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Dorffest: Tinnum entspannt erkunden

Nur einer von vielen exotischen Bewohnern im Tierpark: Ein Känguru.

Hervorragende Möglichkeiten zum Radfahren und Wandern, Landvogtei, Tierpark und vieles mehr

Brücke zwischen Dorf und Stadt: Tinnum liegt in direkter Nachbarschaft zur Inselmetropole Westerland, wobei die Ortsgrenzen mittlerweile fließend sind. Hervorragende Möglichkeiten zum Radfahren und Wandern bieten die Tinnumer Wiesen, die sich bis hin zum Rantumbecken erstrecken.
Einen Ausflug wert ist unter anderem die Tinnumburg, ein Relikt aus vorchristlicher Zeit. Diese kreisförmige Wallanlage inmitten der Tinnumer Wiesen wurde etwa in der Zeit um Christi Geburt errichtet. Die Tinnumburg misst im Durchmesser 120 Meter und in der Höhe acht Meter. Ihre Bedeutung ist ungewiss, möglicherweise wurde sie unter anderem als Kultstätte und Schlupfwinkel genutzt.
Bei mehreren Grabungen wurde versucht, den verborgenen Geheimnissen auf den Grund zu gehen. Die erste datiert bereits aus dem Jahre 1870, erbrachte aber keine nennenswerten Funde. Eine zweite im Jahre 1948 förderte da schon mehr zutage: Man entdeckte Teile einer Steinpflasterung, einige Eisennieten, bearbeitete Holzteile, etliche Knochen sowie Scherben, die aus dem 9. bis 10. Jahrhundert datierten.

Unternehmen aus der Region

 Im Ortskern von Tinnum steht die 1649 erbaute Landvogtei, das älteste Haus im Dorf. Die Landvögte lenkten zwischen 1547 und 1868 maßgeblich die Geschicke der Insel. Den Statthaltern des Königs oblagen dabei die Verwaltung und die Einleitung rechtlicher Verfahren sowie die Erhebung der Steuern und Abgaben, zugleich hatten sie das Amt des Polizeichefs inne. Die Pflichten eines Landvogts beschrieb ein Chronist: „Wenn ein Sylter etwas zu klagen hatte, so wandte er sich an den Landvogt deshalb. Dieser brachte die Sache vor den Sylter Rat, welcher alsdann bei einem Thing über die Sache ein Urteil zu fällen hatte. Das Urteil des Rates lautete für gewöhnlich auf eine Geldbuße.“ Hoher Besuch nahte anno 1825, als der dänische König Friedrich VI. in der Landvogtei nächtigte. 

Unternehmen aus der Region

Außerhalb des Dorfes in den Tinnumer Wiesen grunzt und schwirrt es, wird geschnaubt und gewiehert, geblökt und gezwitschert. Eine große Familie von über 300 Tieren lebt hier auf einer Fläche von 30000 Quadratmetern friedlich beieinander. Der Privatzoo, den die Familie Christiansen im Laufe von drei Jahrzehnten mit viel Sorgfalt angelegt und stetig erweitert haben, ist eine grüne Oase fernab von jedem Trubel.

Vermutlich einst eine Kultstätte: Die Tinnumburg.
Vermutlich einst eine Kultstätte: Die Tinnumburg.

Die Mischung macht's: Nicht nur fremdländische Tierarten aus allen Teilen der Erde sind im Tinnumer Tierpark zu bestaunen. Gerade auch die heimischen Arten, die man in Deutschland in der freien Wildbahn nur selten antrifft, vermitteln vor allem Kindern aus der Stadt einen lebendigen Anschauungsunterricht.
Im Sommer entfaltet die Natur im Tierpark ihre ganze Pracht: Sie empfängt den Besucher mit einem blumigen Farbenmeer aus Hunderten von Rosen, Hortensien, Begonien und anderen Sorten. Sanft wiegen sich die Schilfkolben, üppige Seerosen entfalten ihre Blüten in zartrosa, gelb und weiß. Die gepflegten Wege mit ihren Rundbänken und Strandkörben sind eine Augenweide. Klarer Fall, dass die niedlichen Tierkinder das besondere Interesse der Besucher auf sich lenken. Füttern ist übrigens erlaubt, und viele Bewohner des Tierparks lassen sich auch gerne streicheln. Und es wird noch mehr geboten: Zwei Teiche mit Tretbooten, ein Spielplatz, ein Karussell und eine Hüpfburg ziehen Kinder magisch an.

Frank Deppe 


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