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Bundestagswahl: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Im Sommer 2021 hatten die Parteien in Nordfriesland mit diesen Plakaten geworben. Foto: Jonas Bargmann

So reagieren die Parteien auf den neuen Termin in Wahlkreis Nordfriesland und Dithmarschen-Nord

Die Ampel ist Geschichte, der Fahrplan bis zur Neuwahl steht, der Wahlkampf kann beginnen. Es könnte der härteste werden, den es in der Geschichte der Bundesrepublik bisher gegeben hat. Auch in Nordfriesland laufen sich die Politiker der verschiedenen Parteien warm für einen winterlichen Wahlkampf.

Sieben Wochen Vorbereitung

„Ich hatte gedacht, mich zehn Monate auf den Wahlkampf vorbereiten zu können, jetzt sind es sieben Wochen“, sagt Truels Reichardt, Direktkandidat der SPD für den Wahlkreis Nordfriesland und Dithmarschen-Nord. Eigentlich hatte er sich darauf gefreut, dass die Landeswahlkonferenz Sozialdemokraten der am 15. März in Husum stattfindet. „Aus diesem Heimspiel wird jetzt leider nichts“, so Reichardt. Stattdessen Stattdessen trifft sich die SPD nun bereits am 7. Dezember in Neumünster. „Seit Mittwochabend laufen bei uns die Drähte heiß“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende im nordfriesischen Kreistag. Die Bundes-SPD stelle ihre zentrale Kampagne noch im November vor, an den lokalen Themen sei die Partei dran. Mit Blick auf kleine Parteien hält es Truels Reichardt für richtig, dass die Bundestagswahl nicht noch früher stattfindet, wie es die CDU zunächst gefordert hatte. Sie müssen für einen Wahlantritt für den Bundestag oft noch Unterschriften sammeln.

Anouk Corinth-Koltermann, Sprecherin der Grünen Nordfriesland, erklärt, für ihre Partei sei das Ende der Ampel nicht völlig überraschend gekommen. „Wir waren darauf vorbereitet, ein bisschen eher mit dem Wahlkampf loslegen zu können.“ Auch für Wahlkampfstände im Winter sieht sie die Grünen gewappnet. „Wenn wir in Nordfriesland im Mai eine Wahl hatten, dann mussten wir teils auch schon bei schlechtem Wetter am Stand stehen“, sagt Corinth-Koltermann. Statt kalten Getränken gibt es bei Veranstaltungen dann eben jetzt etwas zum Aufwärmen.

Auf ihrer Mitgliederversammlung in Friedrichstadt am 30. November entscheidet die Partei über die Direktkandidatur. Der Termin sollte eigentlich erst Anfang Januar stattfinden, wurde nun aber kurzfristig vorgezogen. „Zum Glück ist es kein Problem, zu dieser Jahreszeit passende Räume zu finden.“

“Wir haben bereits früh mit den Planungen begonnen, um auf eventuelle Neuwahlen vorbereitet zu sein“, sagt Leif Bodin, Direktkandidat für die CDU im Wahlkreis. Die CDU müsse nun allerdings die „Arbeit aus mehreren Monaten auf wenige Tage komprimieren“. Bereits im September wurde Bodin zum Direktkandidaten gewählt. Die Partei sei daher gut vorbereitet, es habe schon erste Abstimmungen der Wahlkampfhelfer gegeben. Es werde ein kurzer und knackiger Wahlkampf im Winter, der sich von den bisherigen unterscheide: „Es gibt draußen weniger große Veranstaltungen, auf denen Leute unterwegs sind.“

„Wir haben schon länger mit einem Zerbrechen der Ampel gerechnet”, sagt der Kreis- und Landesvorsitzende der AfD, Kurt Kleinschmidt. Deshalb stecke seine Partei seit einigen Wochen in den Vorbereitungen für den Wahlkampf. Kleinschmidt erklärt, er habe mit Blick auf die sich abzeichnenden Ereignisse seiner Partei dazu geraten, den ohnehin Anfang November geplanten Parteitag in Henstedt-Ulzburg für die Aufstellung der Landesliste zu nutzen. Kleinschmidt selbst tritt für diese als Spitzenkandidat an. „Im Rückblick war es absolut richtig, so zu handeln“, sagt er. Was die AfD Nordfriesland dagegen noch abhalten muss, ist ein Parteitag für die Wahl des Direktkandidaten. „Da sind wir noch auf der Suche, einen geeigneten Termin zusammen mit dem Kreisverband Dithmarschen abzustimmen“, erklärt Kleinschmidt. Der Kreisparteitag soll auch dazu genutzt werden, die lokalen Wahlkampfthemen zu bestimmen.

Von Neuwahlen überrascht

Das Bündnis Sahra Wagenknecht verfügt in Nordfriesland noch nicht über dieselben Strukturen wie die anderen Parteien, wie Koordinator Danny Blechschmidt sagt. Da die Partei von den Neuwahlen überrascht wurde, stelle man sich erst in den kommenden Wochen für den Wahlkampf auf.

Beim SSW ist mit den Neuwahlen ein weiterer Tagesordnungspunkt zum Landesparteitag am kommenden Samstag in Harrislee hinzugekommen, wie Fraktionsvorsitzender Nordfriesland, Lukas Knöfler, sagt. „Wir sind auf Hochtouren damit beschäftigt, den Wahlkampf vorzubereiten.“ Er sei erleichtert, dass man durch den Wahltermin nun planen könne und der Wahlkampf nicht direkt in die Weihnachtszeit falle.

Auch der Landtagsabgeordneten Sibylla Nitsch zufolge steht der SSW in den Startlöchern. „Das wird ein kurzer und knapper Wahlkampf.“ Nachdem der SSW bei der Bundestagswahl 2021 zum ersten Mal seit 60 Jahren wieder angetreten war und 55 000 Stimmen erhalten hatte, hofft Nitsch, dass der SSW das Ergebnis bei den Neuwahlen halten kann. Am 2. Dezember bestimmt die Minderheitenpartei auf dem Parteitag in Bredstedt ihre Direktkandidaten. Da viele Helfer seit Jahren engagiert dabei seien, sieht Knöfler bei der kurzfristigen Bereitschaft für den Wahlkampf keine Probleme.

Mitten in den heißen Vorbereitungen des Wahlkampfs steckt seit vergangener Woche auch Skade Niquet, stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP. Am Mittwoch etwa hat er bei den Gemeinden angemeldet, wann und wo die Liberalen einen Stand durchführen wollen. „Wenn man ein bisschen Routine hat, geht das schnell”, so Niquet. Auch liefen bereits die Planungen, wann und wo Plakate aufgehängt werden sollen. Die sechs Wochen bis zur Wahl, in denen plakatiert werden darf, beginnen am 12. Januar. Noch gibt es aber keine Kampagne der Bundespartei.

Kandidatin schon im Juli gewählt

Bereits seit Juli steht die Bundestagsabgeordnete - Gyde Jensen als Direktkandidatin für den Wahlkreis Nordfriesland Dithmarschen Nord fest. Am Wochenende folgt schließlich in Neumünster der regulär geplante Landesparteitag zur Wahl der FDP-Landesliste.

Robert Meyer und Lisa Bohlander

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