Es sind Kisten voller Lebensmittel, die sonst vielleicht im Müll landen würden. Brot vom Vortag, Obst mit kleinen Schönheitsfehlern, haltbare Waren, die im Handel keinen Platz mehr haben. In Itzehoe bekommen diese Lebensmittel eine zweite Chance - und werden für Menschen, die Unterstützung brauchen, zu etwas ganz anderem: zu einer wichtigen Hilfe im Alltag.

Rund 100 Ehrenamtliche helfen
Seit mittlerweile 26 Jahren gibt es die Tafel Itzehoe. Was damals mit dem Gedanken begann, überschüssige Lebensmittel sinnvoll weiterzugeben und gleichzeitig Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen, ist längst zu einer festen Größe in der Stadt geworden. Hinter der Arbeit stehen heute rund 100 Ehrenamtliche, die immer wieder dafür sorgen, dass die Hilfe Woche für Woche ankommt.
Mittwochs und freitags herrscht bei der Tafel besonders viel Betrieb. An beiden Ausgabetagen werden jeweils zwischen 140 und 170 Familien mit Lebensmitteln versorgt. Dass hinter jeder Zahl Menschen und ihre ganz unterschiedlichen Geschichten stehen, lässt Tafelsprecherin Ellen Golinja von der Tafel nicht unerwähnt. Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen und Menschen, bei denen das Geld am Monatsende einfach nicht mehr reicht.
Dass die Tafel diese Aufgabe bewältigen kann, ist vor allem denjenigen zu verdanken, die ihre Zeit schenken. Sie sortieren Lebensmittel, bereiten die Ausgabe vor, packen Kisten, helfen Kunden und übernehmen unzählige Aufgaben, die für Außenstehende oft unsichtbar bleiben. „Ohne unsere Ehrenamtlichen wäre die Arbeit der Tafel nicht möglich“, macht Golinja weiter deutlich.
Doch gerade an einer Stelle wird die Unterstützung derzeit dringend gebraucht: bei den Reinigungsarbeiten im Lebensmittelbereich. „Hygiene ist dort unverzichtbar, gleichzeitig bedeutet sie zusätzlichen Aufwand für das ohnehin stark geforderte Team“, sagt Golinja weiter und hofft Menschen zu finden, die bereit sind, regelmäßig einige Stunden mit anzupacken.
Kristina Mehlert