Das kann doch alles nicht so wichtig sein - dieser Gedanke mag manch einem Berufsstarter beim Anfertigen einer schriftlichen Bewerbung schon mal kommen. Aber falsch gedacht: Hier kommt es auf Genauigkeit, Sauberkeit und das Einhalten der Regeln an. Wer sich hier gut präsentiert, hat bei der Vergabe der besten Ausbildungsplätze gute Karten.
Was in die Bewerbungsmappe gehört
Anschreiben, Lebenslauf, Foto und Zeugnisse passen locker in einen großen Briefumschlag. Die meisten Bewerbungen werden heutzutage aber digital verschickt. Beide Varianten unterscheiden sich vor allem äußerlich - drin stehen sollte so ziemlich dasselbe.
Achte auf die richtige Reihenfolge: Bei einer Bewerbung mit der Post druckt man alle Unterlagen aus und steckt sie in eine Bewerbungsmappe. Dafür gibt es spezielle Mappen im Handel. Verzichte auf einfache Schnellhefter, denn gelochte Unterlagen sind nicht gern gesehen. Die Mappe sollte etwas größer als DIN A4 sein, damit die Seiten nicht über den Rand ragen.
Es ist wichtig, dass du dich an diese Reihenfolge hältst:
1. Deckblatt mit Foto
2. Lebenslauf
3. Die „3. Seite“ (s. unten)
4. Anlagen
Deine Anlagen ordnest du so ein:
1. Zeugniskopie(n): Abschlusszeugnis oder aktuelles Zwischenzeugnis der Schule
2. Praktikumsbescheinigung(en)
3. Arbeitsproben (falls verlangt)
4. Bescheinigungen über Kurse, die nicht im Zeugnis stehen
5. Sonstige Anlagen: Bescheinigungen über Kurse, Hobbys, Ehrenamt oder Nebenjob
Praktische Tipps
• Schicke immer Kopien, nie die Originale!
• Beim Postversand: Dokumente in einen Umschlag stecken, der sie verstärkt.
• Benutze jede Mappe nur einmal. Man kann sehen, ob die Mappe schon einmal verschickt wurde.
• Versand als E-Mail: Fasse alle Dokumente in einer PDF-Datei zusammen. Du kannst das Anschreiben auch für deinen E-Mail-Text verwenden.
Was ist die dritte Seite einer Bewerbung?
Du kannst eine dritte Seite in deine Bewerbung einfügen, wenn du das willst. Wenn du möchtest, kommt sie nach dem Anschreiben und Lebenslauf. Auf die dritte Seite kannst du zum Beispiel ein Motivationsschreiben oder ein Kurzprofil setzen. Aber bitte, halte dich kurz.
Das Anschreiben
Das Anschreiben sollte nie länger als eine DIN-A4-Seite sein und ist der wichtigste Teil deiner Bewerbung. Texte mit Rechtschreibfehlern sind keine gute Visitenkarte - da kann dein Lebenslauf noch so toll und deine Vorerfahrung noch so groß sein. Es muss deutlich werden, warum du dich gerade für diesen Beruf interessierst und warum du gerade in diesem Betrieb arbeiten möchtest -zwei Fragen, die auch gerne im Vorstellungsgespräch gestellt werden. Der Brief muss auf das Unternehmen zugeschnitten sein und darf nicht so klingen, als hättest du nur schnell Datum und Anschrift eines Anschreibens an eine andere Firma ausgetauscht. Tipp: Vier Augen sehen mehr als zwei. Lass deine Unterlagen Korrektur lesen.
Der tabellarische Lebenslauf
Der tabellarische Lebenslauf listet in Form einer Tabelle die Stationen deines Lebens auf. Dazu zählen auch Umzüge, Schulwechsel und Praktika. Wer sich in Vereinen oder Organisationen engagiert, sollte das unbedingt erwähnen.
Das Bewerbungsfoto
Ein gutes Foto ist zwar keine Pflicht - aber es empfiehlt sich. Und es lohnt sich, ein bisschen mehr Geld für ein Bewerbungsbild auszugeben, das ein Fotograf aufgenommen hat. Er kann dich auch beim passenden Outfit beraten. „Selfies“ oder Schnappschüsse aus dem letzten Urlaub - auch wenn du darauf noch so nett strahlst – wirken unprofessionell und sind ein absolutes No-Go.
Zeugnisse und Bescheinigungen
Zeugniskopien des letzten Schuljahres sind ein Muss - auch wenn die Noten vielleicht nicht ganz so gut ausgefallen sind, wie du es gerne hättest. Zeugnisse und Bescheinigungen von absolvierten Praktika und über ehrenamtliches Engagement werten deine Bewerbungsunterlagen erheblich auf, denn sie verraten oft mehr über deine persönlichen Stärken als Schulnoten.
jvo