Lebensmittel retten und Menschen unterstützen – mit diesem Anspruch wurde im Jahr 2000 die Tafel Itzehoe gegründet. Bis heute verfolgt die Einrichtung genau dieses Ziel: Noch gute, aber überschüssige Waren aus dem regionalen Handel einzusammeln und an Menschen weiterzugeben, die auf Unterstützung angewiesen sind. Rund 100 Ehrenamtliche halten in Itzehoe den Betrieb am Laufen und versorgen zweimal wöchentlich mehr als 300 Haushalte mit zahlreichen Familienangehörigen.
Sprecherin Tafel Itzehoe
"Ohne die Unterstützung vieler Menschen könnten wir unsere Arbeit nicht leisten“, betont Sprecherin Ellen Golinja. Immer wieder erhält die Tafel Unterstützung aus der Region: Benefizaktionen bringen wichtige Einnahmen, Schulen, Firmen und Vereine spenden Lebensmittel oder Geld. "Für dieses Engagement sind wir unglaublich dankbar“, sagt Golinja. Auch die Tafel selbst beteiligt sich aktiv am Stadtleben - etwa mit einer Tombola auf dem Weihnachtsmarkt, deren Einnahmen vollständig in den Betrieb der Einrichtung fließen.
Doch trotz aller Unterstützung steht die Tafel immer wieder vor großen Herausforderungen. "Durch die stark gestiegene Zahl an Bedürftigen können wir derzeit nur eingeschränkt neue Kunden aufnehmen", erklärt Golinja. Der Aufnahmestopp solle jedoch niemanden entmutigen: Interessierte könnten sich online registrieren und würden auf eine Warteliste gesetzt.
"Meist ist eine Aufnahme bereits nach vier bis sechs Wochen möglich“, sagt Golinja weiter. Ältere Menschen oder Menschen ohne Internetzugang erhalten selbstverständlich persönliche Hilfe vom Team um Tafel-Leiter Torben Ahmling.
Tafel-Leiter
Die Belastung für die Mitarbeitenden ist sehr hoch
Weil die Zahl der Hilfesuchenden weiter steigt, wächst auch der Bedarf an Freiwilligen. "Wir suchen dringend engagierte Menschen, die ein paar Stunden ihrer Zeit investieren möchten“, so Golinja. Die Belastung für die Mitarbeitenden sei momentan hoch, weshalb die Tafelleitung besonders darauf achte, das Team gut zu unterstützen.
Wichtig ist dem TafelLeiter zudem, ein klares Zeichen zu setzen: Die Tafel Itzehoe stehe ohne Einschränkung für Humanität, Fairness und Solidarität. "Wir tragen soziale Verantwortung und setzen uns für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln ein", betont er. "Wir helfen allen, die unsere Unterstützung benötigen - unabhängig von Herkunft, Kultur oder Religion. Für uns zählt nicht, wo jemand herkommt, sondern wie wir helfen können."

Vielfalt, Toleranz und ein respektvolles Miteinander
Damit zeigt die Tafel Itzehoe eindrücklich, wofür sie steht: für Vielfalt, Toleranz und ein respektvolles Miteinander. Und auch wenn sie weiterhin dringend auf Lebensmittel- und Geldspenden angewiesen ist, bleibt ihr Anspruch unverändert: Ein verlässlicher Anker für Menschen zu sein, die Unterstützung brauchen.
Kristina Mehlert