Wer später gut ausgebildetes Personal haben möchte, der kommt um gute Ausbildungsplätze in seinem Unternehmen nicht herum. Während noch vor einigen Jahrzehnten mehr Auszubildende als Ausbildungsplätze vorhanden waren, so hat sich dieses Verhältnis in der jüngsten Zeit gewaltig gewandelt. Für viele Firmen gehört es mittlerweile schon dazu, um die Auszubildenden regelrecht zu werben. So bieten einige Betriebe ihren Nachwuchskräften zum Beispiel die Übernahme der Führerscheinkosten, das Deutschlandticket oder eine Beteiligung an den Kosten für ein Fitnessstudio an, um nur einiges zu nennen.
Um sich als Ausbildungsbetrieb optimal zu präsentieren, gehen die Firmen mittlerweile in die Schulen, um mit den Schülern in ihrer gewohnten Umgebung ins Gespräch zu kommen. Aus diesem Grund veranstaltet der Nortorfer VHHI (Verein für Handel, Handwerk und Industrie e.V.) einmal im Jahr für seine Mitgliedsbetriebe sowie für weitere interessierte Firmen eine Ausbildungsmesse in der Nortorfer Gemeinschaftsschule. Hier erhalten die Schüler stufenweise die Möglichkeit, mit den Vertretern der Betriebe ins Gespräch zu kommen.
Während sich die Schüler der Klassen 7 und 8 hauptsächlich über einen Praktikumsplatz informieren, sind die Gespräche der höheren Klassen (9 bis 13) vermehrt auf einen Ausbildungsplatz oder ein duales Studium ausgerichtet.
In diesem Jahr fand die Ausbildungsmesse am Donnerstag, 24. September, im Eingangsbereich der Schule sowie in der Aula und auf dem Außengelände statt. Erstmalig hatte die Lehrkraft Lia Buchholz die Leitung der Messe übernommen. Nach einem gut durchdachten System ordnete sie die Firmen an, sodass Betriebe mit handwerklichen Tätigkeiten in einem Bereich der Schule standen, während Dienstleistungsbetriebe in einem anderen Bereich zu finden waren. Somit konnten sich die Schüler schon vorab entscheiden, welche beruflichen Neigungen besser zu ihnen passen, und sich direkt auf einen Bereich konzentrieren.
H Neben den alteingesessenen Nortorfer Betrieben, die schon seit vielen Jahren auf der Messe vertreten sind, wie zum Beispiel ElektroTiegs, die RS-Gruppe, Stahl- und Metallbau Rohwer, Pohl oder die Stadtwerke Nortorf, gab es mit der Müllverbrennung Kiel einen Betrieb, der sich erstmalig in Nortorf präsentierte.
Neben den handwerklichen Ausbildungsplätzen wurden aber auch Berufe in der Pflege, der Lagerlogistik, der Stadt- und Amtsverwaltung, im Garten- und Landschaftsbau sowie bei Banken und Versicherungen vorgestellt.
Gut vorbereitet durch ihre Lehrer gingen die Schüler an die einzelnen Messestände heran und holten sich Informationen auf ihre Fragen, die sie zuvor im Unterricht erarbeitet hatten. Nach der Messe erläuterte Christin Bruhn von der Müllverbrennung Kiel: „Wir sind sehr positiv überrascht von der hiesigen Ausbildungsmesse. Die Schüler waren sehr gut vorbereitet und wir konnten sehr viele konstruktive Gespräche führen. Auch die Platzvergabe an die einzelnen Firmen war gut überlegt und ausgeklügelt. Wir als Müllverbrennung Kiel werden sicherlich auch weiterhin an dieser Messe teilnehmen und uns und unseren Betrieb hier vorstellen.“ Frank Afflerbach