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Entwicklung als oberstes Ziel fur Basketballer des SC Rist Wedel

Vor dem Wedeler Hafenbecken stellten sich die Spieler und Verantwortlichen des SC Rist Wedel zum Mannschaftsfoto. Foto: Manningeaux

Neuer Trainer Stanley Witt, junge Talente und drei Neuzugänge: Das Team startet mit verändertem Kader und neuer sportlicher Ausrichtung in die 2. Bundesliga ProB

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle gab es in den vergangenen sechs Monaten für die Basketballer des SC Rist Wedel. Am 28. März war trotz eines 95:86-Sieges beim SC Rasta Vechta II im letzten regulären Spiel der Saison 2025/2026 der Einzug in die Play-Offs verpasst worden. Und eine Woche später gab der Rister Vorstand bekannt, dass er aufgrund wirtschaftlicher Engpässe einen Rückzug in die 1. Regionalliga Nord erwägen würde. Im April und Mai leisten die Clubverantwortlichen hervorragende Arbeit. Vor allem Britta Wien-Hansen, Sponsoring-Verantwortliche und Team-Managerin, konnte neue Unterstützer gewinnen. Koschek als Und Andrea 1. Vorsitzende am 10. Mai vermelden, dass die Rister in der 2. Bundesliga ProB bleiben. 

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Während Wien-Hansen auch danach noch neue Sponsoren fand, formierte Christoph Roquette als Sportlicher Leiter eine Mannschaft für die neue Saison. Nicht mehr an Bord war dabei Hamed Attarbashi, der nach drei Spielzeiten auf der Rister Trainerbank Platz machte für Stanley Witt.

Trainerwechsel von Hamed Attarbashi zu Stanley Witt

Dieser Trainerwechsel lag vornehmlich daran, dass der Rister Kooperationspartner Hamburg Towers keine Wildcard für den Euro Cup erhielt. Daraufhin wurde entschieden, dass Witt, Assistenzcoach der „,Türme“, in Personalunion die Wedeler betreuen soll. Roquette gab zu, dass er Attarbashis Ausscheiden „sehr bedauern“ würde. Zugleich betonte er, „voller Vorfreude“ auf die Zusammenarbeit mit Witt zu sein: „Ich kenne ihn schon etwas länger und hätte nicht zugestimmt, dass er Trainer wird, wenn ich nicht menschlich wie sportlich zu 100 Prozent von ihm überzeugt wäre.“

Gemeinsam gelang es Roquette und Witt, einen 18 Mann-Kader aufzustellen. Dabei müssten sie fünf Abgänge kompensieren. Die Importspieler Tomas Bjarkason und Lincoln Rosebush verließen den Steinberg ebenso nach nur einem Jahr wie Janne Müller, der seine Karriere im College-Basketball fortsetzt. Zudem verabschiedeten sich zwei langjährige Rister: AlFayed Alegbe (22) ging nach fünf Jahren im gelb-grünen Trikot zum ProB-Rivalen TSV Neustadt. Linus Hoffmann (23) kann das professionelle Basketballspielen nicht länger mit seinem Medizinstudium unter einen Hut bringen. Er ging deshalb „schweren Herzens“ nach acht Jahren. 

Natürlich bedauert Witt diese Abgänge, in denen er aber auch eine Chance sieht: „Dadurch können sich unsere jungen Akteure noch mehr profilieren und Verantwortung übernehmen.“ Allen voran Shooting Guard Aleksandar Postic, der im Juni der erste Spieler war, der für die neue Saison sein Ja-Wort gab. Als Leistungsträger vorangehen soll zudem Niklas Krause, der in der letzten Saison mit einem Punkteschnitt von 15,4 vor Rosebush (12,7) und Müller (11,9) der Rister Topscorer war. Dass der Aufbauspieler ein weiteres Jahr bleibt, obwohl er ebenfalls ein Medizinstudium absolviert, machte Roquette „sehr glücklich“. 

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Derweil setzen Darren Egbe, Jayden Fatnassi und Nelson Martin nach dem Ende ihrer Schulzeit voll auf die Karte Basketball. „Sie sind noch jung, haben in den letzten Jahren aber bereits reichlich Erfahrung in der ProB gesammelt und müssen nun den nächsten Schritt machen“, forderte Roquette. Als Doppellizenzspieler sind die drei Akteure auch für die Towers spielberechtigt.

Drei externe Neuzugänge, darunter ein Rückkehrer

Große Hoffnungen ruhen auch auf den externen Neuzugängen. Über Importspieler Jamil Muttilib, der aus der College-Liga von den Grambling Tigers erstmals den Sprung nach Europa wagt, sagte Witt: „Mit seinen Fähigkeiten ist er quasi die eierlegende Wollmilchsau.“ Schon vor Muttilib hatten die Wedeler Tyson Leitao vom ProB-Rivalen Iserlohn Kangaroos an die Elbe gelotst. Roquette sagte über den Centerspieler: „Tyson ist eine echte Hammer-Verpflichtung - mit ihm haben wir wirklich einen absoluten Glücksgriff getätigt.“

Der dritte externe Zugang ist mit Tobias Lange ein Rückkehrer. Der langjährige Profi ist ein guter Freund von Witt, der ihn zunächst im Spaß gefragt hatte, ob er nach einer mehrjährigen Pause noch einmal auf Korbjagd gehen wolle. Daraus wurde ernst und Witts Plan sieht vor, dass der Center die Rolle eines Mentors für die jungen Spieler innehaben soll.

Und junge Spieler, die sich neben ihrem Engagement im NBBL beziehungsweise JBBL-Team der Towers am Steinberg im Herrenbereich beweisen sollen, gibt es reichlich. Neben Shooting Guard Danny Egbe scharren neun weitere Talente, die aus der Towers-Jugend kommen, mit den Hufen. Über 2,08-Meter-Riese Paul Mellentin und Bjarne Drewes sagte Witt: „Diese Jungs waren schon im Kosmos drin - jetzt müssen sie das, was sie gezeigt haben, wiederholen, um den nächsten Schritt zu machen.“

Über die „großen Jungs“ Tyrese Cisse, Drewes, Gerrit Kanne, Fiete Meinberg und Tyrese Steinig sagte Witt: „Sie alle sind athletische, talentierte Jungs, die jetzt lernen müssen, ihre Physis richtig einzusetzen.“ Eren Tas wiederum ist laut Witt „ein talentierter Point Guard, der seine Klasse in der vorherigen NBBL-Saison bereits zeigen konnte“. Der Jüngste im Bunde ist Lino Schenk, der wie Danny Egbe und Meinberg mit Deutschlands U16-Nationalmannschaft im August Platz fünf bei der Europameisterschaft belegte. Als Trainingsspieler gehört zudem Zilal Kunze zum Kader; er besitzt aktuell aber keine Doppellizenz.

Saisonstart am Samstag gegen die BSW Sixers

Nach dem Saisonziel befragt, entgegnete Witt: „Wir wollen Spieler entwickeln und auf dem Weg dahin Spiele gewinnen, um den Klassenerhalt so früh wie möglich sicher zu haben.“ Roquette ergänzte: „Der Ligaverbleib hat oberste Priorität. Wenn das gelungen ist, schauen wir in Richtung Play-Offs.“ Dieser Weg beginnt am Samstag, 26. September, mit dem ersten Saisonspiel gegen die BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen, kurz „BSW Sixers“ (16 Uhr/Steinberghalle). Und es ist davon auszugehen, dass die Rister in den kommenden sechs Monaten wieder reichlich Höhen und Tiefen durchleben werden.

Johannes Speckner


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