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Die Publikumslieblinge beim OstseeMan

Borener Quartett: Kirsten Kascheike (v.l.), Jens Popke, Daniela Prüß und Franziska Anderssen. Foto: Niels-Peter Binder

Was sich die Ausdauerathleten aus der Region für ihr „Heimspiel“ auf der Triathlon-Langdistanz vorgenommen haben

Der Glücksburger Jan Hauke Erichsen lieferte 2025 bei Wind und Regen ein starkes Rennen ab. Foto: Jürgen Sieg/Archiv
Der Glücksburger Jan Hauke Erichsen lieferte 2025 bei Wind und Regen ein starkes Rennen ab. Foto: Jürgen Sieg/Archiv

Eine Triathlon-Langdistanz gehört zu den größten Herausforderungen, die der Ausdauer-Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen zu bieten hat. Einmal im Leben die gigantische Distanz zu meistern, steht bei vielen Triathleten auf der To-do-Liste für die sportliche Karriere. 

Während manchen die einmalige Erfahrung reicht, lassen sich andere von den Erlebnissen mit all den damit verbundenen Krisenmomenten und Glücksgefühlen so mitreißen, dass sie dieses sportliche Abenteuer regelmäßig erleben wollen.

Fast jeder zehnte Athlet hat ein „Heimspiel“

Von den insgesamt 250 Startern, die am Sonntag um 6.45 Uhr in die Förde rennen werden, kann fast jeder Zehnte auf einen Heimvorteil hoffen, weil die Landschaft vertraut ist und weil Familie, Freunde oder Vereinskameraden zahlreicher am Streckenrand vertreten sein werden. 

Drei Frauen und 20 Männer aus Flensburg sowie den Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland möchten am Sonntag 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und dann noch den gut 42 km langen Marathonlauf im Alleingang bewältigen. Mit einem klaren Ziel 1 und wohl sogar auch einer reellen Chance, ziemlich weit vorn im Feld mitmischen zu können, geht Fabian Sommer von den Trivelos Flensburg ins Rennen. 

Jan Hauke Erichsen im Vorjahr starker Achter

Mit dem Maximum an Lokalkolorit wird allerdings der Glücksburger Jan Hauke Erichsen am Kurstrand stehen und sein Langdistanz-Erlebnis quasi direkt vor der Haustür absolvieren können. Im Vorjahr beeindruckte Erichsen mit einem famosen Rennen und belegte nach 9:20:38 Stunden den achten Platz der Gesamtwertung. 

Auf eine Finisherzeit „Sub 10“ (unter zehn Stunden) hofft auch der Hüruper Jens Popke, der für den Borener SV startet und nach zehn Jahren OstseeMan-Pause sein Comeback auf der Langdistanz anpeilt. Insbesondere auf der Schwimmstrecke dürfte der 43-Jährige auf alle Tücken und Besonderheiten eingestellt sein. Popke, der als Fachangestellter für Bäderbetriebe im Campus-Bad auch beruflich mit dem Schwimmen eng verbunden ist, hat zu Beginn des Sommers zusammen mit anderen Gleichgesinnten den „Flensburg Open Water Swim Club“ als Trainings-Community ins Leben gerufen. Jede Woche trafen sich seither regelmäßig Aktive, um in Glücksburg auf der Originalstrecke in der Förde zu trainieren. „Es sind im Laufe der Zeit immer mehr Schwimmer dazugekommen“, berichtet Popke.

Unternehmen aus der Region

Die drei „OstseeWomen“ aus den Nordkreisen, die sich an die volle Langdistanz machen, tragen alle das Trikot des Borener SV und wissen schon ziemlich genau, was auf sie zukommt. Franziska Anderssen und Kirsten Kascheike hatten sich schon 2025 bei rauen Bedingungen durch die Förde und bei Dauerregen über die Radstrecke gekämpft. 

„Wenn das Wetter passt, möchte ich gern die Bestzeit (12:22:18 Stunden) von meinem ersten OstseeMan vor drei Jahren knacken“, sagt Kirsten Kascheike. Vereinskameradin Franziska Anderssen hatte im Vorjahr beim Schwimmen und Radfahren gefroren. Auch sie würde gern als Finisherin am späten Nachmittag in der Sonne am Kurstrand feiern.

