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Curtius Klinik: Achtsamkeit – einfach da sein, ohne zu bewerten

Achtsamkeit ist mehr als eine Methode zur Stressreduktion oder ein modisches Schlagwort der Selbstoptimierung. Sie bezeichnet eine Haltung des bewussten, wachen Daseins: die Fähigkeit, dem gegenwärtigen Moment unvoreingenommen zu begegnen, ohne ihn sofort zu bewerten, zu kontrollieren oder zu verdrängen. In einer Welt, die von Beschleunigung, Reizüberflutung und permanenter Selbstbeobachtung geprägt ist, wirkt Achtsamkeit beinahe subversiv. Sie fordert dazu auf, innezuhalten und wahrzunehmen, was ist – nicht, um es zu verändern, sondern um es wirklich zu verstehen.

Übungen wie Atembeobachtung, Body-Scan und achtsames Gehen helfen dabei, Stress zu reduzieren und Körper und Geist bewusster wahrzunehmen.

Achtsamkeit zu erlernen bedeutet daher nicht, etwas Neues hinzuzufügen, sondern vielmehr, etwas Vertrautes wiederzuentdecken: die unmittelbare Erfahrung. Praktisch geschieht dies durch Übungen, die die Aufmerksamkeit schulen – etwa durch Meditation, bewusste Atembeobachtung oder achtsames Gehen. Entscheidend ist dabei weniger die Technik als die innere Haltung. Achtsamkeit lässt sich nicht erzwingen; sie entfaltet sich durch Regelmäßigkeit, Geduld und eine gewisse Milde sich selbst gegenüber. Wer achtsam übt, lernt, Gedanken als vorübergehende Phänomene zu erkennen statt als unumstößliche Wahrheiten, und Gefühle wahrzunehmen, ohne sich von ihnen überwältigen zu lassen. Dieser Prozess ist subtil, oft unspektakulär, aber tiefgreifend. Hier einige Tipps für Achtsamkeitsübungen:

1. Atembeobachtung

Die Atembeobachtung ist eine grundlegende Achtsamkeitsübung, bei der die Aufmerksamkeit bewusst auf den natürlichen Atem gerichtet wird. Ohne den Atem zu verändern, wird wahrgenommen, wie er ein- und ausströmt, etwa an den Nasenflügeln oder im Heben und Senken des Brustkorbs. Gedanken, die auftauchen, werden registriert und ohne Bewertung wieder losgelassen. Ziel ist nicht Gedankenfreiheit, sondern die Schulung einer stabilen, gegenwartsbezogenen Aufmerksamkeit.

2. Body-Scan

Der Body-Scan ist eine systematische Form der Körperwahrnehmung. Die Aufmerksamkeit wandert schrittweise durch verschiedene Körperbereiche – von den Füßen bis zum Kopf oder umgekehrt. Empfindungen wie Spannung, Wärme, Kribbeln oder auch Leere werden bewusst wahrgenommen, ohne sie verändern zu wollen. Diese Übung fördert die Verbindung zwischen Körper und Geist und sensibilisiert für oft übergangene körperliche Signale.

3. Achtsames Gehen

Beim achtsamen Gehen wird eine alltägliche Bewegung in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gestellt. Jeder Schritt wird bewusst wahrgenommen: das Abheben des Fußes, der Kontakt mit dem Boden, die Gewichtsverlagerung. Das Gehen erfolgt langsam und absichtsvoll, häufig in Stille. Die Übung verdeutlicht, dass Achtsamkeit nicht an Ruhe oder Stillstand gebunden ist, sondern auch in Bewegung praktiziert werden kann.

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Achtsamkeit ist ein zentrales Konzept in der psychosomatischen Medizin und Psychotherapie. Sie kann die Wahrnehmung von Zusammenhängen zwischen Körper und Psyche fördern, automatische Stressreaktionen und Grübelprozesse reduzieren und Emotionsregulation und Selbstfürsorge unterstützen.

Curtius Klinik GmbH & Co. KG

Neue Kampstraße 2, 23714 Bad Malente
04523 407-0
www.curtius-klinik.de

Text + Fotos: Curtius Klinik GmbH & Co. KG

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