„Heute ist ein schöner Tag auf dem Digital Learning Campus“ schreibt eine Viertklässlerin aus Bad Oldesloe nach ihrem ersten „Mitmach-Tag für SchülerInnen und Firmen“ - und lässt auch die Initiatorin Astrid Hintze strahlen: „Wir haben mit dem Digital Learning Campus hier in Stormarn völliges Neuland betreten, aber sind über die Reaktionen der Schulen aber auch der Firmen aus der Region sehr glücklich“.
Hintze hat in Stormarn ein Teilprojekt des Digital Learning Campus etabliert, der zurzeit landesweit aufgebaut wird:„Unser Ziel ist es, Themen wie KI, Digitales Lernen und Nachhaltigkeit so zu präsentieren, dass jeder gleich damit arbeiten kann“, so die Wirtschaftswissenschaftlerin.
Wie in Bad Oldesloe entstehen mit dem Digital Learning Campus in Flensburg, Eckernförde, Schleswig, Neumünster, Kiel, Heide, Itzehoe, Elmshorn und Lübeck neue Lernräume, mit denen die Menschen in Schleswig-Holstein sich selbst oder auch ihre Unternehmen oder ihre Organisationen vernetzen und sich dabei wichtige Zukunftskompetenzen aneignen können. Dies geschieht an etablierten Orten wie der Kieler Seeburg oder auch in umgebauten Einkaufszentren, auf Marktplätzen oder in bestehenden Einrichtungen wie Museen oder Technikzentren.
Zugang kostenlos über www.dlc.sh
„Unter der Koordinierung der Hochschulen etablieren wir mit über 100 regionalen Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft offene Zukunftsorte, in denen man sich im Team und unter der Anleitung geschulter Trainerinnen und Trainer mit Zukunftstechnologien und -kompetenzen beschäftigen kann“, erklärt DLC-Geschäftsstellenleiter Ronny Röwert. „Wir müssen es ja auch gesellschaftlich hinbekommen, dass wir mit neuen Technologien wie KI aufgeschlossen umgehen und mit Freude dazulernen - und genau dafür ist der DLC da.“
Der Zugang erfolgt digital: Über die Webseite www.dlc.sh finden sich Präsenz-Angebote wie „KI für Rookies“ in Itzehoe, das Ferienprogramm „KI for Teenagers“ im Lübecker Übergangshaus, das „Edu Skill Lab“ für Erzieherinnen in Kiel oder der Kurs „Das SmartHome mit Scratch anschaulich realisieren“ in Flensburg. Aber es gibt auch Online-Kurse zum Reinschnuppern, denn niedrige Zugangsschwellen sind den Machern des DLC wichtig: „Wir wollen von Anfang an Chancen für alle eröffnen: zum Lernen, Vernetzen und sich selbst neu erfinden“, so Röwert: „Am besten man klickt einfach mal rein oder kommt vorbei.“
Kl entlastet Unternehmen
Während Künstliche Intelligenz nicht selten als bedrohlich empfunden wird, sieht Johannes Ripken, Clusterleiter Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein, vor allem positive Auswirkungen auf die Arbeitswelt: „KI bringt Entlastung auf allen Ebenen: Während im Büro generative KI die Produktivität und Qualität steigert, indem Texte jeglicher Art passgenau vorformuliert werden können und in naher Zukunft Agentensysteme noch tiefer in die Prozesse eingreifen, sorgen smarte Algorithmen in der Industrie dafür, dass Maschinen vorausschauend gewartet werden - und das bevor es zum Ausfall kommt.“
Mit der KI-Initiative KISH Hochschulen wollen Wirtschaftsförderung und das Thema KI für Unternehmen auf ein neues Level heben. „Unser Ziel ist, gerade kleine und mittlere Unternehmen in Schleswig-Holstein auf dem Weg zur erfolgreichen KI-Anwendung umfassend zu unterstützen“, erklärt KISH-Projektleiter Eike Zimmermann. Er organisiert mit seinem landesweit agierenden Team praxisnahe Veranstaltungen und Workshops und vermittelt auch Förderangebote. Erfolgreiche Firmen würden sich keineswegs nur auf technische Machbarkeit konzentrieren, sondern auch ihre Mitarbeitenden bei der KI-Transformation frühzeitig einbinden: „Wir alle brauchen ein Arbeitsumfeld, das Lust auf KI und die damit verbundenen Vorteile macht“, so Zimmermann.
Eine zentrale Idee von KISH ist dabei, dass die Hochschulen des Landes den Unternehmen in der Region ihr Know-How zur Verfügung stellen. Das bedeutet, dass im Hintergrund ein starkes Netzwerk an Spezialisten zur Verfügung steht, die sich auf neue Herausforderungen freuen, um den Unternehmen in der Region zu helfen. Dazu zählen auch die 12 neuen KI-Professuren, die in Flensburg, Heide, Kiel und Lübeck etabliert wurden. Zimmermann: „Die Einführung von KI ist keine Raketenwissenschaft, wenn man gute Vorbilder hat und die ganz natürliche Skepsis abbaut.“ Stefan Lemke
► Digital Learning Campus sowie KISH werden im Rahmen des Landesprogramms Wirtschaft durch das Land Schleswig-Holstein und die EU gefördert.
Information
Links und Kontakte
Angebote und Zugang zum DLC: www.dlc.sh
E-Mail-Kontakt zum DLC: kontakt@dlc.sh
Instagram: @digitallearningcampus
Webseite KISH: https://kuenstliche-intelligenz.sh/
E-Mail-Kontakt zu KISH: Zimmermann@wtsh.de
Für einen zukunftsfähigen Arbeitsmarkt
Die Artikel sind in Zusammenarbeit mit der Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH) entstanden. Seit 2012 vereint diese Vertreter/innen von Kammern, Verbänden, Gewerkschaften, Hochschulen und Ministerien des Landes, um gemeinsam zukunftsfähige Lösungen für den Arbeitsmarkt zu entwickeln und den Standort Schleswig-Holstein nachhaltig zu stärken. Mehr Infos unter www.schleswig-holstein.de/fachkraefte .