Ausdauer-Ass Prüß mit Langdistanz-Premiere

Komplettiert wird das Triathletinnen-Trio des Ausdauersportvereins von der Schlei von Daniela Prüß. Die 50-Jährige geht zwar erstmals beim OstseeMan auf die Langdistanz, ist mit der 226 km langen Triathlon-Herausforderung aber bestens vertraut. Im Vorjahr startete die Busdorferin bei den IronMan-Weltmeisterschaften auf Hawaii und belegte dort nach 11:35,49 Stunden den 32. Platz ihrer Altersklasse. 

Dass sie generell sehr lange auf den Beinen sein kann, hat Daniela Prüß in den letzten Jahren auch schon bei anderen Gelegenheiten bewiesen. Bereits drei Mal gewann sie als „Last Woman Standing“ den „Devil's Loop“-Backyard-Ultramarathon im Langenberger Forst bei Leck. Vor wenigen Wochen beeindruckte sie bei einem gleichartigen Rennen im sächsischen Zittau. Dort schaffte sie es, 30 Stunden lang durchzuhalten und in jeder Stunde die 6,7 km lange Runde zu laufen, sodass sie auf 200 Kilometer kam. 

Den 100-km-Lauf in Biel (Schweiz) meisterte sie im Juni in 9:35:22 Stunden und war damit auf dieser Ultradistanz so schnell wie noch keine andere Läuferin aus dem Kreis Schleswig-Flensburg zuvor. „Nachdem der IronMan in Frankfurt leider wegen Hitze verkürzt worden war, möchte ich dieses Jahr schon auch noch einmal die volle Distanz machen“, sagt Daniela Prüß.

Am 28. August möchte sie bei der West-Ost-Variante des Radrennens „Race across Germany“ an den Start gehen und nonstop die 800 km lange Strecke von Aachen nach Görlitz radeln. 

Ein Faible für besondere sportliche Herausforderungen hat auch der Schleswiger Christopher Schwarz, der als Läufer schon Ultradistanzen gemeistert hat, sich nun aber erstmals an die Triathlon-Langdistanz wagt. „Eigentlich wollte ich schon vor 20 Jahren beginnen, bin aber beim Laufen hängengeblieben. Kurz vor meinem 50. Geburtstag habe ich noch ein paar Ziele im Visier. Jetzt ist es die Langdistanz“, sagt der 49-Jährige vom SV Schleswig, der Respekt vor dem Schwimmen hat und hofft, pannenfrei über die Radstrecke zu kommen.

Niels-Peter Binder

Die Starter aus der Region

Drei Frauen und 20 Männer nehmen beim OstseeMan die Langdistanz in Angriff (Startnummer, AK = Altersklasse)

8 Fabian Sommer (Trivelos Flensburg, AK 25)
9 Jens Popke (Borener SV, AK 40)
12 Jan Hauke Erichsen (Glücksburg, AK 35)
25 Samir Schulz-Meinen (Run50PLUS, Steinberg, AK 55)
31 Lasse Schleker (Glücksburg, AK 25) 34 Leon Colombet (Flensburg, AK 25)
48 Steffen Rieder (Rad Ab!, Flensburg, AK 60)
62 Tim Grund (Flensburg, AK 30)
89 Christopher Schwarz (SV Schleswig, AK 45)
94 Jörg Graage (Balzersen SV Enge-Sande, AK 55)
96 Nicolas Neugebauer (Munkbrarup, AK 30)
99 Franziska Anderssen (Borener SV, AK 45) 
102 Sven Gummelt (Galmsbüll, AK 45)
138 Marcel Quehl (Trivelos Flensburg, AK 45)
140 Marco Sönnichsen (Galmsbüll, AK 25)
162 Julius Ohlsen (Flensburg, AK 25)
163 Ole Borm (Handewitt, AK 25)
181 Kirsten Kascheike (Borener SV, AK 45)
192 Stefan Schirduan (Achtrup, AK 60)
203 Christian Gaus (Flensburg, AK 25)
205 Daniela Prüß (Borener SV, AK 50)
222 Jonas Niemann (Flensburg, AK 35)
223 Juri Schlingmann (Flensburg, AK 25)

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


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