
Liebe Leserinnen und Leser
150 Jahre Husumer Nachrichten - zu diesem besonderen Jubiläum gratuliere ich, auch im Namen des Stadtverordnetenkollegiums, recht herzlich.
1873 wagten zwei junge Buchdrucker den Schritt in die Selbstständigkeit: Christian Jessen und Jacob Christian Petersen. Sie schafften es aus eigener Kraft, die Husumer Nachrichten zu gründen und das ganz ohne staatliche Förderung oder als Start-up-Projekt. Sie legten das Fundament des immer noch bestehenden Mediums, das seit vielen Jahrzehnten dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag angehört.
Über ein Jahr nach dem Erscheinen ihrer ersten Ausgabe, im Mai 1874, wurde die Pressefreiheit in Deutschland verankert, wenn auch seinerzeit noch mit kleinen Lücken und Unterbrechungen, wie dem Sozialistengesetz, Militärzensur und Berufsverboten. Viele Länder beneiden uns mittlerweile um die Freiheit der Presse, die es unbedingt zu bewahren gilt.
Ich persönlich lese die Husumer Nachrichten auf meinem Smartphone. Für andere hingegen gehört der Gang zum Briefkasten zum morgendlichen Ritual, um um anschließend beim Frühstück in der Zeitung zu blättern und sie zu lesen. Das Beschaffen von Informationen hat sich verändert, genauso wie sich die Welt ständig verändert. Printmedien sind nach wie vor ein fester Bestandteil, doch wie lange noch? Der Wandel von Papier zu Digital stellt auch die Zeitungsverlage vor große Herausforderungen.
Mit Blick auf unsere Stadtgeschichte ist die Tageszeitung eine wichtige Zeitzeugin. Sie hat die Menschen und ihre Geschichten durch die vielen Jahre begleitet und sorgt seither für Meinungsvielfalt und Meinungsbildung.
Ich wünsche den Husumer Nachrichten alles Gute zum Jubiläum und weiterhin viel Erfolg. Dem Redaktionsteam wünsche ich viel Zeit für die Geschichten der wunderbaren Menschen in Husum und der Region sowie für die Recherche, dem unverzichtbaren Instrument journalistischer Sorgfalt.
Herzliche Grüße aus dem Rathaus sendet Robert Koch