Thede Koch bewahrt die Ruhe. Er hat an diesem Pfingstmontag alle Hände voll zu tun. Er ist Kapitän, Decksmann und Kartenverkäufer in einer Person - aber alles schön der Reihe nach. Um 10 Uhr morgens hat er angefangen, und er hat sie nicht gezählt, all die Passagiere, vor allem die Radfahrer, aber auch die Autos, Motorräder und Trecker, die er heute über die Schlei gebracht hat. Von der 20 Bikern aus ganz Schleswig-Holstein, angeführt von Daniela Hochschild aus Neumünster, die heute mit ihren Harley Davidsons, BMWs, Suzukis etc. eine Rundfahrt machen, passen nur 18 auf die Fähre. Zwei müssen bis zur nächsten warten.
Keine Frage: Die Schleifähre Arnis, die seit zwei Monaten wieder in Betrieb ist, wurde zwei Jahre lang schmerzlich vermisst. So sehr, dass einige Urlauber gar nicht mehr hierhergekommen sind. So wie Reinhard Lindfeld und Ute Potthoff aus Senden im Münsterland. Die haben jetzt erstmals wieder ihre Freunde Maria Pauline Riemann und Rolf Selbach aus Roikier besucht, weil sie gehört hatten, dass die Fähre wieder fährt.
„Wir haben die Entwicklung in der Presse verfolgt“, sagt Rolf Selbach, der ebenso wie seine Besucher aus dem Münsterland froh ist, dass die Fähre wieder in Betrieb ist. Aus der Zeitung habe man von den Einschränkungen erfahren, die der Ausfall der Fähre im Zusammenwirken mit der Sperrung der Brücke Lindaunis für die Menschen vor Ort bedeutet hat. „Wir haben uns gefreut, als wir erfuhren, dass die Fähre mit der Eigeninitiative der Gemeinde repariert und wieder in Betrieb genommen worden ist“, so Selbach.