
Beratung in schweren Stunden, die Liebe zum Gärtnerhandwerk und die Entwicklung moderner Trends: Der Alltag eines Friedhofsverwalters ist weitaus vielfältiger, als man auf den ersten Blick vermutet. Im Gespräch gibt Hemming Hachmann-ThieBen (Foto), einen Einblick in seine Arbeit auf dem Pinneberger Friedhof.
Was ist das Schönste an Ihrem Beruf, das man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht vermutet?
Mein Beruf als Friedhofsverwalter ist ein sehr vielfältiger Beruf. Dies fängt meist an mit den Angehörigen. Ich unterstütze gern bei einer Beratung und versuche ihnen dabei zu helfen, in ihren schweren Stunden die richtige Wahl zu treffen, sei es bei der Grabwahl oder bei einer Neuanpflanzung.
Ich freue mich, wenn ich den Menschen damit helfen kann. Auch die freie Entfaltung in diesem Beruf ist eine Besonderheit, so entstehen immer wieder neue Grabarten, wie zum Beispiel jetzt neu die pflegefreien Grabstätten im Baumgarten, die voll im Trend liegen. Sie sind preiswert und eine Alternative zum Wald. Ich habe den Beruf des Gärtners erlernt und habe den Anspruch der trotz immer mehr werdenden Büroarbeiten, auch mal rauszugehen und bei den Arbeiten draußen mitzuhelfen.
Was würden Sie Menschen raten, die sich scheuen, einen Friedhof zu besuchen, weil sie ihn nur als Ort der Trauer wahrnehmen?
Unser Friedhof ist ein kleinerer Friedhof, sobald man diesen betritt ist man irgendwie woanders, es ist wie eine Oase der Ruhe mitten in der Stadt. Wir sagen hier „Moin“ und man kennt sich. Wir begegnen den Menschen, die meist einen Lieben verloren haben. Sie wollen ihm gedenken und vielleicht Blumen ablegen, wo kann man das am besten machen als auf dem Friedhof um die Ecke. Wir gehen hier mit der Zeit und geben den Friedhof eine lebendige Note, die mit Freude durch Pflanzengestaltung gegeben wird.
Gibt es eine Begegnung oder eine Geschichte, die Sie in Ihrer Laufbahn besonders bewegt hat?
Es war ganz am Anfang meiner beruflichen Laufbahn als Friedhofsverwalter. Ich habe für den Friedhof mit einem noch lebenden Auftraggeber ein Dauergrabpflegevertrag besprochen und später dann auch geschlossen. Dieser sollte nach seinem Tode in Kraft treten. Der nette Herr hat mich nach der Unterschrift ermahnt und mir unmissverständlich klar gemacht, dass er nach seinem Tode wieder herunterkommen würde, wenn die Pflege nicht so ausgeführt werden würden, wie es besprochen war. Wenn ich heute noch an der Grabstätte vorbei gehe, sehe ich immer noch mal wieder nach, ob alles so zu seiner Zufriedenheit durchgeführt worden ist. uh
Sich gemeinsam der Aufgabe des Friedens stellen

„Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“ Dieses bekannte Zitat des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt ist derzeit aktueller denn je. Leider! Denn so sehr es zu Beginn des 21. Jahrhunderts auch danach aussah, dass es zumindest in Europa keine kriegerischen Auseinandersetzungen mehr geben wird, so heftig hat uns die Realität vor inzwischen mehr als vier Jahren mit dem russischen Überfall auf die Ukraine eingeholt. Und nunmehr sorgt auch der Krieg im Nahen Osten für Leid und Zerstörung.
Das zeigt: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, Frieden ist eine Aufgabe. Eine Aufgabe, der wir uns auch in Pinneberg verpflichtet fühlen. Die „Friedensarbeit“ ist dabei vielfältig und reicht von demokratiefördernden Projekten über Erinnerungskultur bis zu Maßnahmen für Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Sie werden in der Regel von sehr engagierten Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern getragen, wofür ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte.
Als weiteres sichtbares Zeichen gibt es nunmehr einen Friedensbaum in unserer Stadt. Es handelt sich um eine schleswig-holsteinische Doppeleiche, die vor kurzem in der Ebertpassage eingepflanzt wurde. Sie steht als regionales Symbol für Frieden, Freiheit und Einheit sowie ökologisches Engagement. Auf einem Schild wird zudem zu lesen sein: Seine Wurzeln erinnern an das Leid der Vergangenheit, seine Äste ragen in eine Zukunft, die wir friedlich gestalten müssen. Wie wahr!
Ich möchte an dieser Stelle der Pinneberger Politik für ihre Initiative in Sachen Friedensbaum danken, die wiederum von der Initiative Friedensstadt Pinneberg angeregt wurde. Wir als Verwaltung haben dies gern aufgenommen und rasch umgesetzt. Mit einer kleinen Veranstaltung werden wir den Friedensbaum am 20. Juni einweihen. Vielleicht treffe ich den ein oder anderen von Ihnen dort und wir kommen über das Thema Frieden ins Gespräch. Ich würde mich freuen!
Herzliche Grüße.
Thomas Voerste
Bürgermeister Pinneberg
VERANSTALTUNGEN IM JUNI
Do., 4. Juni.
Autorenlesung Sia Piontek liest am Donnerstag, 4. Juni, um 19 Uhr bei Thalia Bücherwurm in Pinneberg aus „Blutrotem Sommer“.
Ss., 28. Juni.
„Jazz im Rosengarten“ Die „Elm-Horns Big Band“ sorgt für ein klangvolles Erlebnis am Sonntag, 28. Juni, von 11 bis 13 Uhr beim „Jazz im Rosengarten“ im Pinneberger Rosengarten auf. Der Eintritt ist frei.