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Ein Masterplan fürs Klimaziel

Die Elektrifizierung der städtischen Fahrzeugflotte ist ein Ziel, das im Klimaschutzplan formuliert wird. Foto: Christian Brameshuber

Mit konkreten Ansätzen will Elmshorn bis 2035 klimaneutral sein

Bis 2035 will die Stadt Elmshorn die Klimaneutralität erreichen. Zehn Jahre schneller, als es der Bund für sich beschlossen hat. Der Masterplan Klimaschutz wurde im Frühjahr im Kollegium der Stadt politisch beschlossen - mit der Zielmarke 2035. Was steht da drin, in diesem Plan? Was sind die wichtigsten Vorhaben? Was kann schnell umgesetzt werden? Das sind die Antworten.

Unternehmen aus der Region

Handlungsfeld Verwaltung: 

Die Stadtverwaltung soll bis 2035 weitgehend treibhausgasneutral werden und so eine Vorbildfunktion einnehmen. Schwerpunkte sind die energetische Sanierung städtischer Liegenschaften, der Ausbau von Photovoltaik auf kommunalen Dächern und die Elektrifizierung der städtischen Fahrzeugflotte.

Handlungsfeld Gebäude:

Dies ist ein zentraler Hebel, da das Beheizen von Gebäuden einen essenziellen Teil der Energie im Stadtgebiet beansprucht. Ziel ist die Verdopplung der Sanierungsrate von Gebäuden auf 2 Prozent pro Jahr und der flächendeckende Austausch fossiler Heizungen durch Wärmepumpen.

Unternehmen aus der Region

Handlungsfeld Wirtschaft: 

Die Stadt agiert hier als Impulsgeberin und Vernetzerin. Durch ein gezieltes Sanierungsmanagement für Gewerbe und die Förderung von Kooperationen sollen Effizienzpotenziale bei Prozess- und Raumwärme gehoben werden.

Handlungsfeld Erneuerbare Energien: 

Da lokale Flächen begrenzt sind, liegt der Fokus auf der maximalen Nutzung von Dachflächen für Photovoltaik. Geplant ist zudem die Beteiligung an Erneuerbare-Energien-Anlagen im Umland und die Förderung von Energiegenossenschaften. 

Handlungsfeld Mobilität:

Ziel ist die Minderung der Fahrleistung des motorisierten Individualverkehrs um 15 Prozent. Parallel dazu sollen mindestens 54 Prozent aller verbleibenden Fahrstrecken elektrisch zurückgelegt werden, unterstützt durch einen massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Handlungsfeld Klimafolgenanpassung: 

Elmshorn soll widerstandsfähiger gegen Klimafolgen wie Hitze und Starkregen werden. Maßnahmen umfassen eine Stadtklimaanalyse, mehr Stadtgrün, Entsiegelung von Flächen und ein verbessertes Regenwassermanagement.

Handlungsfeld Innovation und übergeordnete Maßnahmen: 

Hier werden neue Ansätze wie serielle Sanierungen oder innovative Finanzierungsmodelle - beispielsweise der „Klima-Kredit Elmshorn“ - in Reallaboren und Pilotprojekten erprobt, um den Transformationsprozess zu beschleunigen.

Handlungsfeld Kompensation und CO2-Senken:

Für technisch unvermeidbare Restemissionen (prognostiziert auf zirka 443 Tonnen CO2 in der Verwaltung bis 2035) wird eine Kompensationsstrategie durch den Aufbau regionaler CO2-Senken wie Moore und Wälder verfolgt.

Im Masterplan Klimaschutz sind folgende Sofortmaßnahmen definiert, die bereits ab 2026 umgesetzt oder angestoßen werden sollen:
• Für die Sanierung der relevanten städtischen Gebäude sollen individuelle Sanierungsfahrpläne erstellt werden.
• Zur finanziellen Absicherung soll mehr Geld zur Verfügung gestellt werden. Geplant sind 500.000 Euro pro Jahr für energetische Bauunterhaltung und 150.000 Euro im Jahr für die Heizungstransformation.
• Wärmewende in der Verwaltung: Beginn der sukzessiven Umstellung der Wärmeversorgung auf treibhausgasneutrale Systeme, vorrangig Fernwärmeanschluss und Wärmepumpen. 
• Aufbau und Verstetigung eines digitalen Klimaschutz-Monitorings (ClimateView), um Fortschritte transparent zu messen.
• Schaffung einer neuen Personalstelle für das Sanierungsmanagement zur Koordination der Aktivitäten in den Quartieren.

Unternehmen aus der Region

Etablierung eines integrierten Beratungs- und Umsetzungsmodells („Alles aus einer Hand“) in Kooperation mit den Stadtwerken und dem Handwerk.
• Aufbau der „Handwerks- und Energieberater Allianz Elmshorn“, um Fachkräftekapazitäten für die Wärmewende zu sichern.
• Fortführung und Ausbau des Solarförderprogramms über den Klimaschutzfonds. Zuschüsse bis zu 300 Euro pro kWp.
• Klimamanager Gewerbe: Besetzung einer Personalstelle für die aufsuchende Beratung und Vernetzung Elmshorner Unternehmen.
• Best-Practice-Transfer: Systematische Kommunikation erfolgreicher lokaler Klimaprojekte in bestehenden Unternehmensnetzwerken.
• Aufbau einer zentralen, themenübergreifenden Online-Plattform für alle Klimaschutzangebote der Stadt.
• Start einer Offensive für Ladepunkte, insbesondere in verdichteten Wohnquartieren ohne private Stellplätze.
• Stadtklimaanalyse: Erstellung einer detaillierten fachlichen Grundlage zur Identifikation von Hitzeinseln und Risikogebieten für Starkregen.
• CO₂-Senken: Beginn der Flächenanalyse und Identifikation von Potenzialen für Aufforstung oder Moorvernässung im regionalen Umland.

Christian Brameshuber


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