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Der Kleine Bauernmarkt: Ein Wunder des regionalen Einzelhandels

Petra Buchhold betreibt den Kleinen Bauernladen seit 26 Jahren. Fotos: Joachim Pohl

Treffpunkt für Jung und Alt: Der Kleine Bauernmarkt in Kopperby besteht seit 26 Jahren und wird immer noch sehr gut angenommen

Es ist ein bisschen wie eine Zeitreise in die Vergangenheit, wenn man den winzigen Laden betritt. Er ist nicht viel größer als eine Garage: links Regale, rechts Regale, hinten eine Theke mit Frischwaren. In der Mitte des Raumes steht ein Tisch, und hier sitzen sie Morgen für Morgen, die Stammkunden des Ladens, der Kleiner Bauernmarkt heißt und am Rande von Kopperby liegt. Er ist eine Art Wunder des regionalen Einzelhandels.

Sieben Tage die Woche geöffnet

Das Wunder ist, dass es ihn überhaupt gibt und dass er immer noch besteht. Und das liegt vor allem an Petra Buchhold, die den Laden vor 26 Jahren zusammen mit ihrem Mann übernommen hat und seitdem betreibt. Sieben Tage die Woche ist er geöffnet!

Der Kleine Bauernmarkt ist nicht nur so etwas wie ein ländlicher Tante-Emma-Laden, er ist auch Treffpunkt für die Bewohner des Kappelner Ortsteils Kopperby auf der Schwansener Seite der Schlei. Hier treffen sich die Bewohner, die meisten von ihnen Rentner, auf einen Kaffee und zum Klönschnack. Hier werden die Neuigkeiten aus dem Dorf und der Stadt ausgetauscht. Hier wird aber auch über Politik geredet, werden die großen und kleinen Probleme der Gemeinschaft und des Landes analysiert und besprochen. Natürlich kommen hier auch mal die kleinen und größeren Wehwehchen zur Sprache, die hin und wieder den Alltag ein wenig eintrüben. „Es ist der tägliche Austausch“, sagt Sabine, „es geht um das soziale Miteinander. Man hilft sich gegenseitig.“

Der größte Andrang ist stets morgens, denn seit der Bäcker im Dorf 2017 geschlossen hat, ist Petra Buchhold die einzige Anbieterin frischer Brötchen in Kopperby. Und darum macht sie auch schon um 6.30 Uhr auf! Na gut, sonntags erst um 8. Vor allem in der Urlaubssaison ist hier dann der Bär los. Und mittlerweile ist schon fast das ganze Jahr über Saison, hat die Inhaberin festgestellt.

„Dann wird die Brötchen-Planung schon mal etwas schwierig“, sagt Petra Buchhold. Die Brötchen kommen von der Backstube Brix.

In ihrem Laden gibt es alles, was man zu einem richtigen schleswig-holsteinischen Frühstück so braucht: Brötchen, Käse, Wurst und Schinken, Marmelade, Honig. Nahezu alles stammt aus örtlicher Produktion. „Da drüben“, sie zeigt zu einem Haus auf der anderen Seite der Eckernförder Straße, „da kommt der Schafskäse her. Den macht Andreas Sunder-Plassmann.“ Die Wurstwaren stammen von einem Fleischer in Lindaunis, die Marmeladen aus diversen vor Ort wachsenden Früchten macht sie selbst. „Es gibt keine Flachmänner!“, betont die Chefin. Damit möchte sie eine bestimmte Klientel fernhalten. Ein Regal mit einer kleinen Wein-Auswahl und einen Kühlschrank mit ein paar Flaschen Flens gibt es jedoch sehr wohl.

Gleich rechts vom Eingang findet man einige Handarbeiten, Mützen und Socken zum Beispiel. Die stammen von den Mitgliedern am Stammtisch.

Jetzt kommt mit etwas Verspätung Bernd dazu. „Der Tag hatte so schön angefangen!“, flachst Rudi und alle lachen. Man rückt etwas zusammen, und Bernd holt sich am Tresen seinen Kaffee. An Werktagen treffen sich hier auch gern die Handwerker, die in der Region zu tun haben.

Im Sommer sitzen die Kunden mit ihrem Kaffee gern draußen vor dem Laden. An diesem Oktober-Morgen ist es noch etwas frisch, doch Wolfgang und Renate Kruse haben hier trotzdem Platz genommen, essen mit gutem Appetit ihre belegten Brötchen und trinken ihren Kaffee dazu. Sie stärken sich für ihre Rückreise nach Oldenburg. „Wir haben schon wieder für nächstes Jahr gebucht“, berichten sie. „Es ist total schön hier.“ Und Petra Buchholds kleinen Laden besuchen sie regelmäßig.

Direkt hinter dem Abzweig der Marienthaler Straße, wo der Kleine Bauernmarkt gleich vorn liegt, beginnt die Baustelle. Straße und Radweg werden hier erneuert. „Aber wir sind trotz der Baustelle erreichbar!“, betont Petra Buchhold - und schenkt schon wieder einen Kaffee aus. рор

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