Ein Baumwipfelpfad inklusive Aussichtsplattform, Freilichtbühne, Picknicktische, Hängematten, neue Wege und mehr Licht: Die Bürgerbeteiligung zur geplanten Neugestaltung des Parks Wilhelmshöhe hat eine Vielzahl von Ideen zu Tage befördert. Die Gemeinde Hohenwestedt hatte im Zuge ihrer Park-Planungen eine Zukunftswerkstatt organisiert, „Wunschbäume“ in öffentlichen Einrichtungen aufgehängt und auch online zu Gestaltungsvorschlägen aufgerufen.
„Die Vielzahl der eingebrachten Ideen bietet den Planern eine spannende Grundlage für sicher sehr interessante Entwürfe“, sagt Bürgermeister Jan Butenschön nach dem Abschluss der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Zukunft des Parks Wilhelmshöhe, der den Hohenwestedtern seit seiner Einweihung im Jahre 1913 als vielgenutzter innerörtlicher Erholungsraum dient. Ein eigener Kurpark für Hohenwestedt war das Ziel der Handwerksmeister und Geschäftsleute gewesen, die sich bereits 1889 zu einer „Anpflanzungs-Genossenschaft“ zusammengetan hatten. 136 Jahre nach der Genossenschaftsgründung der kaiserzeitlichen Kurpark-Fans wird nun über die Zukunft des Parks Wilhelmshöhe entschieden. Die wohl spektakulärste Idee, die bei der Bürgerbeteiligung formuliert wurde, ist die Errichtung einer Aussichtsplattform mit oder ohne einen Baumwipfelpfad. Alle anderen Vorschläge beziehen sich auf Neugestaltungen auf dem Erdboden. Viele Hohenwestedter wünschen sich eine Überarbeitung des Wegenetzes, das zuletzt vor knapp 20 Jahren auf Vordermann gebracht wurde. Das Wegesystem soll renoviert und neu gestaltet werden, wobei man sich „an historischen Plänen oder auch an heutigen Trampelpfaden orientieren“ könne, wie Butenschön anmerkt.
Ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste der Bevölkerung steht eine Neuaktivierung des Bereichs um den ehemaligen Springbrunnen mitten im Park Wilhelmshöhe. Hier könnten sich die Hohenwestedter eine für Events nutzbare Freilichtbühne oder eine Café mit einem Kinderspielplatz vorstellen. Weitere Ideen, die bei der Zukunftswerkstatt im Forum, auf mehreren „Wunschbäumen“ in gemeindlichen Einrichtungen und bei einer Online-Befragung gesammelt wurden, sind: die Neugestaltung des südwestlichen Parkeingangs, die Anlage eines Rundwegs inklusive Kilometer-Angaben, die Installation eines modernen Beleuchtungskonzepts (Grundbeleuchtung plus Bewegungsmelder, „mitlaufendes Licht“) zur Vermeidung von „Angst-Räumen“, aber auch als Maßnahme für Tier- und Insektenfreundlichkeit, Fahrradroute eine durch den Park, seniorengerechte Bänke, insgesamt mehr Sitzmöglichkeiten, temporäre Kunstausstellungen, Spiel- und Sportgeräte, freies WLAN, Picknicktische und Hängematten.


Neue Wege für Mittelalter-Fans?
Auch zum „Spectaculum“, das seit 1998 jedes Jahr zu Pfingsten Zehntausende Mittelalter-Fans nach Hohenwestedt pilgern lässt, haben sich die Bürger Gedanken gemacht. Neben dem Wunsch nach einer „alternativen Fläche“ für das Spectaculum wurde auch die Unterteilung des Parks in Areale für Veranstaltungen und andere Bereiche, die nicht genutzt werden sollen, angeregt.
„Die Zukunftswerkstatt zum Park wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr positiv bewertet und zeigt, dass solche Beteiligungsformate nicht nur die Möglichkeit zur direkten Einflussname bieten, sondern auch wirklich Spaß machen können“, bilanziert Jan Butenschön: „Durch solche Formate können wir unsere großen Projekte gut vorbereiten und der Gemeindevertretung eine umfassende Beratungsgrundlage aus der Bevölkerung zukommen lassen.“ Das beauftrage Planungsbüro soll die Bürgerideen in einen Entwurf integrieren, der den gemeindlichen Gremien zur weiteren Beratung vorgelegt wird. „Ziel ist es, den Planungsprozess bis zu den Sommerferien abzuschließen und dann in die Beantragung der Fördermittel zu gehen“, kündigt Butenschön an: „Baulich ist die Maßnahme für 2026 vorgesehen.“ Hans-Jürgen Kühl