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Bouleplatzeinweihung in Nindorf: Längst kein Altherrensport mehr

Generationsübergreifende Bouleplatzeinweihung in Nindorf: Ronja Ohrt (26 Jahre, von links), Bürgermeister Jörn Wieben (52), Dietmar Benz (65), die kleine Fenna (4) und ihr Großvater Jens Rohwer (68) sowie Ilse Horns (81). Foto: Hans-Jürgen Kühl

Dass Boule ein Freizeitsport für alle Generationen ist, zeigte sich jetzt auch bei der Einweihung der neuesten Anlage in Mittelholstein in Nindorf, wo die Altersspanne von 4 bis 81 Jahren reichte.

Als Freizeitsport liegt Boule voll im Trend. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es ziemlich genau 50 Bouleplätze, in Schleswig-Holstein mehr als 400. Dass Boule ein für alle Generationen geeigneter Freizeitsport ist, zeigte sich nun auch bei der Einweihung der neuesten mittelholsteinischen Anlage in Nindorf, wo das Alter der Einweihungsgäste, die ihre ersten Wurfversuche Richtung„Schweinchen“ unternahmen, von 4 bis 81 Jahre reichte.

Vor 17 Jahren wurde im Bürgerpark hinter der Hohenwestedter Peter-Pauls-Kirche ein Bouleplatz eingeweiht. Die Idee zu diesem Projekt des Hohenwestedt-Marketing-Arbeitskreises „Wohnen und Leben“ hatte Ex-Bürgervorsteher Jörg Rohweder von seinem Mittelmeer-Urlaub mitgebracht. In Südfrankreich spielt man seit mehr als 100 Jahren die populärste Variante des Boule: Pétanque. Mit Boule vergleichbare Kugelspiele sind schon seit 2500 Jahren bekannt. Hippokrates (460 bis 370 v. Chr.) und seine griechischen Arztkollegen empfahlen das Spiel mit Steinkugeln, weil es sich um eine Übung handle, die Arm- und Beinmuskulatur entwickle, Wirbelsäule und Gelenke geschmeidig halte und darüber hinaus auch das Augenmaß, das Urteilsvermögen und die Entscheidungsfreudigkeit fördere.

Genau diese Qualitäten des Spiels lobt 2400 Jahre später auch Joachim Gruel vom SSV Nindorf, wenn er darauf hinweist, dass man beim „Boule fit im Kopf und hoch konzentriert sein muss, um die richtigen Entscheidungen zu treffen und dann auch mit der richtigen Augen-Hand-Koordination in die Tat umzusetzen.“

Viele Plätze im Amt Mittelholstein

Seit der Einweihung des Bouleplatzes in Hohenwestedt hat der Freizeitsport auch das Amt Mittelholstein erobert. Jede vierte Gemeinde hat mittlerweile ein eigenes Boulefeld. Ein Umstand, der SSV-Nindorf-Chef Boto Wittgrefe und dessen Mitstreitern jede Menge Anschauungsmaterial lieferte, als sie nun Inspiration für ihre eigene geplante Anlage suchten. „Joachim Gruel und ich haben uns etliche Plätze in der unmittelbaren Umgebung angesehen, und der in Wasbek gefiel uns am besten“, berichtete Wittgrefe. 

„Das Spiel mit der Stahlkugel begeistert immer mehr Menschen und hält in der ländlichen Region Einzug.“

Aukruger Naturparkverein

Dass sich Boule als Freizeitsport „steigender Beliebtheit“ erfreut, stellt auch der Aukruger Naturparkverein fest, der im Internet einige Bouleplätze der Region als Ausflugstipps auflistet und dazu anmerkt: „Das aus Frankreich stammende Spiel mit der Stahlkugel begeistert immer mehr Menschen und hält in der ländlichen Region Einzug. Das Boulespielen ist inzwischen längst nicht mehr nur ein Schönwetter- und Altherrensport. Mittlerweile schwingen Menschen jeden Alters und jeder Couleur die Kugel, denn die Spielregeln sind einfach, die Ausrüstung schnell beschafft, und Geselligkeit ist vorprogrammiert.“

So kommt man an das Equipment

Dass der neue Bouleplatz zu einem Plus an Geselligkeit führt, hofft man auch beim SSV Nindorf. Von den 16.000 Euro Gesamtkosten muss der Sportverein nur 3400 Euro aufbringen. Den Rest übernimmt die Aktivregion Mittelholstein. Dank einer großzügigen privaten Sachspende in Form von vier Flutlichtmasten könne man sich in Nindorf sogar „Mitternachtsboule“ zum verabreden, bemerkte Wittgrefe und erläuterte die Nutzungsbedingungen: „Die Boulebahn steht zur freien Verfügung. Wir haben dort eine verschlossene Kiste mit allen Bouleutensilien. Auf der Kiste steht eine Handynummer. Da muss man nur kurz anrufen und schon bekommt man die Nummer für das Zahlenschloss der Kiste und kann loslegen.“ Hans-Jürgen Kühl

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