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„Zeitung in der Schule“: Unterricht mit den Husumer Nachrichten

Jedes Jahr beschäftigen sich hunderte Schüler mit den Husumer Nachrichten im Unterricht. Foto: Marcus Dewanger

Medienkunde: Junge Leser in Schule und Kita - zweimal im Jahr wird Möglichkeit geboten, Tageszeitung näher kennenzulernen. Während Projektzeitraum gibt es Zeitung kostenlos

Die Husumer Nachrichten sind nicht mehr nur tägliche Lektüre daheim oder im Büro, sondern werden auch regelmäßig als „Schulbuch“ genutzt. „Zeitung in der Schule“ oder kurz „Zisch“ nennt sich das Angebot, bei dem die jungen Leser zweimal pro Jahr die Möglichkeit haben, im Unterricht unter Anleitung ihrer Lehrerinnen und Lehrer ihre Tageszeitung kennenzulernen. Mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler - von den Leseanfängern im Grundschulalter bis hin zu jungen Erwachsenen in den Berufsschulen - sind jedes Mal dabei. Manche Schulen nutzen das Angebot bereits seit vielen Jahren regelmäßig.

Während des Projekt-Zeitraums erhalten die Teilnehmer täglich kostenlos ihre Tageszeitung und beschäftigen sich gezielt mit dem Thema Medienkunde. Die Lehrkräfte werden im Rahmen des pädagogischen Projekts bei der Vermittlung von Medienkompetenz im Unterricht unterstützt. Das Angebot soll den jungen Lesern helfen, den sicheren Umgang mit Informationsmedien zu lernen. Darüber hinaus stärkt das Projekt die Lese- und Schreibfähigkeiten. Doch die Husumer Nachrichten werden an vielen Schulen nicht nur im Deutschunterricht genutzt. Auch manch politisches, wirtschaftliches oder naturwissenschaftliches Thema lässt sich gut in den Lehrplan integrieren. Damit jeder Teilnehmer problemlos sowohl im Klassenraum als auch von Zuhause dabei sein kann, bekommen die Schulen Zugangsdaten für eine kostenlose Digital-Nutzung der sh:z-Veröffentlichungen. Damit können sie die jeweiligen Klassen anmelden. Die für das Projekt zuständige Agentur versorgt die Lehrer im Projektzeitraum mit Tipps für den Unterricht in Form eines Newsletters.

Wenn eine Klasse es möchte, kann sie im Zuge des Projekts auch selbstgewählte Themen aus dem Verbreitungsgebiet der Husumer Nachrichten recherchieren und dazu Artikel schreiben. Die können die Nachwuchsreporter anschließend auch in ihrer Tageszeitung lesen.

Vor einigen Jahren wurde das Programm für die jüngsten Leser ausgeweitet und das Projekt „Zikita - Zeitung in der Kindertagesstätte“ ins Leben gerufen. Besonders die Vorschulkinder, die in ihrer Kita erste Erfahrungen mit Buchstaben sammeln, sind mit Begeisterung dabei. Vor allem die Sympathiefiguren des sh:z, die Ente Paula und der Blauwal Piet, die die Aktion begleiten, haben es ihnen angetan. Und auch das altersgerechte Arbeitsmaterial findet bei den Kindergartenkindern Zuspruch, weil es an „ein echtes Schulheft“ erinnert. Mit Hilfe ihrer Erzieherinnen und Erzieher erschließen sich die Kinder in erster Linie über interessante Fotos in den Husumer Nachrichten die Neuigkeiten aus ihrer Umgebung, lassen sich die entsprechenden Artikel gern vorlesen und diskutieren über manche Thematik. Und weil man mit Zeitungsseiten tolle Sachen aus Pappmaché basteln oder super toben kann, ist Zikita für viele kleine Nordfriesen ein echtes Highlight.

Seit dem Frühjahr 2022 engagieren sich die Husumer Nachrichten zusätzlich in dem Projekt „Journalismus macht Schule in Schleswig-Holstein“. Dabei handelt es sich um eine Kooperation des Landesbeauftragten für politische Bildung, der Gesellschaft für Medienkultur und Qualitätsjournalismus (Hamburg) und dem bundesweiten Verein „Journalismus macht Schule“. Das Projekt hat es sich zum Ziel gemacht, Schülern Wissen über die Arbeitsweise im Journalismus zu vermitteln und zur Auseinandersetzung mit aktuellen Themen anzuregen. Insbesondere besorgniserregende Entwicklungen wie die Verbreitung von Verschwörungstheorien, Desinformationen und die Arbeitsweise mit Social Media sollen zur Sprache kommen. Das Angebot richtet sich an Klassen ab der 9. Jahrgangsstufe und beinhaltet ein 90-minütiges Gespräch.

Doch auch die Teilnehmer des Zisch- und Zikita-Projekte bekommen auf Wunsch Besuch von einem Redakteur, der dann von der täglichen Arbeit oder vom stetigen Wandel des Journalismus im digitalen Zeitalter erzählt. Natürlich dürfen die Kitakinder und Schüler dabei auch ihre Fragen stellen. Und die haben es manchmal ganz schön in sich so wie es sich bei guten Nachwuchsreportern gehört: So wurde ein Redakteur einst von einem Grundschüler nach Schilderung des Arbeitsalltags schon mal gefragt: „Sagen Sie, bekommen Sie eigentlich genug Schlaf?“ Darüber denkt der heute noch manchmal nach. Dörte Moritzen

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