Zu einer Exkursion auf den Spuren der Fledermäuse der lädt Naturschutzring Aukrug heute ein. Die frühabendliche Führung, die um 19.30 Uhr an den Teichen des Waldguts Waldhütten in Meezen startet, steht unter dem Motto „Fledermäuse mit vielen Sinnen“. Als Exkursionsleiter ist Schleswig-Holsteins bekanntester Fledermaus-Experte im Einsatz: Matthias Göttsche von Faunistisch-Ökologischen Arbeitsgemeinschaft der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Göttsche hat Fledermausdetektoren, eine Wärmebildkamera und eine Leiter im Gepäck, um den Teilnehmern besondere Einblicke in die Welt der nachtaktiven Flattertiere zu gewähren. Der Naturpark Aukrug ist ein echter Fledermaus-Hotspot: zehn der 15 in Schleswig-Holstein heimischen Unterarten sind in den Wäldern des Naturparks schon registriert worden.

Die meisten Fledermausarten leben dauerhaft oder zeitweilig in Wäldern, wo sie natürliche Höhlen oder Spalten in Bäumen für den Tagesschlaf, aber auch als Paarungsquartiere, Wochenstuben oder zur Jungenaufzucht nutzen. Fledermäuse sind hochsoziale Tiere und leben in Gruppen zusammen. In ihren Quartieren suchen sie häufig engen Körperkontakt und bilden größere Pulke. Seit einigen Jahren verschlechtern sich die Lebensbedingungen für die schleswig-holsteinischen Fledermäuse. Die Nutzungsintensivierung in Wäldern und im Offenland vermindert das Angebot an geeigneten Quartieren und an Nahrung. Der Zuwachs von Windkraftanlagen führt außerdem zu Verlusten bei den Langstreckenziehern unter den Fledermäusen. Auch die Sanierung von Gebäuden macht diverse Unterarten zunehmend obdachlos.
Wo Fledermäuse sind, ist die Natur gesund
Weil alle Fledermäuse auf ein großes Insektenangebot angewiesen sind, gelten sie als wichtige Indikatoren für eine abwechslungsreiche, wenig belastete Landschaft. Sie zählen zu den streng geschützten Arten der Europäischen Gemeinschaft, deren Bestände nicht verringert werden dürfen. Bei der Exkursion durch die Teich- und Waldlandschaft wird Göttsche den Teilnehmern auch erklären, wie Fledermäuse jagen. Die großen Ohren der nachtaktiven Insektenfresser wirken wie Radarschirme. Mit ihrem eingebauten Echoortungssystem können Fledermäuse ihre Beute präzise aufzuspüren und fangen.
Dabei bevorzugen die einzelnen Arten unterschiedliche Insektengruppen, haben verschiedene Jagdmethoden und Jagdgebiete. So vermeiden sie die Konkurrenz um Nahrung und Lebensräume. Manche Arten jagen im freien Luftraum, andere sammeln Insekten von Blättern oder vom Boden auf. Besonders Fliegen, Mücken, Schnaken und Schmetterlinge stehen auf ihrem Speisezettel.
Hans-Jürgen Kühl