„Komm, wir gehen in den Wald und bereiten die Nisthilfen für unsere kleinen gefiederten Freunde vor“, so lautete das Motto, als sich die Pfadfinder vom Nortorfer Stamm von Acken trafen, um gemeinsam in einem Waldstück westlich von Bokel Nisthilfen zu reinigen.
Mit Leitern, den nötigen Reinigungsmaterialien sowie Handschuhen bewaffnet machten sich die jungen Naturschützer auf, um die kleinen Häuser zu inspizieren, eventuelle Schäden des vergangenen Winters zu beseitigen und vor allen Dingen, um sie von den Rückständen des letzten Jahres zu reinigen. Des Weiteren wurden einige defekte Nisthilfen durch neue ersetzt.

Es empfiehlt sich, dieses Reinigen immer erst im Frühjahr durchzuführen, da einige Waldtiere, wie etwa die Hasel oder Waldmaus, in den verlassenen Nestern gerne überwintern. Die Reinigung der etwa zehn Kilogramm schweren Holzbetonhäuser ist einmal im Jahr nötig, da die Wintergäste sowie die Vogeleltern während der Brutzeit nicht nur Futter, sondern auch Parasiten mit ins Nest bringen, die dann eine Belastung für die nächsten Jungvögel darstellen können.
Angeleitet bei dieser Aktion wurden die Pfadfinder von Malte Düpow, der neben seiner Tätigkeit als Pfadfinder auch im Vorstand der Nabu-Ortsgruppe Nortorf ist. Nach einer kurzen Erklärung und Einführung ging es für die Kinder und Jugendlichen an die Arbeit. Immerhin stand an diesem Tag die Reinigung von mehr als 150 Vogel- sowie 30 Fledermauskästen auf dem Programm.
In einem Vogelhaus saẞen zwei Schlafmäuse
In den Nistkästen brüten überwiegend Kleiber, Meisen und die seltenen Trauerschnäpper. Zusätzlich sind in diesem Waldstück vier verschiedene Fledermausarten anzutreffen. Hierbei handelt es sich um den Großen Abendsegler, die Mücken- und Fransenfledermaus sowie die Braune Langohrfledermaus. Als Besonderheit wurden an diesem Tag noch zwei Schlafmäuse in einem Vogelhaus vorgefunden, diese durften allerdings in ihrem Winterquartier verbleiben.
Im ganzen Nortorfer Land werden vom Nabu weit mehr als 1500 Nisthilfen in den Wäldern, Wiesen, Auen und auf den Friedhöfen betreut. Im Nortorfer Gebiet können somit zur Brutzeit viele Vogelarten beobachtet werden, allein die Meisen sind mit fünf Arten vertreten. So leben hier die Blau- und Kohlmeise sowie die Sumpf-, Weiden- und Tannenmeise. Aber auch Kleiber, Stare, Feldsperlinge und Trauerschnäpper sind zu sehen. Gerade der Trauerschnäpper ist einer der Hauptgründe für die Nortorfer, das Holtdorfer Gehege mit 700 Nistkästen zu bestücken, denn hier befindet sich die höchste Brutdichte dieser Vögel im ganzen Land. Mehr als 80 Brutpaare des auf der „Roten Liste“ stehenden, stark rückläufigen Zugvogels sind hier noch zu finden.
Ehrenamtliche Helfer werden immer gesucht
Der Langstreckenflieger ist von April bis September in Laub- und Mischwäldern, Parks und Gärten anzutreffen. Er ist am häufigsten dort, wo es genügend Baumhöhlen und Nistkästen zum Brüten gibt. Neben den naturverbundenen Pfadfindern können auch alle anderen interessierten Bürger gerade jetzt im Frühjahr helfen, denn es werden immer ehrenamtliche Helfer gesucht, die Spaß daran haben, den Nabu bei Pflegearbeiten tatkräftig zu unterstützen. Frank Afflerbach
➡ Die Kontaktadresse lautet: www.amt-nortorfer-land.de/nabu.