Bei vielen Menschen gehört die Gans traditionell zum Weihnachtsessen. Wer auf tiergerechte Haltung Wert legt und die heimische Landwirtschaft unterstützen will, sollte auf die Bezeichnungen „Freilandhaltung“ und „bäuerliche Freilandhaltung“ achten oder zu einer Bio-Gans greifen.
In Deutschland ist bei Gänsen die Freilandhaltung weit verbreitet. Die Tiere sind dabei tagsüber auf der Weide und haben Auslauf: Gänse aus „Freilandhaltung“ mindestens vier Quadratmeter pro Tier, Gänse aus der Haltungsform „bäuerlicher Freilandhaltung“ haben zehn Quadratmeter Auslauf. Bei Gänsen aus ökologischer Erzeugung müssen mindestens 15 Quadratmeter Auslauf gewährleistet werden. Die Tiere haben außerdem Zugang zu einem Bach, Teich, See oder Wasserbecken, in das sie ganz eintauchen können. Konventionelle Betriebe müssen ein Wasserreservoir zur Verfügung stellen, in das die Gänse zumindest den Kopf eintunken können.
Gänsefleisch wird in Deutschland hauptsächlich zwischen dem Martinstag und Weihnachten gegessen - der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) bei 300. Gramm. Entsprechend betreiben deutsche Landwirtinnen und Landwirte die Gänsehaltung meistens im Nebenerwerb.
Um kostendeckend wirtschaften zu können, benötigen sie einen mindestens doppelt so hohen Verkaufspreis wie die günstiger produzierende Konkurrenz. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das, dass der Preis 2024 bei etwa 18 Euro pro Kilogramm beginnt, bei Biogänsen beginnt er bei etwa 25 Euro. Weil die Gänse deutlich länger heranwachsen, sind sie in der Regel aber auch schwerer und wiegen durchschnittlich fünf Kilogramm bei der Schlachtung.
Für heimische Produkte sprechen auch Tierschutzaspekte
Auch weitere Tierschutzaspekte sprechen für die Weihnachtsgans aus heimischer Produktion: Denn auch wenn in Deutschland das Stopfen und Lebendrupfen von Gänsen verboten ist, dürfen entsprechend erzeugte Produkte hier gehandelt werden und sind nicht kennzeichnungspflichtig.
Von einer Gans mit einem Gewicht von vier bis sechs Kilogramm werden etwa sechs bis acht Personen satt. Tiefgefrorenes Geflügel sollte möglichst langsam im Kühlschrank aufgetaut werden - das dauert etwa 20 bis 24 Stunden. Dazu rät das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) die Verpackung zu entfernen und die gefrorene Gans in ein Gefäß mit Siebeinsatz zu legen und abzudecken.
Frische Gänse sind mit einem Verbrauchsdatum gekennzeichnet. Dieses Datum gibt den Tag an, bis zu dem das Fleisch spätestens verbraucht sein soll. Um eine Salmonelleninfektion - zu vermeiden, muss das Fleisch durchgegart sein - überall müssen mindestens 70 Grad Celsius erreicht werden. Dabei wird pro Kilogramm Gans etwa eine Stunde Garzeit angenommen. Löst sich das Fleisch vom Beinknochen ab und der austretende Saft ist klar, steht dem Genuss nichts mehr im Weg. www.bzfe.de/www.ble.de