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Verein ESKD wurde von Andrea Krull gegründet

Andrea Krull hält heute selbst immer wieder Vorträge und gibt ihr umfangreiches Wissen weiter. FOTO: PRIVAT

Andrea Krull unterstützt Frauen mit Unterleibskrebs. Die Initiative „Aktion Grüne Socke“ sowie die Selbsthilfegruppen bieten Betroffenen Halt, Hoffnung und wertvolle Informationen

Andrea Krull erkrankte vor 11 Jahren an Eierstockkrebs. Doch sie verzweifelte nicht, sondern suchte nach Informationen für Betroffene.„Damals gab es nichts in der Art“, erzählt sie. „Ich musste nach geeigneten Informationen suchen und mich auch mit meinem eigenen Tod auseinandersetzen. Deshalb gründete ich die erste Selbsthilfegruppe Eierstockkrebs in Kiel. Zu den Treffen reisten Frauen aus Hannover an, so entstand die Selbsthilfegruppe Hannover, dann Würzburg. So ging es immer weiter.

Unternehmen aus der Region

Der Verein ESKD wird gegründet

Ich gründete den Verein Eierstockkrebs Deutschland (ESKD). Wir bauten eine Internetplattform mit vielen hilfreichen Informationen auf und vernetzten Behandler und Patientinnen. Heute haben wir das Spektrum erweitert auf Gynäkologische Krebserkrankungen im Bauchbereich (GYNKD).“

Andrea Krull erfuhr durch eine Fernsehsendung, dass Singen Ängste vertreiben und positiv wirken kann. Sie gründete den Chor „Jetzt oder nie“, in dem Betroffene, Freunde und Angehörige sowie Unterstützer mitsingen. Über diesen außergewöhnlichen Chor gab es bereits eine ZDF-Dokumentation in der Reihe „37 Grad“.

Ein weiterer, zunächst etwas ungewöhnlich scheinender Mutmacher für Frauen mit einer gynäkologischen Unterleibs-Krebsdiagnose sind die Socken der „Aktion Grüne Socke“. Durch die grünen Socken der Hoffnung, verteilt durch Behandlungszentren, möchten Andrea Krull und ihr ganzes engagiertes Team den Patientinnen viel Zuversicht und Mut vermitteln und ein warmes Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht senden. Den Socken beigefügt ist eine Visitenkarte des Vereins, damit die Frauen erfahren, wo sie fundierte und kompetente Informationen bekommen. Seit Ende 2022 gehören auch Zentren in den Ländern Österreich, Tschechien und Niederlande zur Grüne-Socken-Familie.

Andrea Krull möchte Frauen ermutigen, bei unspezifischen Symptomen fachliche Hilfe zu suchen. Nach ihren Angaben sterben an Unterleibskrebs mehr Betroffene als an Brustkrebs. Daher sieht sie die Notwendigkeit, dass betroffene Frauen selbst zu Expertinnen ihrer Erkrankung werden, sich mit Behandlern vernetzen und ihr Wissen an andere weitergeben. Der Tod sei noch immer ein Tabu, darüber werde nur selten gesprochen. Dabei sei es so wichtig, sich auch damit auseinanderzusetzen.

Andrea Krull machte die Ausbildung zur Onkolotsin in Sachsen. Kurz danach organisierte sie selbst Kurse in Neumünster. Onkolotsen beraten Menschen mit einer Krebsdiagnose und geben psychosoziale Hilfen. Die vielfältigen Aktivitäten von Andrea Krull wurden 2020 mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt.
 Heike Norda


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