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Nordfriesland Museum in Husum: „Durchlaucht lässt bitten... Prinzessin Vilma Lwoff-Parlaghy Porträtmalerin der New Yorker High Society“

Portrait Ludwig Nissen. FOTOS: MUSEUMSVERBUND NF

Neue Sonderausstellung von Tanja Brümmer mit Museumteam für New Yorker Malerfürstin, die vor 100 Jahren verstorben ist

Wir sind hier alle ganz verliebt“, bringt Tanja Brümmer die Begeisterung ihres Museumsteams für die New Yorker Malerfürstin und Prinzessin Vilma Lwoff-Parlaghy auf den Punkt. Die war in der Tat eine schillernde Gestalt und verstarb am 28. August 1923, also vor genau 100 Jahren.

Grund genug, der gebürtigen Ungarin, die sich zunächst in Europa und dann auch in den USA künstlerisch und gesellschaftlich in Szene zu setzen verstand, mit einer Sonderausstellung im Nordfriesland Museum zu ehren.

Dass die 1863 geborene Malerin, die es vor allem mit ihren Porträts von Otto Fürst Bismarck, dem US-Unternehmer Andrew Carnegie, dem Erfinder, Physiker und Elektroingenieur Nikola Tesla und vielen anderen zu Weltruhm brachte, den Weg nach Husum fand, ist dem Stifter des nach ihm benannten Ludwig-Nissen-Hauses zu verdanken.

Nissen, 1855 in Husum geboren, hatte sich in den Vereinigten Staaten sprichwörtlich vom Tellerwäscher zum Millionär hochgearbeitet und war ein großer Freund der Kunst. Als wohlhabender Bürger von New York kannte er natürlich Lwoff-Parlaghy, die ihn später auch porträtieren sollte. Und als nach Parlaghys Tod deren Nachlass versteigert wurde, nutzte Nissen seine Gelegenheit, um große Teile davon aufzukaufen und seiner Sammlung hinzuzufügen.

Tragischer Nebenaspekt: Er selbst hatte nicht sehr lange gut davon, starb nur wenige Monate nach ihr. Sein 100. Todestag jährt sich am 26. Oktober kommenden Jahres.

Aber was genau macht die Malerfürstin so einzigartig und faszinierend? „Dass sie so vielseitig ist“, beschreibt es die Leiterin des Museumsverbundes. Über kaum eine Frau ihrer Zeit gibt es so viele Anekdoten. Und auch wenn nicht immer ganz klar ist, was davon stimmt oder was der überbordenden Fantasie entspringt, mit der diese extravagante Person betrachtet wurde, so gut verstand es Lwoff-Parlaghy, sie für sich zu nutzen. Dabei lag ihr die Welt sprichwörtlich zu Füßen, wenn sie nicht selten in finanzieller Bedrängnis – in ihr schon damals sündhaft teures New Yorker Domizil an der Fifth Avenue einlud.

Bei solchen Gelegenheiten empfing die Malerin ihre illustren Gäste gern schon einmal auf einem persischen Krönungsteppich thronend. Außerdem pflegte sie beste Kontakte zu den umliegenden Museen, anderen Künstlern und der benachbarten High Society. Und im Central Park sorgte Lwoff Parlaghy für Aufsehen, weil sie dort nicht mit einem halben Dutzend gut frisierter Pudel, sondern ihrem Löwen Goldfleck spazieren ging. Aber noch wichtiger als das waren ihre Fähigkeiten als Malerin.

So soll Franz von Lenbach sie zu seiner einzigen Maler-Schülerin auserkoren haben, weil sie eines seiner Werke täuschend echt kopiert hatte. Mit ihren Porträts, von denen sich dank Ludwig Nissen viele in der Sammlung des Museumsverbundes Nordfriesland befinden, hat sich Lwoff-Parlaghy einen Platz in der Kunstgeschichte gesichert. Zugleich war sie aber auch eine passionierte Sammlerin – unter anderem von mittelalterlicher und amerikanischer Kunst sowie Schmuck und Juwelen, deren Wert in die Millionen ging. „Aber vor allem hat sie sich früh in einer von Männern beherrschten Welt behauptet“, bilanziert Brümmer. Und obwohl sie von ihrem Mann, dem russischen Prinzen Lwoff und ersten Premierminister der russischen Republik, geschieden war, durfte sie weiterhin dessen Namen sowie den Titel Prinzessin tragen.

„Ach, es gäbe noch so vieles über Vilma Prinzessin Lwoff-Parlaghy zu erzählen, aber ein bisschen was soll ja auch der Ausstellung zu ihrem 100. Todestag vorbehalten bleiben, die via Instagram parallel in New York und Paris zu sehen sein wird.“

Laufzeit: 17. September 2023 bis 4. Februar 2024
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11:00 bis 17:00 Uhr

Nordfriesland Museum. Nissenhaus
Herzog-Adolf-Straße 25
25813 Husum
www.museumsverbund-nordfriesland.de

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