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Vom Regenwald an die Ostsee:

Fotos: Alexander Steenbeck | stock.adobe.com

Insekten hautnah im Sea-Life Timmendorfer Strand

Neuer Themenbereich in der Unterwasserwelt eröffnet: Was Sea-Life-Besucher bei "Expedition Regenwald“ an der Ostsee erleben können und wie es den ersten Gästen gefiel, Schaben und Schrecken auf der Hand zu haben.

Das Sea-Life in Timmendorfer Strand ist jetzt nicht mehr nur eine reine Unterwasserwelt: Am Dienstag wurde in dem Meeresaquarium ein neuer Themenbereich eröffnet - "Expedition Regenwald". In einer Reihe von Terrarien können Besucher rund 40 exotische Insekten bestaunen - und mit ihnen sogar auf Tuchfühlung gehen, denn Fauchschabe, Stabschrecke oder die "Wandelnde Geige“ dürfen auf die Hand genommen werden. 

"Wir wollen zeigen, dass das tolle Tiere sind und die Faszination für die Natur stärken", sagte Sylvie Böhme. Die Meeresbiologin hat die neue Themenwelt kuratiert und sei selbst zunächst nicht sonderlich von den Schaben angetan gewesen. "Aber die sind ganz cool“, konstatierte die Sea-Life-Mitarbeiterin.

Und wahrlich: Flink herumhuschende oder wild umherkrabbelnde Insekten zeigt das Aquarium nicht; es sind ruhige und sich langsam fortbewegende Arten, die die Besucher faszinieren sollen. Und bei manchen Gästen scheint durch die neue Schau gar der Wunsch geweckt, solche Tiere auch zu Hause haben zu wollen - so auch bei Lasse. Der Achtjährige ließ eine "Wandelnde Geige" - eine Gottesanbeterin, die wie ein zerfressenes Blatt aussieht - auf seinen Fingern herumturnen. "Das kitzelt", sagte der Ahrensböker Schüler und ergänzte: "Wir haben zwar zu Hause Meerschweinchen, einen Hund und draußen im Garten Eichhörnchen, aber die hier sieht viel lustiger aus."

Unternehmen aus der Region

Auch das "Wandelnde Blatt" mit seinem flachen, blattähnlichen Aussehen hat es Lasse angetan. Doch ganz so weit wie Stine Schöning ging der Steppke dann doch nicht: Sie ließ eine Riesenstabschrecke einfach ihren Weg gehen - von der Hand über den Arm und Hals bis zum Kopf. Doch bevor der Tarnkünstler, der aussieht wie ein paar braune Zweige, womöglich noch "ausbüxen“ konnte, sammelte ein Sea-Life-Mitarbeiter das Insekt wieder ein.

Das hautnahe Erleben der Schrecke sei "besonders“ gewesen, so die Timmendorferin. "So etwas habe ich noch nie gefühlt." Angst vor Insekten habe sie nicht, so Schöning - "außer vor Spinnen". Doch Glück gehabt: Diese Krabbler sind ohnehin nicht Teil der neuen Themenwelt.

GEFAHRLOSE INSEKTENSCHAU IM SEA-LIFE TIMMENDORFER STRAND

Berührungsängste abbauen - das wollen die Ausstellungsmacher ebenfalls mit der neuen Schau erreichen. Sorgen vor einem Biss oder Stich müsse sich wiederum niemand machen, sagte Kuratorin Böhme. Denn nur eine Gottesanbeterinnen-Art in der neuen Themenwelt könne beißen - und die bleibt deswegen auch in ihrem Terrarium.

INSEKTEN STATT OTTER: SEA-LIFE TIMMENDORFER STRAND BAUTE UM

Einige Insekten, darunter das "Wandelnde Blatt", seien zudem selten in Zoos zu bestaunen, erklärt die Meeresbiologin, die wie weitere Mitarbeiter für "Expedition Regenwald" extra von Experten geschult wurde.

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Damit die Insekten überhaupt in die Unterwasserwelt einziehen konnten, mussten die Otter ausziehen. Diese seien zu Artgenossen in einen Wildpark in Mecklenburg-Vorpommern abgegeben worden. Rund ein Vierteljahr hat das Sea-Life-Team nachfolgend den früheren Otter-Bereich umgebaut. Dieser schließt sich unmittelbar an die Aquarien an, in denen Fische aus den Regenwald-Regionen zu bewundern sind. Die Insekten wiederum stammen jedoch nicht aus dem Urwald, sondern aus Nachzüchtungen, erklärte Böhme. Langfristig sollen sich Schabe, Schrecke und Co. jedoch in Timmendorfer Strand selbst vermehren - damit das große Krabbeln in der Unterwasserwelt auch anhält.




|| Alexander Steenbeck


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