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Kleinstadt-Theater in Nortorf: Wer will mitspielen?

Dörte Fugelsang mit Jürgen Gissel (Mi.) und Jannik Telke in dem Stück „Eine Herzensangelegenheit“, aufgeführt 2024. Foto: Frank Afflerbach

Das Amateurtheater probt neue Inszenierungen und sucht jüngere Mitstreiter. Es steht für anspruchsvolle Stücke, feste Ensemblearbeit und langjährige Regieerfahrung von Jürgen Gissel.

Seit 2007 gibt es in Nortorf das KleinstadtTheater. Gegründet wurde es vom heutigen Regisseur und Schauspieler Jürgen Gissel. Sein Gedanke und Ziel war es, ein Amateurtheater in Nortorf aufzubauen und dessen Produktionen qualitativ so dicht wie möglich an eine professionelle Spielstätte heranzuführen. Gissel kann mittlerweile auf eine 40-jährige Bühnenerfahrung zurückblicken, in der er alleine in Nortorf mehr 20 Stücke inszenierte.

Vom Fachpfleger zum Theaterregisseur

„1984 habe ich im ,Statt Theater' in Neumünster angefangen,“ erläutert der Theaterfachmann. Dass der gelernte Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin zum Schauspiel kam, war damals eher zufällig. „Ich habe mir ein Stück des „Statt Theaters“ angesehen und war begeistert. Später bin ich einfach zu einer Probe hingegangen und habe gefragt, ob sie mich gebrauchen können,“ so Gissel. Ein eher ungewöhnlicher, aber nicht erfolgloser Weg - wie man am heutigen Erfolg des Kleinstadt-Theaters Nortorf sehen kann.

Unternehmen aus der Region

Zunächst half der geborene Altenaer (Nordrhein-Westfalen) bei der Technik des Theaters mit, später stieg er auch bei den Proben für die Stücke mit ein. Rund Jahre arbeitete der Wahl-Nortorfer am Neumünsteraner „Statt Theater“ mit, bevor es ihn für einige Jahre nach Nordrhein-Westfalen zurückzog. Auch hier begleitete das Theater Gissels Leben. So besuchte er in der Volkshochschule Iserlohn Theaterkurse und gründete dort das „Schauspielensemble Iserlohn“ mit.

Bis 1995 spielte Jürgen Gissel im Schauspielensemble Iserlohn. „Danach wurde es aus Zeitgründen leider immer weniger“, so der heute 76-Jährige. 2005 kehrte er zurück nach Schleswig-Holstein. Hier beobachtete Jürgen Gissel die aktuelle Theaterszene in der Nortorfer Umgebung: "Es gab auf den Dörfern viele plattdeutsche Theatergruppen, aber kein hochdeutsches Theater und auch ein Literaturtheater war noch nicht vorhanden.“ So kam es, dass Gissel am 7. November 2007 seine eigene Theatergruppe als gemeinnützigen Verein gründete.

Aus anfänglich etwa 15 Gründungsmitgliedern bildete sich ein fester Kern von sechs Leuten, welcher über die Jahre hinweg zusammen Stücke einstudierte und aufführte. Das erste Stück, welches das Kleinstadt-Theater in Nortorf auf die Bühne brachte, war die Kriminalkomödie „Aurelia“. Seitdem wurde jedes Jahr ein neues Stück aufgeführt. Das Repertoire reicht von Lesungen über Boulevard bis hin zu anspruchsvollen, zeitgenössischen Stücken.

Schauspielgruppe „überaltert“

In diesem Jahr wird das Stück „An der Kante“ zu sehen sein. Momentan beginnen die Proben zu dem Stück des in Tarp wohnenden Autors Arne Christophersen, das im Oktober zur Aufführung kommen soll. „Bedauerlicherweise ist zurzeit die aktive Schauspielgruppe überaltert, das Durchschnittsalter liegt bei etwa 58 Jahren. Deshalb brauchen wir für kommende Produktionen unbedingt jüngere Schauspieler“, so Gissel. Gesucht werden vor allem Männer zwischen 30 und 50 Jahren. Aber auch Frauen sind willkommen. Je mehr Mitglieder, desto mehr Möglichkeiten gibt es, geeignete Stücke zu finden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Weitere Informationen über das KleinstadtTheater sind unter www.theaternortorf.de zu finden.

Frank Afflerbach


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