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Nordfriesland - ein Flächenland als Herausforderung für die tägliche Zustellung

Birgit Heldt und Violetta Lenertz-Thiessen sind Zustellerinnen mit Leidenschauft

Die Nacht ist ihre Tageszeit: Violetta Lenertz-Thiessen sieht man eher selten am Tag und in dieser Pose. In den frühen Morgenstunden verteilt sie die aktuelle Ausgabe der Husumer Nachrichten an die wissensdurstige Abonnentenschar.
Die Nacht ist ihre Tageszeit: Violetta Lenertz-Thiessen sieht man eher selten am Tag und in dieser Pose. In den frühen Morgenstunden verteilt sie die aktuelle Ausgabe der Husumer Nachrichten an die wissensdurstige Abonnentenschar.

D er Tag beginnt für viele Husumer und Bewohner des Husumer Umfeldes mit einem Frühstück und der aktuellen Ausgabe der Husumer Nachrichten. Gut, wohl niemand der jetzigen Lesenden wird die erste Ausgabe als druckfrisches Exemplar in den Händen gehalten haben - denn das ist nun beachtliche 150 Jahre her. Eines aber ist erhalten geblieben: Die Zustellung erfolgt in dem Flächenland entlang der westlichen Küstenlinie bis zur sprichwörtlich „letzten Milchkanne“. Dafür sorgen für 9700 Abonnenten der Husumer Nachrichten 151 Zustellende mit PKW, Fahrrädern oder zu Fuß. Man erkennt sie teilweise leicht an den blauen Lastenrädern, welche sukzessive durch E-Bikes ergänzt werden. Wenn die Welt dort draußen schläft, packen Mitarbeitende der Zustellgesellschaft an sechs Tagen in der Woche die aus dem Druckzentrum in Büdelsdorf angelieferten Exemplare in bereitgestellte Fahrzeuge und machen sich auf den Weg bis in den entlegensten Winkel Nordfrieslands. Auf diese Weise gelangen jährlich knapp drei Millionen Zeitungen pünktlich zu einer weit verstreuten Leserschaft, die schon morgens auf die relevantesten Schlagzeilen der vergangenen Stunden wartet. Nicht selten haben sich zwischen den Boten und Lesenden Bindungen entwickelt, die insbesondere für ältere Menschen in weniger urbanisierten Gebieten wichtige Eckpfeiler ihrer Tagesstruktur sind. Man kennt sich eben, schätzt Verbindlichkeiten und kann sich schon gleich über die wichtigsten Nachrichten austauschen. Mit der Gemeinschaft der Zustellenden ist eine Brücke zwischen dem Format Printmedium und Leserschaft entstanden, welche nicht nur Inhalte, sondern auch Menschlichkeit transportiert. Die Zustellgesellschaft erhält durch ihre Mitarbeitenden Persönlichkeiten, Gesichter und Ansprechpartner. In den vergangenen Jahren haben sich die Anforderungen für das Verlags- und Zustellungswesen erheblich verändert, die Tätigkeitsfelder sind komplexer geworden. Auch im Sinne des Umweltschutzgedankens wurden Synergien geschaffen, bei denen beispielsweise Einzelbelieferungstouren von Spediteuren übernommen wurden. Über diese Möglichkeit konnten Herausforderungen gemeistert und eine flächendeckende Zustellung realisiert werden.

Perspektivisch wird es innerhalb des Zustellgebietes eine durchdacht aufgebaute Depotstruktur mit umweltfreundlichen Lieferfahrzeugen geben, welche die Zustellung noch effizienter und nachhaltiger gestaltet. Neben der Tageszeitung gehören seit geraumer Zeit auch Briefzustellungen in den Aufgabenbereich der Zustellgesellschaft. Wer also einen Umschlag mit dem signifikanten Stempel NordBrief in seinem Briefkasten vorfindet, kann sicher sein: Auch hier waren die fleißigen Hände der Zustellgesellschaft am Werk.

Meditation, Sport und gesellschaftlicher Nutzen: Mit ihrer Aufgabe als Zustellerin bringt „Vio“ ein Stück Zufriedenheit in viele Husumer Haushalte.
Meditation, Sport und gesellschaftlicher Nutzen: Mit ihrer Aufgabe als Zustellerin bringt „Vio“ ein Stück Zufriedenheit in viele Husumer Haushalte.

Eine Aufgabe der Zustellenden ist zudem weggefallen: „Früher sind unsere Boten noch mit dem Quittungsblock unterwegs gewesen und haben vor Ort kassiert“, weiß Christoph Welsch, Regionalleiter der Zustellgesellschaft Schleswig-Holstein. Diese Zeiten sind im Zuge elektronischer Zahlungswege obsolet. Falls es noch Bares in die Hand gibt, handelt es sich um den Dank der Leser in Form eines Weihnachtspräsentes.

Aber auch das Erscheinungsbild innerhalb der Logistikorganisation hat sich verändert. 

