Wer die Adventszeit vor allem mit vollen Einkaufsstraßen und dicht gedrängten Weihnachtsmärkten verbindet, erlebt sie auf Sylt oft entspannter. Die vielen stimmungsvollen Märkte sind überschaubar und lassen sich gut mit einem gemütlichen Spaziergang verbinden. An den Stränden ist reichlich Platz vorhanden, und nach einer Stunde am Wasser kommt etwas Warmes wie gerufen. Zwischen Geschenkesuche und Weihnachtsvorbereitungen gibt es auf der Insel ausreichend Gelegenheiten, die Zeit vor dem Fest auch einmal ohne lange Aufgabenliste zu verbringen.
Kleine Märkte mit persönlicher Note

Gemütliche Flecken wie der Sylter Wintermarkt im Zentrum Westerlands prägen die Wochen vor Weihnachten auf Sylt. Das Budendorf lädt ab Anfang Dezember zu entspannten Adventsnachmittagen ein. Eine Einladung zum Runterkommen und einfach den Moment genießen: Man schaut sich an den Ständen um, probiert etwas Herzhaftes oder etwas Süßes, bleibt zum Reden stehen. Mehr braucht es oftmals nicht.
Bereits im November laden die Sylter Werkstätten in Tinnum zum Lichterfest ein. Selbstgemachtes und Selbstgebackenes stehen hier im Mittelpunkt. Auch bei dänischen Weihnachtsmärkten in Keitum und List lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Handarbeiten, Weihnachtsschmuck und kleine Geschenkideen machen das Stöbern zum Erlebnis. Beim Keitumer Scheunenmarkt gehören ein herzhafter Imbiss und die Suche nach etwas Schönem für zu Hause zusammen.
An den Adventswochenenden wird das Gelände rund um das Restaurant Jörg Müller zum kleinen Weihnachtsdorf. Das nostalgische Karussell dreht seine Runden, an den Holzbuden gibt es Punsch und kleine Köstlichkeiten. Zwischen den Besuchern entstehen Gespräche, Kinder schauen dem Karussell zu, und wer gerade nichts kaufen möchte, bleibt trotzdem gern eine Weile.
Beleuchtete Buden und friesische Spezialitäten
Seit mehr als drei Jahrzehnten gehört der „Jööltir ön Muasem“ zur Morsumer Vorweihnachtszeit. Rund um das Morsum Hüs stehen geschmückte Stände und Buden. Besonders beliebt sind die selbstgemachten Leckereien nach alten friesischen Rezepten. Mit der frühen Dämmerung kommen die Lichter zur Geltung und geben dem kleinen Markt seinen gemütlichen Rahmen.
Im Kampener Kaamp-Hüs reicht das Angebot von Schmuck und Kunstobjekten bis zu Gestricktem und Besticktem. Draußen werden Punsch und Futjes serviert. Eine andere Aussicht bietet der Winterzauber auf der Außenterrasse der Sturmhaube: Hier ist das Meer gleich nebenan. Der Besuch lässt sich mit einem Gang am Strand verbinden, bevor man sich bei einem heißen Getränk wieder aufwärmt.
Nach dem Marktbummel geht es durch die beleuchteten Straßen zurück zur Unterkunft oder noch irgendwo zum Essen. Vielleicht bleibt unterwegs Zeit, in ein Schaufenster zu schauen oder einen kleinen Umweg zu nehmen. Viel vornehmen muss man sich für einen solchen Tag nicht. Das macht die Vorweihnachtszeit auf Sylt so angenehm: Es gibt kleine Märkte und festlich geschmückte Orte, aber ebenso Gelegenheit, sich zurückzuziehen. Wer Abstand vom städtischen Dezembertrubel sucht, findet ihn beim Spaziergang am Wasser, beim Lesen im Warmen oder bei einem langen Gespräch. Weihnachten rückt näher, ohne dass sich gleich alles danach richten muss.
Text: Martina Kramer