Wer kann mit Jahren 150 schon von sich behaupten, er sei noch so richtig aktiv und stünde mitten im Leben? Dass man in einem so hohen Alter noch lange nicht zum alten Eisen gehört, beweist Tag für Tag die Steinburger Mühle. Die 1467 erstmals in Geschichtsbüchern erwähnte Mühle gelangte 1874 in den Besitz von Johann Schippmann und wird noch heute erfolgreich in bereits fünfter Generation von der Familie betrieben.
Zu dem großen Angebot des Agrarhandels mit Sitz in Steinburg und Dägeling gehören neben Futtermittel jeglicher Art auch Düngemittel, Brennstoffe und Gartenbedarf. Schüttgut wie Mutterboden, Kies, Sand und Recycling sowie Stückguttransporte und Lagerung runden die Angebotspalette des zertifizierten Saatgetreideherstellers noch einmal ab. Mit der stetigen Weiterentwicklung des Unternehmens setzt die Familie Schippmann stets auf Kontinuität.
Seit Firmengründung war es für die Familie ein langer Weg. Denn erst seit dem 20. Jahrhundert wird die Mühle mechanisch betrieben, so dass der Antrieb der Mahlgänge mit Hilfe von Maschinen erfolgt. „Die Flügel der Mühle waren deshalb praktisch funktionslos geworden und sind im Zweiten Weltkrieg abgebrochen worden“, sagt Torsten Schippmann und erklärt, dass die Mühle anfangs noch für die Grützmacherei genutzt wurde. Da sich der Betrieb auf die Gerstenverarbeitung spezialisiert hatte, war die Mühle schnell zu einem wichtigen Lebensmittellieferanten für die damals übervölkerten Dörfer geworden.


Seit der Anerkennung zur amtlich genehmigten Lohnsaatbeizstelle in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gehört die Saatgutaufbereitung zur Kernkompetenz des Betriebes. Mit der Herstellung von Futtermitteln und dem Getreidehandel seien Anpassungen an die sich ständig verändernden wirtschaftlichen Voraussetzungen erfolgt. Heute sei die Mühle so eng mit der Landwirtschaft verbunden, dass sie schon fast ein Teil ihrer selbst sei. Noch genau erinnert sich die Familie Schippmann daran, dass bis 1990 noch Mischfutter in der Mühle hergestellt worden sei. Seitdem sei der Betrieb stetig ausgebaut, erweitert und modernisiert worden - eben für den Handel mit Produkten für Landwirtschaft und Garten. „Wegen des umfangreichen Sanierungsbedarfes wurde vor über zehn Jahren zudem der Entschluss gefasst, den Mühlenturm abzutragen“, blicken die Schippmanns auf das Jahr 2013 zurück. Dankbar sei die Familie, dass der Achtkant der Steinburger Mühle damals von fachkundigen niederländischen Mühlenbauern im Wilhelmus Hollandpark bei Berlin wieder errichtet wurde und dort seit zwei Jahren sogar besichtigt werden könne.
Kristina Mehlert