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Analog und interaktiv: Die Schutzstation Wattenmeer auf Föhr

Fotos: Jonathan Schucht (1), Leonie Dittmann (1), adobestock.com (2)

Das Nationalpark-Informationszentrum verfügt über eine zum Teil interaktive Ausstellung. Themen wie Vögel, Watt oder Salzwiesen werden anhand von Exponaten und Stationen erläutert.

Das ehemalige, 2015 geschlossene AOK Kinderkurheim, ist ein imposantes Gebäude direkt am Wyker Südstrand. Im Jahr 2018 hatte die Stadt Wyk die Liegenschaft erworben und nach langem Hin und Her bezüglich der weiteren Nutzung befindet sich dort, in der Strandstraße 60, seit August 2022 das Nationalpark-Haus unter Leitung der Schutzstation Wattenmeer. Langfristiges, wünschenswertes Ziel ist ein sogenanntes Klimahaus. 

Die Anlauf- und Informationsstelle für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und das Weltnaturerbe, verfügt über eine teils interaktive Ausstellung in drei Räumen. Themen wie Vögel, Watt oder Salzwiesen werden hier an verschiedenen Exponaten und Stationen anschaulich erklärt; Nordseeaquarien bilden das Highlight mit Seesternen, Einsiedlerkrebsen oder Seeskorpionen. Per Fernrohr können durch ein Panoramafenster Wattvögel oder die Halligen bestaunt werden. In den nächsten Jahren soll die Ausstellung noch erweitert werden. Neu ist „Watt’n Escape im Nationalparkhaus-Schafft Ihr es, der Flut zu entkommen?“ Hierfür müssen in kleinen Gruppen Rätsel und Aufgaben gelöst werden. 

Und kennen Sie eigentlich schon den BeachExplorer? In diesem preisgekrönten Internetportal können „Schatzsucher“ mittels einer App herausfinden, welches Fundstück ihnen beim Strandbesuch vor die Füße gespült wurde. Handelt es sich um eine Seltenheit? Fotos können hochgeladen und identifiziert werden, was zu einer wachsenden Datenbank beiträgt. Seit Januar 2024 gibt es übrigens das Süßwasser-Pendant, den LakeExplorer für Seen und Flüsse.

Auf Föhr betreut die Schutzstation Wattenmeer im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein die Nationalparkflächen rund um die Insel. Ganzjährig wird die Station von sechs Mitarbeitenden im Freiwilligen Ökologischen Jahr oder Bundesfreiwilligendienst (FÖJ/BFD) betreut, in der Saison wird das Team von PraktikantInnen und anderen helfenden Händen unterstützt. Über vier Jahre, bis zum Herbst 2023 lag die Leitung der Schutzstation und des Nationalparkhauses in den Händen der jungen Föhrerin Bente Timm, die aus privaten Gründen die Insel verließ. Zum Frühjahr 2024 ist nun glücklicherweise eine würdige Nachfolge gefunden. 

Die Arbeit der Schutzstation umfasst etwa: Spülsaumkontrollen, ganzjährige Rastvogelzählungen, welche gemeinsam mit der Rangerin auf der gesamten Insel stattfinden, Brutvogelkartierungen im Norden der Insel, Kartierungen der Wattbodentiere oder Markierung und Schutz der Seevogelbrutplätze im Norden Föhrs. 

Ein Bauwagen im Norden der Insel nahe des Vorlands dient während der Sommermonate als wichtiger Außenposten. Grundsätzlich findet eine enge Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung, dem örtlichen Ranger, den Seehundsjägern, Kindergärten sowie Schulen der Insel, der Stadt Wyk, der Föhr Tourismus GmbH (FTG) und weiteren Naturschutzvereinen statt.

Viele Veranstaltungen wie Wattwanderungen, Vorträge oder Workshops sensibilisieren für die Schönheit und Einzigartigkeit des Weltnaturerbes Wattenmeer und bringen schon kleinen Gästen dessen Faszination auf spielerische Weise nahe. 

Nicht zuletzt durch zahlreiche Mitglieder und Förderer darf die Schutzstation Wattenmeer e.V. mittlerweile auf über 60 Jahre engagierte Naturschutz- und Bildungsarbeit an verschiedenen Standorten und mit einem Netzwerk aus Stationen zurückblicken. Mögen noch viele Weitere folgen, um dieses einzigartige Ökosystem zu schützen und zu erhalten. Annette Keisat

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