Bediente man sich früher großrahmiger Landkarten, um die einzelnen Bezirke zu planen, sorgt heute eine Spezialsoftware für Bezirksberechnungen und kann den Zustellenden auf diese Weise optimale Wegberechnungen und -empfehlungen in ihren Bereichen vorschlagen. Effizienz in der Tätigkeit ist am Ende ein Gewinn für die Boten, denn der frühere Feierabend ist ein echter Anreiz, sich auf das System zu verlassen. Ob zu Fuß, per Rad oder, aufgrund der Weitläufigkeit, dann doch mit dem PKW: Für jeden Zustellbezirk wird das optimale Verkehrsmittel ermittelt, damit die Zustellung effektiv, zügig und umweltschonend erfolgen kann. Und für so manche stellt die tägliche Botentätigkeit zeitgleich ein individuelles Sportprogramm im beruflichen Kontext dar.

Frühaufsteherinnen aus Leidenschaft

Das Lesen der Zeitung am Morgen ist für viele festes Ritual. Aber wer sind die Menschen, welche täglich, bei jedem Wetter und dann, wenn die Meisten noch selig schlummern, die aktuelle Ausgabe zustellen? Birgit Heldt und Violetta Lenertz-Thiessen lieben ihre Tätigkeit bei der Zustellungsgesellschaft. Die Hattstedterin Birgit Heldt schwingt sich seit 31 Jahren mit extremer Zuverlässigkeit um 4.15 Uhr aus dem Bett und auf ihr Rad, um in ihrem Bezirk die Husumer Nachrichten und Briefsendungen zuzustellen. Die treue Zustellerin wurde bereits mehrfach dafür durch den Verband der Zeitungsverlage, die Landespolitik und ihren Arbeitgeber öffentlich gelobt und ausgezeichnet. „Unser Sohn hat sich damals über die Zustellung der Husumer Nachrichten ein wenig dazuverdient. Darüber kam ich zu der Tätigkeit. Ich erfahre sehr viel Wertschätzung innerhalb der Gemeinde hier. Auch als es um die Straßenbeleuchtung ging, wurde auf mich Rücksicht genommen. Ich kann mir ein Ende meiner Tätigkeit noch gar nicht vorstellen. Vom Gefühl her könnte ich das immer machen“, lacht die bei allen geschätzte Zustellerin, welche im September für ihr Jahrzehnte langes Engagement geehrt wird.

Zustellerin Birgit Heldt erfährt in ihrer Heimatgemeinde Hattstedt hohe Wertschätzung für ihr seit 31 Jahren unermüdliches Engagement.
Zustellerin Birgit Heldt erfährt in ihrer Heimatgemeinde Hattstedt hohe Wertschätzung für ihr seit 31 Jahren unermüdliches Engagement.

„Für mich ist das morgendliche Austragen pure Meditation.“ Violetta Lenertz-Thiessen strahlt von innen heraus und wirkt gelassen, als sie davon erzählt, dass ihr Wecker um 2.15 Uhr klingelt. „Es ist Sport, Meditation und den Kopf freibekommen, verbunden mit dem erfüllenden Gefühl, meinen Abonnenten schon morgens eine Freude zu machen.“ Hin und wieder kommt es vor, dass eine Haustür aufgeht und der quirligen Zustellerin mitten in der Nacht ein „Danke“ entgegenschallt. „Wenn ich dann von meiner Runde zurück bin, erwartet mein Mann mich mit einem Becher Kaffee. Ein Tag kann für mich nicht schöner beginnen. Egal ob es schneit, in Strömen regnet oder eine milde Sommernacht mich begleitet.“ Und schlechtes Wetter gibt es in Nordfriesland bekanntlich nicht. Nur unpassende Kleidung, weiß die Husumerin.

Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als meinen Tag mit der Zustellung der Husumer Nachrichten und auch einigen Briefen zu beginnen.“ Zwei Geschichten, welche widerspiegeln, dass die Tätigkeit bei der Zustellgesellschaft mehr ist. Das Glück liegt im Verborgenen, in den leisen Stunden des Tages, wenn treue Menschen dafür sorgen, den Tag mit einem Lächeln und der neuesten Zeitungsausgabe zu beginnen.

Interview Geschäftsführer Herr Ganz

1. Wie lange sind Sie bereits als GF der ZG tätig?
Seit rund 10 Jahren.

2. Was zeichnet das Unternehmen Ihrer Wahrnehmung nach aus?
- Nähe zwischen Zentraleinheiten, Zusteller und Kunden
- Arbeiten als Team
- Flexibilität und Belastbarkeit (z.B. auch Zustellung im Winter/Sturm)

3. Welchen Beschäftigungsrahmen bietet die ZG? Tätigkeitsfelder und Arbeitszeitansätze?
Alle Beschäftigungsverhältnisse von Minijob bis Vollzeit Einsatzgebiete:
1. Verwaltungseinheiten mit spezialisiertem Anforderungsprofil, z.B. Logistik-Planung, Zustellerdisposition, Produktions-/Schichtleiter, QM, Gebietsplanung …
2. Zusteller, Verteiler von Minijob bis Vollzeit

4. Was verbirgt sich hinter „besseralsdudenkst“?
Eine Bewerberplattform mit „echten Stories“ (auch in Videos aus dem Zustellalltag) aus dem Zustellbereich, klaren Fakten und einfachem Bewerbungsablauf.

5. In die Lage eines Zustellenden versetzt: Welchen Bezirk würden Sie gerne übernehmen?
Einen Fahrradbezirk mit hohem Naturanteil.

Meine Favoriten:
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