Hochbrücken und große Schiffe sind nicht alles. Die Region am Nord-Ostsee-Kanal hat auch Geschmackvolles aus der Küche zu bieten. Wir baten drei Gastronomen, ein festliches Essen zusammenzustellen. Hier ist das Kanal-Menü mit drei Gängen.
VORSPEISE: KÜRBISCREMESUPPE VOM RESTAURANT SCHÜTZENHOF IN GROSS WITTENSEE
Als Vorspeise empfehlen Küchenchef Malte Stuber und Mitbetreiberin Wiebke Schmidt vom Restaurant Schützenhof in Groß Wittensee eine Kürbiscremesuppe. Denn schließlich wächst Kürbis auch in der Region. „Wir beziehen ihn unter anderem über den Hofladen Bannick in Ahlefeld-Bistensee“, so Wiebke Schmidt. Außer dem Geschmack schätzt Malte Stuber am Kürbis gesunde Inhaltsstoffe. „Der Kürbis erhält relativ viel Vitamin C“, so der Küchenchef. Die Kürbiscremesuppe steht zum Preis von 11,80 Euro auf der Speisekarte.
Kontakt: Restaurant Schützenhof, Rendsburger Straße 2, 24361 Groß Wittensee, Tel. 04356/170
ZUTATEN FÜR VIER PERSONEN:
ein Hokkaido-Kürbis (ca. 1,2 Kilogramm)
400 Gramm geschälte Möhren
eine Gemüsezwiebel
800 Milliliter Gemüsebrühe aus Sellerie, Lauch und Möhren
Salz, Pfeffer, Zucker
200 Milliliter Kokosmilch
Butter oder Öl zum Andünsten
ZUBEREITUNG:
Den Kürbis mit Schale und die Möhren würfeln. Die Zwiebel schälen und würfeln. Alles in Butter oder Öl andünsten und anschließend mit der Brühe aufgießen. Etwa 20 Minuten weichkochen und sehr fein pürieren. Dann die Kokosmilch unterrühren.
Anschließend mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken. Danach mit einer Sahnehaube garnieren. Im Restaurant wird die Kürbissuppe in unterschiedlichen Varianten serviert: entweder mit einem Garnelenspieß oder für Veganer mit gerösteten Kürbiskernen.
HAUPTGERICHT: NOK-FISCHTELLER VOM RESTAURANT BRAUER'S AALKATE IN RADE
Bei einem Kanal-Menü darf Fisch natürlich nicht fehlen. „Durch das Brackwasser gibt es im Nord-Ostsee-Kanal eine große Artenvielfalt“, berichtet Sina Brauer von Brauer's Aalkate in Rade. Sie ist im Familienbetrieb fürs Restaurant zuständig. Gemeinsam mit Küchenchefin Sarik Grigarian schlägt sie den NOK-Fischteller mit Butt, Lachsforelle und Zander als Hauptgang vor alle in der Pfanne gebraten. Besonders im Restaurant direkt am NOK: Da Sina Brauers Mann Thomas Philipson der letzte hauptberufliche Fischer am Kanal ist, kommen Butt, Lachsforelle und Zander immer fangfrisch auf den Tisch. Dabei stammen die Lachsforellen aus der Aquakultur der Familie im NOK. Als Beilagen gibt es Kartoffelpüree und Salat. Der NOK Fischteller ist im Restaurant für 21,50 Euro zu haben.
