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Pastorin Susanne Büstrin da Costa aus Nortorf geht in den Ruhestand

Susanne Büstrin da Costa beschloss bereits mit 17 Jahren, Pastorin zu werden. Foto: Susanne van den Bergh

„Dieser Beruf bietet eine solche Vielfalt und Bandbreite an Aufgaben, ich habe es immer geliebt, mit den unterschiedlichen Generationen zu arbeiten und Leben zu begleiten."

Christina Köhn

Die fast 63-jährige Pastorin Susanne Büstrin da Costa strahlt, wenn sie über ihr Berufsleben spricht: „Dieser Beruf bietet eine solche Vielfalt und Bandbreite an Aufgaben, ich habe es immer geliebt, mit den unterschiedlichen Generationen zu arbeiten und Leben zu begleiten. Jeder einzelne Tag in meinem Berufsleben hat neue Perspektiven mit sich gebracht, es kam nie Langeweile auf. Immer durfte ich mit einem großen Vertrauensvorschuss der Menschen arbeiten, mit dem natürlich immer auch eine große Verantwortung einhergeht.“

Im Alter von 17 Jahren beschloss sie, Pastorin werden zu wollen.„Das hat alle in meiner Familie und meinem Freundeskreis überrascht damals.“ Ende der 1970er-Jahre war das keine Selbstverständlichkeit eine Frau als Pastorin. Weibliche Vorbilder hatte sie keine. In die Kirche ging sie meist mit dem Vater, die Großmutter sang abends am Bett mitunter Choräle und das Abendgebet gehörte zum Ende des Tages. „Den Glauben an etwas Größeres habe ich als Kind entwickelt und in der Kirche wollte ich immer weit vorne sitzen. Nachdem ich meinen Eltern meinen Berufswunsch gesagt hatte, saß ich mit meinem Vater in der Kirche und er fragte mich, ob ich mir wirklich vorstellen könne, so wie der Herr Pastor zu sein und so zu predigen.“ Ihre Antwort? „Nicht so. Aber anders!“

Unternehmen aus der Region

Sie blieb dabei, studierte in Kiel und ging danach für ein Jahr ins Auslandsvikariat nach Brasilien. Zurück in Schleswig-Holstein führte der Weg zunächst nach Bad Oldesloe als Schulpastorin, es folgten Pfarrstellen in Eckernförde, auf Pellworm und schließlich in Nortorf. In zwei dieser Gemeinden war sie die erste Frau im Amt als Pastorin. Drei Kinder bekam sie in der Zeit, unterbrach die Arbeit aber nur für den Mutterschutz und stieg schnell wieder ein: „Das entsprach meinem Selbstbild als Pastorin, ich arbeite nicht als Pastorin, ich bin Pastorin. Es war eine große Aufgabe, mich in diesem Berufsfeld als Frau zu behaupten.“

Basisarbeit war ihr ein Herzensanliegen: Konfirmationsunterricht auch in Heimen oder mit Jugendlichen mit Beeinträchtigungen, der Dialog der Religionen miteinander, Veranstaltungsreihen zu Glaubensthemen, immer bereit, neue Dinge zu probieren. „Ich bin im Jahr 2000 mit Taufen in der Ostsee gestartet, das war damals ein Novum, hat viel Arbeit gemacht, aber mindestens ebenso viel Freude.“ Die Komfortzone immer wieder zu verlassen und sich Herausforderungen zu stellen, war Teil ihres Lebens als Pastorin. Nun verlässt sie ihre vielleicht größte Komfortzone: das Berufsleben. „Es ist an der Zeit, anderen Bereichen und Themen in meinem Leben Raum zu geben. Die Entscheidung ist richtig, aber der Abschied ist nicht einfach für mich.“ Getroffen hat sie diese Entscheidung im vergangenen Jahr. Pläne für den Ruhestand hat sie noch keine, es wird eine Findungsphase sein.


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