Endlich ist es wieder so weit. Das 20. Friedrichstädter Drachenboot-Festival wird mit Spannung erwartet. Am Samstag, 12. Juli 2025, werden sich ab 9 Uhr zahlreiche Teams auf der Regattastrecke "Am Westersielzug“ in Friedrichstadt, begleitet von dumpfen Trommelschlägen, untereinander messen. Der Schülercup findet dort bereits am 10. Juli statt.
Die Teilnehmer werden, wie jedes Jahr um "die Ehre des Drachen“ paddeln. Drachenbootrennen haben ihren Ursprung in China. Qu Yuan hatte progressive Ideen und prangerte Korruption und Intrigen am Hof offen an. Der Dichter wurde verbannt und ertränkte sich. Einheimische versuchten ihn zu retten. Hieraus entwickelte sich die Tradition des Drachenbootrennens.
In einem Drachenboot finden 14 bis 18 Personen Platz, dazu eine Steuerperson und ein Trommler. Die Boote sind zwölfeinhalb Meter lang und einen Meter sechzehn breit. Aufgrund des hohen Gewichts muss das ganze Team mit anfassen, um das Boot zu Wasser zu lassen. Drachenbootrennen wird als Freizeitspaß und nicht zuletzt als Teambuilding-Maßnahme gerne von verschiedensten Gruppen genutzt. Hier starten Feuerwehren, Firmen, Vereine, Freundeskreise und ganze Straßenzüge. Zwar steht der Spaß an erster Stelle, aber das Gruppensystem sorgt dafür, dass nur die sportlichsten Teilnehmer in die Hauptrunde kommen. Die weniger ambitionierten landen in der sogenannten „Trostrunde“.
Für Besucher des Festivals, die keinem Team angehören, und die während des Zuschauens Lust bekommen mitzumachen, gibt es ein interessantes Angebot: Sie können sich noch während der zwei Leute Veranstaltung zum "Jedermann Rennen“ anmelden. Angst braucht niemand zu haben, die Steganlage ermöglicht einen leichten Einstieg. „Es ist nicht schwierig für Anfänger mitzufahren, da sitzen immer nebeneinander, man kippt nicht um“, erklärt Kim Koltermann, Vorsitzender von der deutschlandweit bekannten Friedrichstädter Rudergesellschaft von 1926 e.V. „Außerdem ist 2004 ein neues Bootshaus gebaut worden, dadurch kann man die Strecke gut einsehen. Das kommt Zuschauern zugute.“
Die Drachenboote werden in Lübeck samt Steuerperson gemietet. Es wäre viel zu teuer, eigene Boote für eine Veranstaltung, die einmal pro Jahr stattfindet, zu kaufen. Die Preise lägen im fünfstelligen Bereich, erklärt Koltermann.
Das spannende Finale wird in Friedrichstadt etwa ab 17 Uhr ausgetragen. Wie immer wird ein nervenaufreibendes Kopf-an-Kopf Rennen zu bestaunen sein. Die Gruppen müssen eine Strecke von 250 Metern zurücklegen, ein gutes Team braucht etwa eine Minute für die Strecke.
Seit 2005 gibt es das Event in Friedrichstadt. Ursprünglich hatte Wolfgang Koltermann, Vater der Brüder Kim und Lars, die Idee für diese Veranstaltung. „Das ist allerdings kein Familienevent der Koltermanns. Ohne die zahlreichen engagierten Helfer und Mitorganisatoren wäre das hier nicht möglich“, betont Kim Koltermann. Er fügt hinzu, anfangs wären sie mit 13 bis 14 Booten gestartet, dann boomte die Veranstaltung und es seien über 30 Drachenboote am Start gewesen. Mittlerweile hat sich die Anzahl bei etwa 20 Booten eingependelt. Natürlich freue man sich über jede neue Anmeldung.
Was erwartet die Besucher des Drachenboot-Festivals? „Es ist eine großartige Veranstaltung für die ganze Familie. Es gibt ein Abwechslung-Rahmenprogramm, reiches Getränke und leckeres Essen. Die kleinen Besucher können sich auf den Hüpfburgen austoben und beim Kinderschminken verändern lassen“, freut sich Kim Koltermann. Er fügt hinzu: "Außerdem wird ein DJ am Abend für gute Stimmung sorgen“.