Die Schwabstedterin Rosi Rusch liest seit mehr als einem die Die halben Jahrhundert Husumer Nachrichten. Lektüre halte sie nicht nur auf dem Laufenden, sondern auch geistig fit.
Seit 150 Jahren landen die Husumer Nachrichten in den Briefkästen und Zeitungsständern der Region. Seit 55 Jahren erhält auch Rosi Rusch aus Schwabstedt ihre tägliche Ausgabe. Solange sind die 74-Jährige und ihr Mann Manfred (76) schon Abonnenten.
„Wir teilen uns das Abo mit meiner Cousine. Die liest die Zeitung am Morgen und bringt sie uns mittags vorbei“, sagt Rosi Rusch. Sie überfliegt zunächst einige Artikel, um sich auf den neusten Stand des Welt- und Lokalgeschehens zu bringen. Am Abend widmet sie sich dann der ausgiebigen Lektüre.
Ein Ritual, auf das sie sich jedes Mal freut. Auch, weil sie gewissermaßen mit den Husumer Nachrichten aufgewachsen ist. „Meine Eltern hatten die Zeitung abonniert. Ich habe als Kind hineingeschaut und mich gefreut, wenn ich etwas lesen konnte.“ Als junge Frau habe sie dann selbst ein Abo abgeschlossen - und bis heute beibehalten.
Wissen, was vor Ort passiert
„Es ist wichtig zu wissen, was in der Welt vor sich geht. Aber auch, was bei uns vor Ort passiert. Wer gestorben ist, wer Geburtstag hat, welche Veranstaltungen anstehen“, sagt Rosi Rusch. Jede Ausgabe lese sie sich von vorne bis hinten durch, löst zudem die Rätsel. Nur den Sportteil behandele sie stiefmütterlich.
Das hält Rosi Rusch bis heute geistig fit. Früher half es ihr auch bei der politischen Arbeit. Jahrelang saß die 74-Jährige in der Schwabstedter Gemeindevertretung, als einzige Frau unter Männern. „Ich musste gut informiert sein, um mich durchsetzen zu können“, sagt sie.
Am liebsten die gedruckte Zeitung
Ein Umstieg auf die digitale Ausgabe kommt für sie nicht infrage. „Ich habe kein Smartphone, und ich will auch keins haben.“ Vielen älteren Menschen gehe genauso, sagt Rosi es h Rusch, die den Seniorenetreff Kirchspiel Schwabe stedt leitet.
Außerdem halte sie die Zeitung einfach gern in den Händen. „Und ich mag den Geruch. (( Am liebsten schlägt sie die Husumer Nachrichten in ihrem Garten oder am Ufer der Treene auf. Und das seit über einem halben Jahrhundert. Marc Dimpfel