Kontakt: Restaurant Brauer's Aalkate, Schirnauer See 5, 24790 Rade, Tel. 04331/91561
ZUTATEN FÜR EINE PERSON:
ein kleiner Butt,
ein Lachsforellenfilet (ca. 200 Gramm)
ein Zanderfilet (ca. 200 Gramm)
Salz und Pfeffer
Püree: 350 Gramm Kartoffeln, 350 Gramm Knollensellerie, 200 Milliliter Milch, 50 Gramm Butter, Muskatnuss, Salz und Pfeffer
Salat: ein großes Stück Bio-Salatgurke,
ein Stück Apfel (grün), ein Stück Zwiebel (rot), ein Teelöffel Zucker, eine Prise Salz, zwei Esslöffel frisch gepresster Zitronensaft
Salatdressing: drei Esslöffel Naturjoghurt, zwei Teelöffel getrockneter Dill, drei Prisen schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
ZUBEREITUNG DER FISCHE:
Beschichtete Pfanne mit Öl auf mittlerer Hitze erhitzen. Der Boden sollte dabei mit einer dünnen Schicht Fett bedeckt sein. Die Pfanne sollte groß genug sein, dass alle Fische hineinpassen, ohne sich zu berühren. Wenn die Pfanne heiß ist, Fische ins Fett legen. Vorher noch die Fische mit beiden Seiten in Mehl drücken und dann alles überflüssige Mehl abklopfen. Wo der Fisch noch Haut hat, kommt sie nach unten. Wenn nur noch ein kleiner Streifen in der Mitte die Farbe des rohen Fischs hat, wenden. Anschließend noch ein bis zwei Minuten ziehen lassen, bis der Fisch durch ist. Dann möglichst schnell servieren.
DESSERT: CRÊPE SUZETTE VOM RESTAURANT WEINBEK IN FOCKBEK
Essen kann auch Entertainment sein. Damit Gäste auch etwas zum Erzählen haben, steht Crêpe Suzette im Restaurant Weinbek in Fockbek auf der Speisekarte. Das Flambieren der hauchdünnen Pfannkuchen übernimmt dort gern Betreiber Bastian Achilles. „Als gelernter Restaurantfachmann stelle ich fest, dass Flambieren heute kaum noch gezeigt wird. Deswegen zeige ich gern, wie es funktioniert“, so der 46-Jährige. Auch wenn Crêpe Suzette ein französisches Dessert ist, gibt Achilles dem Rezept eine regionale Note. „Die Zutaten kommen so weit wie möglich aus der Umgebung. Die Eier stammen zum Beispiel vom Wittenseer Hühnerhof.“ Crêpe Suzette ist im Restaurant für 14,50 Euro zu haben.
Kontakt: Restaurant Weinbek, Rendsburger Straße 34, 24787 Fockbek, Tel. 04331/61230

ZUTATEN FÜR EINE PERSON:
für die Crêpes:
ein Ei
100 Milliliter Milch
25 Gramm zerlassene und lauwarme Butter
50 Gramm Mehl
eine Prise Salz
ein Esslöffel Cognac
zum Flambieren:
zwei Bio-Orangen
ein Esslöffel Öl
25 Gramm Zucker
zwei Scheiben gekühlte Butter
drei Esslöffel Cointreau
50 Milliliter frisch gepresster Orangensaft
ZUBEREITUNG:

Für die Crêpes Ei, Milch, Cognac und zerlassene Butter verrühren. Mehl durch ein Sieb in die entstandene Masse einrühren und die Prise Salz dazugeben. Die Masse in einer heißen Pfanne dünn und gleichmäßig verteilen und von beiden Seiten hellgelb backen. Die Crêpes dann zur Seite legen. Als Vorbereitung fürs Flambieren die Orangen filetieren. Eine Pfanne vorheizen und gleichmäßig den Zucker in ihr verteilen. Wenn der Zucker karamellisiert, vom Rand die Butter dazugeben. Dabei darauf achten, dass der Zucker nicht zu viel Farbe bekommt, weil er dann bitter wird. Wenn der Zucker karamellisiert ist, mit Orangensaft ablöschen und unter Rühren den Zucker wieder lösen. Anschließend den Contreau in die Pfanne geben und leicht erhitzen. Zum Flambieren den Cointreau mit einem langstieligen Feuerzeug vorsichtig entzünden. Nun die auf ein Viertel gefalteten Crêpes in die Sauce in der Pfanne geben und durchschwenken. Zum Schluss die Orangenfilets dazugeben und kurz erhitzen. Anschließend mit einer Kugel Vanilleeis auf dem Teller anrichten.
Rainer Krüger