voraussetzung für viele Förderungen, sondern der Berater erstellt auch einen individuellen Sanierungsfahrplan“, erklärt der Experte. „Auch der mögliche finanzielle Rahmen einer Sanierungsmaßnahme sollte vorab zumindest schon einmal grob abgeschätzt werden. Hier gilt: Wer ein altes Haus sanieren möchte, sollte die Sanierungskosten eher großzügig kalkulieren. Für die Komplettsanierung eines Altbaus muss man mit etwa 400 bis 1000 Euro pro m² Wohnfläche rechnen - Teilsanierungen sind oft günstiger."
msl/pm