Die Sonne steht höher, die Luft riecht nach Erde und frischem Grün und irgendwo klackt die Gangschaltung. Für viele beginnt jetzt die schönste Zeit des Jahres: die Fahrradsaison. „Jetzt“, sagt Ulf Brüggmann, Vorsitzender des ADFC-Ortsverbandes Pinneberg, wenn man ihn fragt, wann sie beginnt. „Schnee und Eis sind vorbei. Die Sonne lacht und zieht uns nach draußen.“
Das Abenteuer liegt oft ganz in der Nähe
Seit rund zwei Wochen beobachtet er das vor seinem Haus in Appen: Auf der Route, die dort vorbeiführt, rollen plötzlich deutlich mehr Kein Wunder. Fahrräder. Wenn die Tage länger werden, steigt die Lust auf Natur, Bewegung und Freiheit auf zwei Rädern. Sein wichtigster Tipp zum Saisonstart ist denkbar einfach: „Fahrt vor der Haustür los.“ Viele planten große Touren und transportierten ihr Rad erst irgendwohin. Dabei liege das Abenteuer oft direkt vor der eigenen Tür. Feldwege, Knicks und Nebenstrecken warten überall im Kreis Pinneberg. „Fast jeder entdeckt Dinge, die er vorher noch nie gesehen hat.“
Noch wichtiger ist Brüggmann ein Rat: „Verlasst die Hauptstraßen.“ Abseits des Autoverkehrs werde Radfahren entspannter, sicherer und oft sogar schneller. Die touristische Beschilderung sei gut und zuverlässig. Wer größere Touren sucht, findet sie ebenfalls. Brüggmann schwärmt besonders vom „Grünen Ring“ in Hamburg: rund 100 Kilometer durch Parks und Natur – vom Niendorfer Gehege über den Volkspark bis entlang von Dove und Elbe. „Man glaubt kaum, dass man mitten in einer Großstadt fährt. Mehrfach kreuzt die Strecke U- und S-Bahnen, sodass man jederzeit abkürzen kann.
Auch im Kreis Pinneberg gibt es zahlreiche Entdeckungen. Während der Corona-Zeit veröffentlichte der ADFC zwei Radführer mit Touren durch die Region. Das „grüne Buch“ enthält Rundrouten – zwischen 17 und 25 Kilometern, das „rote Buch“ verbindet Orte miteinander – etwa von Kummerfeld nach Hasloh oder von Neuendeich nach Seester. Viele Radler entdecken dabei erstmals Picknickplätze, Moorblicke oder stille Niederungen an Pinnau und Bilsbek.
Das Stadtradeln beginnt am 1. Mai
Vor jeder Tour empfiehlt Brüggmann vor allem einen Radcheck. Der wichtigste Punkt werde oft werde oft unterschätzt: der Luftdruck. „80 bis 90 Prozent fahren mit zu wenig Luft.“ Ideal seien 3,5 bis 4,5 Bar, meist auf der Reifenflanke angegeben. Zu wenig Luft mache das Rad schwerfällig und könne in Kurven gefährlich werden. Und schon bald wartet das nächste Highlight: Vom 1. bis 21. Mai läuft wieder das Stadtradeln im Kreis Pinneberg. Neu in diesem Jahr: Die Stempel der verschiedenen Kommunen können über den gesamten Zeitraum gesammelt werden – flexibel in Etappen. Brüggmann ist überzeugt: Wer sich auf die Region einlässt, entdeckt sie völlig neu. Oder, wie er sagt: Geh raus und fahr los – die schönsten Wege beginnen “ direkt vor deiner Haustür.“
Natascha Thölen