ST. PETER-ORDING
Der kleine Flugplatz am Südrand von SPO ist nicht nur Freizeit- und Verkehrslandeplatz zum Auftanken. Von hier startet auch die Rettung per Helicopter. Verantwortlich für diese Rettung ist die Northern Helicopter GmbH, die ständig hier präsent ist und in unterschiedlicher Besetzung startet. Der Schwerpunkt der Rettungseinsätze in den letzten Jahren lag auf der Nordsee: „Wenn jemand einen Unfall hatte auf einer Offshore-Windkraftanlage, fliegen wir hin und holen den Verunfallten!“, sagt der leitende Stationsarzt Dr. Thomas Zugck, der ansonsten halbtags als Anästhesist im WKK in Heide arbeitet.
Das seien die üblichen Unfälle wie auf jeder anderen Baustelle auch. Er zählt auf: „Vom Gerüst fallen, Armbruch, Schlaganfall, Herzinfarkt, Unterzuckerung.“ Solche Einsätze werden von den Windkraftbetreibern bezahlt, so dass nebenbei auch die Rettung von Privatpersonen möglich ist. Wenn Halligen überflutet werden, ein Kite-Surfer zu weit abgetrieben ist oder sich Fußgänger im Watt verirrt haben, ist die Crew zur Stelle.
„Oft sind es weite Wege von See an Land“, erklärt der Arzt, „deshalb müssen wir schon während des Fluges die Behandlung anfangen, die bei Rettung von Land erst in der Notaufnahme gemacht wird.“ Der Helicopter NR01 ist immer mit einer fünfköpfigen Crew besetzt: Zwei Piloten, ein Winden-Operator, der zugleich Techniker ist, dazu Notarzt und Sanitäter und somit nur noch Platz für einen Verunfallten für die intensiv medizinische Sofort-Behandlung. Wenn allerdings „nur“ Bewohner von Halligen zu evakuieren sind, können mehrere Personen gleichzeitig mitgenommen werden.
Notfall-Sanitäter und Notarzt sind in Höhenrettung, der Sanitäter zudem in Wasserrettung ausgebildet. Dafür muss regelmäßig einmal im Monat trainiert werden. Der Winden-Operator an der Winde hat die oft komplizierte Aufgabe, Arzt und Sanitäter exakt auf einem Schiff oder Kutter abzusetzen, auch wenn wenig Platz ist. Auch das wird regelmäßig geübt. Wenn weiter westlich in der Nordsee, in der Nähe der ostfriesischen Inseln, Hilfe angefordert wird, fliegt die Crew auch dorthin.
Eine weitere NHC-Station gibt es auf Rügen, eine neue Offshore-Ambulanz in Norden/ Norddeich vor Norderney. Etwa 220 Einsätze pro Jahr meistern die Rettungskräfte von SPO aus, sogar nachts im Dunkeln.
ari
Heimatmuseum Oldenswort mit neuem Anstrich
OLDENSWORT
Mitten im Ortskern in der Oldensworter Dorfstraße steht ein Gründerzeithaus, das seit gut zehn Jahren das kulturelle Zentrum des kleinen Ortes bildet. Links vom Eingang befindet sich das schmucke „Café blaublütig“, rechts die heimatkundliche Sammlung.
Dieser museale Bereich hat vor kurzem einen frischen altrosa Anstrich bekommen und eine gestalterische Umwandlung erfahren. Der Inhalt ist es wert, denn in dem kleinen Museum ist die historische Prominenz von Oldenswort versammelt. Zum Beispiel Familie Kühl. Pastor Karsten Kühl bot Ende des 19. Jahrhunderts seinen streng christlichen Mitbürgern oft die Stirn. Das ging so weit, dass gerichtlich darüber entschieden werden musste, ob er sein Amt behalten dürfe. Er hatte außerdem mehrere Kinder, darunter einen Sohn, der Maler wurde und die Tochter Thusnelda, die Lehrerin wurde und um 1900 mehrere Artikel schrieb, die Hausfrauen das Leben leichter machen sollten.
Ein anderer bekannter Sohn des Ortes ist Ferdinand Tönnies, ein Bekannter des Husumer Dichters Theodor Storm. Er wurde 1855 in einem nahegelegenen Haubarg geboren und zog im Grundschulalter mit seiner Familie nach Husum, wo er eine ausgezeichnete Schulbildung erhielt. Später war er als Soziologe und Philosoph tätig und bezog klare Haltung gegen die Nationalsozialisten. Im vorderen Bereich gibt es monatlich wechselnde Sonderausstellungen.
ari