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Arbeitsplatz NOK: 7,5 Jobs pro Kilometer

Zahlreiche Anlagen wie hier diese Poller müssen regelmäßig auf ihren Zustand kontrolliert und bei Bedarf repariert werden. FOTO: IMAGO / CHROMORANGE

750 Menschen kümmern sich um die Pflege und den Betrieb des Nord-Ostsee-Kanals. Sie sind beschäftigt bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung. Die Behörde bildet rege aus, zum Beispiel zum Wasserbauer.

Andrea Wegener hat ihren Traumberuf am Nord-Ostsee-Kanal gefunden: Seit August 2023 macht die 20-Jährige beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nord-Ostsee-Kanal eine Ausbildung zur Wasserbauerin. Dabei hatte es die Schleswigerin eigentlich gar nicht unbedingt ans Wasser gezogen: Nach ihrem Abitur absolvierte sie zunächst ein freiwilliges soziales Jahr bei den Landesforsten. Dort aber war kein Arbeitsplatz in Sicht und so wechselte sie an den Kanal. „Mir war immer klar, dass ich eigentlich einen Beruf brauchte, der maximal abwechslungsreich ist. Immer dasselbe zu tun, liegt mir wirklich nicht.“ -

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Aber warum dann Wasserbauerin? Eine Ausbildung, für die gute Kenntnisse in Mathematik, Chemie, Physik und Deutsch gefordert werden. Und ein Schwimmzeugnis? Einen Hinweis auf die Vielfältigkeit der Aufgaben gibt ihr Chef Jörg Winkelmann: „Wasserbauer werden bei der Unterhaltung, Wartung, Instandhaltung und Inspektion Kanals eingesetzt.“

Und da gibt es viel zu tun in dem Abschnitt zwischen den Fähren Breiholz und Landwehr, für den die Rendsburger Außenstelle zuständig ist. Langweilig ist es Andrea Wegener im ersten Abschnitt ihrer Ausbildung jedenfalls noch nicht geworden. Sie war mit dem Boot unterwegs, um größere Äste aus dem Wasser zu fischen, hat bei Pflasterarbeiten für eine Schwerlast-Fläche auf dem Bauhof Saatsee geholfen, Bäume beschnitten und bei der Kernsanierung eines Hauses in Rade einen Bagger ausprobiert.

Der stellvertretende Ausbildungsmeister Simon Wendorf stellt klar, dass die Auszubildenden auch über den Tellerrand hinaus blicken: Der theoretische Unterricht für Auszubildende der Wasser- und Schifffahrtsämter findet für die Nordlichter in Malchow nördlich von Berlin in einem bundeseigenen Berufsbildungszentrum statt. Aber es gibt auch hier praktische Highlights. Beispielsweise das Pflanzen von Strandhafer auf Amrum oder Einsatz im Hochwasserschutz in Bayern.

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Aufgabe des Amtes ist es, dafür zu sorgen, dass der Kanal jederzeit befahrbar und sicher ist: Die Nebenstelle Rendsburg ist für das Wasser im Kanal zuständig, für Wirtschaftswege und Böschungen und die Zuflüsse. Sie stellt vier Stahlwerker, die regelmäßig auf der Eisenbahnhochbrücke unterwegs sind, trägt Verantwortung für den Fährverkehr und den Fußgängertunnel. Den Fahrzeugtunnel hat die Behörde nach der endlos scheinenden Sanierung an den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr abgegeben.

Damit auf und um den Nord-Ostsee-Kanal alles reibungslos funktioniert, arbeiten rund 750 Menschen zwischen Kiel und Brunsbüttel für das Wasser- und Schifffahrtsamt Nord-Ostsee-Kanal. Ausgebildet werden natürlich nicht nur Wasserbauer, sondern auch Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik, Fachinformatiker, Konstruktionsmechaniker, Mechatroniker, Vermessungstechniker und Verwaltungsfachangestellte. Zudem werden Ingenieure vieler Fachrichtungen und Bautechniker gesucht.

Andrea Wegener hat gute Aussichten, ein fester Teil der Mannschaft zu werden, die den Bestand des Kanals sichert. Abwechslung genug ist ihre Arbeit ganz sicher. Und wenn sie ihre dreijährige Ausbildung erfolgreich absolviert, hat sie zumindest für zwei Jahre eine feste Anstellung sicher. Und vielleicht auch länger. Das ist doch eine Perspektive. // Gero Trittmaack

INFO

Die Ausbildung zum Wasserbauer dauert drei Jahre. Sie ist als duale Ausbildung angelegt. Von Bewerbern werden gute Kenntnisse in Mathematik, Chemie, Physik und Deutsch erwartet, außerdem handwerkliches Geschick, eine gute Bewegungskoordination und Schwindelfreiheit. Eine bestimmte Schulbildung ist nicht vorgeschrieben. Laut Bundesagentur für Arbeit stellen die meisten Verwaltungen jedoch Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Der nächste. Ausbildungsstart bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in Rendsburg ist für den 1. August 2025 vorgesehen. Vergütung: 1068 Euro (1. Ausbildungsjahr), 1118 Euro (zweites Ausbildungsjahr), 1164 Euro (drittes Ausbildungsjahr). Zudem gibt es Weihnachtsgeld (90 Prozent des Monatsgehalts).


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