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Ein Blütenmeer für 100.000 Follower

Der Teich ist nicht nur wunderschön angelegt, er bietet auch Fröschen, Libellen & Co. einen Lebensraum.    FOTOS: F.V. ECKARDSTEIN-KIRCHHOFFI

Ein Garten nahe der Ostsee und mittendrin eine Frau mit Kamera und Gartenschere: Freya von Eckardstein-Kirchhoff nimmt auf Instagram täglich Tausende Menschen mit in ihren Garten in Schwansen am südlichen Ufer der Schlei. Auf "freyas_ostseegarten" zeigt sie, was der Garten zu den einzelnen Jahreszeiten braucht, einzelne DIY-Projekte, gibt hilfreiche Tipps und zeigt am Ende natürlich das Ergebnis ihrer Arbeit: ihren blühenden Cottagegarten.

Freyas Ostseegarten verbindet Menschen (nicht nur) über Instagram

Die Idee zu ihrem Instagram-Account kam Freya von Eckardstein-Kirchhoff (44) eher zufällig. Vor einigen Jahren entdeckte sie im Magazin "Landgang" einen Artikel über eine Frau mit Reetdachkate, die ihren Garten auf Instagram zeigte. "Ich fand das wunderbar", erinnert sie sich. "Da zeigt jemand einfach Bilder aus seinem Garten und inspiriert damit andere - das hat mich nicht mehr losgelassen."

Heute ist sie selbst eine der bekanntesten Gartenstimmen im Norden. Mit ihrem Account "freyas_ostseegarten“ erreicht sie inzwischen mehr als 100.000 Menschen. Für sie persönlich ist der Kanal vor allem eines: ihr Gartentagebuch. "Ich möchte nicht beeinflussen, nicht werben und niemandem sagen, wie es sein muss", sagt sie. "Ich zeige einfach, was in meinem Garten gerade passiert." Und das richtet sich nach der Natur, nichts wird künstlich herbeigeführt. Und wenn ein besonders schönes Morgenlicht über den Beeten liegt, wird daraus manchmal ein kurzer Beitrag mit nicht mehr als Vogelgezwitscher im Hintergrund.

Was Freya von Eckardstein-Kirchhoff von Beginn an wichtig war: Ihr Garten sollte auch ein Paradies für tierische Bewohner sein. "Ich bin ein sehr großer Tierfreund, beobachte sie liebend gerne und lerne jedes Jahr mehr über die Gartenbewohner, egal ob Insekten, Amphibien, Igel, Fasane und jegliche Arten von Singvögeln."

ANZUCHT, BAUPROJEKTE UND MISSGESCHICKE

Der Garten rund um ihr Haus im Herzen Schwansens ist ein klassischer Cottagegarten – üppig, lebendig und bewusst ein wenig wild. Mittelpunkt sind ein großer Teich und zahlreiche Hortensien, dazu Stauden, Rosen und alles, was im Laufe der Saison blüht und wächst.

Viele ihrer Beiträge zeigen auch ganz praktische Dinge: kleine Bauprojekte, Pflanzenvermehrung oder ihre große Leidenschaft - die Anzucht. "Es gibt so viele Möglichkeiten, günstig und einfach neue Pflanzen zu bekommen", erzählt sie. Genau das möchte sie weitergeben. Dabei zeigt sie nicht nur die schönen Seiten. "Wenn Schnecken oder Mäuse ein Beet leergefressen haben, wird auch das dokumentiert. Das gehört ja dazu."

Mit den ersten milderen Tagen beginnt die arbeitsreichste Zeit im Garten. Die Abfallprodukte der Schnittarbeiten im Februar verwendet Freya von Eckardstein-Kirchhoff weiter: "Die dickeren Äste stecke ich als kleine Pfosten in die Erde", erklärt sie. "Dann flechte ich dünnere Zweige hinein." So entstehen natürliche Beetbegrenzungen, die gleichzeitig überhängende Stauden stützen – ein einfaches DIY-Projekt, das sie auch ihren Followern zeigt. 

"Ich möchte nicht beeinflussen, nicht werben und niemandem sagen, wie es sein muss. Ich zeige einfach, was in meinem Garten gerade passiert."

EIN GARTEN, DER MENSCHEN VERBINDET

Alle Fotos und Videos produziert sie selbst - oft mit Stativ, manchmal mit Hilfe ihrer Kinder, die inzwischen genau wissen, wie ihre Mutter arbeitet. "Ich bin da schon ziemlich perfektionistisch", gibt sie zu.

Die Resonanz auf ihre Beiträge ist groß: häufig erreichen sie mehr als hundert Nachrichten am Tag. Viele ihrer Follower leben in Großstädten wie Hamburg, Köln oder Dortmund. "Viele schreiben mir: Ich habe keinen Garten, aber du nimmst mich immer mit auf deine Runden. Das finde ich total schön."

Manchmal entsteht daraus sogar mehr als ein digitaler Austausch. Einmal erzählte sie in einem Beitrag, dass ihr einfache Schneeglöckchen im Garten fehlten. Kurz darauf kam ein kleines Päckchen mit Zwiebeln per Post. "Da stand dabei: Du hast doch gesagt, du hast nicht so viele - ich habe dir welche geschickt. Das fand ich wirklich rührend."

DER OSTSEEGARTEN ZUM ANFASSEN

Aus dieser Nähe entstand im vergangenen Jahr ein weiteres Projekt: "Ostseegarten hautnah". An einigen Terminen während der Saison lädt Freya von Eckardstein-Kirchhoff kleine Gruppen von etwa zwanzig Gästen in ihren Garten ein. Besucher können durch die Beete schlendern, Kaffee trinken, Kuchen essen und sich über Pflanzen austauschen. "Es geht einfach ums Zusammensein und um Gespräche über Gärten."

Auch neue Themen probiert sie aus. In einem Hochbeet wagt sie sich gerade erstmals an Gemüse. "Da bin ich absolute Anfängerin", sagt sie offen. Genau das will sie ebenfalls teilen - Lernen im Garten, Schnitt für Schnitt.

"Viele schreiben mir: Ich habe keinen Garten, aber du nimmst mich immer mit auf deine Runden. Das finde ich total schön."

MIT BAUCHGEFÜHL DURCH DIE GARTENSAISON

Ob es in diesem Jahr neue Projekte auf ihrem Kanal geben wird, plant die Garten-Influencerin selten lange im Voraus. "Bei mir läuft viel über Bauchgefühl, Spontaneität und Learning by Doing."

Ihr Ostseegarten ist dabei zwar ihr Reich – aber auch ein Ort für viele Menschen: für Familie, Freunde und Besucher, die sich an der Blütenpracht erfreuen. Und egal ob ein verschneites Beet im Winter, frische Triebe im Frühling, üppige Hortensien im Sommer oder goldenes Laub im Herbst - in Freyas Ostseegarten zeigt sich vor allem eines: Wie viel Freude es macht, der Natur einfach ihren Lauf zu lassen.



// Katja Scholz

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