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Thorsten Schröder: Tagesschau, Triathlon, Totenkopf

Gut gelaunt: Thorsten Schröder will beim Ostsee Man Spaß haben. Foto: imago/Ingo Kutsche

Thorsten Schröder liebt den Ausdauer-Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen – und den FC St. Pauli

Bringen wir es hinter uns. „Guten Morgen, meine Damen und Herren. Ich begrüße Sie zum OstseeMan.“ Mit diesen oder ähnlichen Sprüchen, die auf seine Tätigkeit als Tagesschau-Sprecher anspielen, geht Thorsten Schröder gelassen um. Noch mehr freut er sich allerdings, wenn er auf seine große Liebe, den Triathlon angesprochen wird.

Und das passiert häufig, wenn der 56-Jährige sich dem sportlichen Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen stellt. „Wenn Menschen mir sagen, dass ich sie mit meinen Büchern und meinen Videos motiviert hätte, freut mich das sehr“, sagt Schröder. Vielleicht bekommt er das auch bei seinem Start am Sonntag, 4. August, beim OstseeMan in Glücksburg zu hören.

„Wenn Menschen mir sagen, dass ich sie mit meinen Büchern und Videos motiviert hätte, freut mich das sehr.“
Thorsten Schröder
Triathlet

Es ist seine erste Teilnahme dort. 2021 hatte er schon einmal mitmachen wollen, doch das Ausdauer-Spektakel musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Er hat sich informiert, was ihn erwartet. „Ich weiß, dass es nicht so flach ist, wie man denkt“, bemerkt der Sportler, der auf den Spitznamen „Thorso“ hört, schmunzelnd.

In Glücksburg nimmt er die Langdistanz in Angriff. 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad, dann noch ein Marathon zum Abschluss - eine echte Herausforderung, die Schröder aber gelassen annimmt. Schließlich hat er schon zweimal (2017 und 2022) den legendären Ironman auf Hawaii hinter sich gebracht.

Sein Ziel für Sonntag: „Ich will heil und mit Spaß über die Strecke kommen und will so schnell wie möglich sein.“

Unternehmen aus der Region

Fußballer bei Voran Ohe in Reinbek

Dass aus Thorsten Schröder ein Ausdauerathlet wird, war nicht zu erwarten. „Beim Laufen war ich in der Schule der Langsamste“, erinnert sich der 56-Jährige mit einem Lächeln. Die sportliche Karriere begann als Fußballer beim FC Voran Ohe, einem Stadtteil von Reinbek im Kreis Stormarn.

„Mal Abwehr, mal Sechser oder Achter, auch mal offensives Mittelfeld“, beschreibt Schröder seine Positionen auf dem Feld und fügt an: „Ich hatte ein gutes Auge und Drang zum Tor.“

Premiere 1998 beim Volkstriathlon auf Föhr

Mit dem Fußball war nach einer Wirbelsäulen-Operation irgendwann Schluss, aber vom Sport mochte der Journalist nicht lassen. Er suchte nach einer Disziplin, die er aus beruflichen Gründen (häufige Wochenenddienste) auch allein ausüben konnte und entdeckte den Ausdauersport für sich. 1998 nahm ihn ein Freund mit zu einem Volkstriathlon auf die Nordseeinsel Föhr - die Begeisterung war geweckt und hat bis heute nicht nachgelassen. Im Gegenteil.

Etwa 20 Stunden Training pro Woche

Er nutzt seinen Bekanntheitsgrad, um als Buchautor (zum Beispiel „Mit jeder Faser“, erschienen 2019, neu aufgelegt 2023) und mit YouTube-Videos (unter „Thorso Schröder“) für den Triathlon zu werben und Einblicke in das Leben eines ambitionierten Hobby-Sportlers zu geben. 2012 absolvierte Schröder seine erste Langdistanz. Eine Lieblingsdisziplin hat er übrigens nicht: „Ich mag alle drei total gerne.“ Seinen Trainingsaufwand beziffert er auf ungefähr 20 Stunden in der Woche.

Der Tagesschau-Sprecher hat noch eine zweite große sportliche Liebe: den FC St. Pauli, für dessen Triathlon-Abteilung er auch startet. 1983, bei einem Aufstiegsspiel zur 2. Bundesliga gegen Eintracht Heessen aus Hamm, war er erstmals im Stadion am Millerntor, sah einen 1:0-Sieg der Kiezkicker. Der Aufstieg wurde damals als Gruppenvierter klar verpasst, doch um den damals 15-Jährigen war es geschehen: „Ich habe mich schockverliebt.“

Lebenslange Dauerkarte für den FC St. Pauli

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Seit 2003 ist er Besitzer einer lebenslangen Dauerkarte für die Gegengerade im im Stadion und freut sich auf die anstehende Bundesliga-Saison mit dem Herzensverein. „Wenn ich will, komme ich rein“, sagt Schröder schmunzelnd – das können nur wenige Fans der Kiezkicker von sich behaupten.

Jetzt steht aber erst einmal Glücksburg im sportlichen Fokus. Schröder bedauert etwas, dass in diesem Jahr in Glücksburg keine Deutsche Meisterschaft auf der Langdistanz stattfindet. „Ich hätte mir Chancen in meiner Altersklasse ausgerechnet“, sagt er. Aber egal - er will ein gutes Rennen abliefern und ist guten Mutes, bis zum Massenstart am Sonntag um 6.45 Uhr alle organisatorischen Dinge geregelt zu haben.

Am Sonntag ist „Schröder-Wetter“

Einen Tagesschau-Spruch noch zum Ende: „Und nun die Wettervorhersage für Sonntag, den 4. August“. Die optimalen Bedingungen für ihn sehen so aus: „Einigermaßen sonnig und so um die 20 Grad Celsius.“ Das könnte für seinen Premieren-Auftritt beim OstseeMan am Sonntag in Glücksburg tatsächlich klappen.
Ulrich Schröder


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