Seit 60 Jahren stehen die Mürwiker für Integration und Teilhabe am Berufsleben – eine anspruchsvolle Aufgabe. Eine weitere Herausforderung ist die Diskussion über die Zukunft der Werkstätten selbst. Bundespolitisch wird seit Jahren darüber diskutiert, wie mehr Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können.
Behindertenverbände und Fachpolitiker fordern eine stärkere Öffnung des Arbeitsmarktes und mehr Übergänge aus den Werkstätten in reguläre Beschäftigung. „Hier sehen wir aber nicht nur die Werkstätten in der Pflicht, sondern insbesondere Arbeitgeber und Politik. „Wenn wir mehr Übergänge verwirklichen wollen, müssen wir immer alle an einen Tisch bringen – und nicht nur die Werkstätten, die in der Regel schon diverse Modelle zur Unterstützung parat haben, zur Verantwortung ziehen“, erklärt Thomas Stengel, Geschäftsführer der Mürwiker. Auch die Finanzierung der Eingliederungshilfe entwickelt sich zunehmend zu einem politischen Konfliktfeld. Personal-, Energie- und Sachkosten, teils auch durch gesetzliche Vorgaben, wachsen deutlich schneller als die öffentlichen Haushalte. Viele Kommunen sehen sich deshalb einem erheblichen finanziellen Druck ausgesetzt. Die zentrale politische Frage lautet, wie die Teilhabe von Menschen mit Behinderung langfristig finanziert werden kann, ohne dass Leistungen eingeschränkt werden. Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass die Eingliederungshilfe weiter personenzentriert ausgerichtet wird. Träger wie die Mürwiker werden ihre individuellen Bildungs-, Arbeits-, Wohn- und Teilhabemöglichkeiten verfeinern und anpassen. Gleichzeitig bleibt die Sicherung der Finanzierung eine zentrale politische Aufgabe.
Was können die Mürwiker für Arbeitgeber tun?
Die Mürwiker suchen gezielt engagierte Partnerbetriebe in der Region, die Menschen mit Behinderung eine berufliche Perspektive auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eröffnen möchten. Über flexible Modelle wie Einzelaußenarbeitsplätze oder betriebliche Praktika begleiten die Mürwiker Unternehmen Schritt für Schritt bei der Inklusion. Neue Qualifizierungsangebote in Kooperation mit der IHK Flensburg schaffen zudem optimale Startbedingungen für den praxisnahen Einsatz in Bereichen wie Büro, Lager oder Gastgewerbe. woh