Erlebt jemand im Umfeld – eine Freundin etwa oder ein Kollege – einen Trauerfall, möchte man der Person gern beistehen und sein Mitgefühl aussprechen. Doch dabei die richtigen Worte zu finden, ist gar nicht so einfach.
Dabei bedarf es aber auch gar nicht unbedingt richtiger Worte. Wichtiger ist es, präsent zu sein, die Situation zu würdigen und das gemeinsam auszuhalten, empfehlen Trauerbegleiter.
Floskeln helfen selten weiter
Was man vermeiden sollte, sind Worte, die vermeintlich Trost spenden. Etwa, dass der Verstorbene nun an einem besseren Ort sei. Oder Sätze wie: „Das wird schon wieder.“ Für Trauernde fühlten sich solche Floskeln nämlich oft an, als würde man den Verlust damit kleinreden.
Den Trauerfall gar nicht anzusprechen und stattdessen mit anderen Themen abzulenken, sollte man jedoch ebenfalls vermeiden. Für die trauernde Person ist der Verlust ohnehin ständig präsent und die Angst, als nahestehende Person etwas zu triggern, wenn man es anspricht, ist daher unbegründet.
Trauerxperten raten: Wenn der Trauernde das Thema nicht von sich aus anspricht, kann man vorsichtig fragen: „Möchtest du darüber reden?“ Wenn es der Person hilft, über ihre Trauer zu sprechen, sollte man aktiv zuhören, nichts bewerten oder kleinreden und allen Gefühlen Raum geben.
Eigene Unsicherheit ansprechen
Bevor man sich in Floskeln verliert oder das Thema aus Verunsicherung ganz meidet, sollte man die eigene Hilflosigkeit lieber benennen. Man könnte etwa sagen: „Ich weiß gerade gar nicht, was ich sagen soll, aber ich bin da für dich und halte das mit dir zusammen aus.“
Wer sich um die trauernde Person sorgt, sollte die allgemeine Frage „Wie geht es dir?“ möglichst vermeiden. Viele Trauernde wüssten gar nicht, was sie darauf antworten sollen, weil es ihnen eben furchtbar geht, sagt Konstanzer. Stattdessen könne man gezielter fragen: „Wie bist du denn heute aufgestanden?“ oder „Hast du heute schon etwas gegessen?“
Empfehlenswert ist zudem, aktiv und ganz konkret Unterstützung anzubieten. Die meisten Trauernden haben gar nicht die Kraft, von sich aus um Hilfe zu bitten. Daher bringt es oft nicht viel, wenn man sagt: „Du kannst dich jederzeit melden.“ Sinnvoller sei es, selbst auf die trauernde Person zuzugehen und beispielsweise vorzuschlagen: „Ich kann heute Nachmittag vorbeikommen und eine Suppe oder einen Kuchen mitbringen.“ dpa