Das Handwerk lebt von der persönlichen Beziehung zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern“, betonte Norbert Lanz, Obermeister Baugewerbe-Innung Westholstein für die Kreise Pinneberg und Steinburg, bei der Freisprechungsfeier in Wilster am 27. Juni. Können und Wissen seien wichtig, aber ebenso der Umgang mit Menschen. Lanz erinnerte an Werbeslogan der einen Handwerkskammer: „Wir haben jeden Tag so viele Kunden wie Aldi und Edeka - nur kennen wir alle beim Namen.“ Dieses Kundenverhältnis mache Spaß, jeden Tag etwas „Neues, Gutes und Dauerhaftes zu schaffen“.

„Ob nun Maurer oder Zimmermann - ihr habt mit dem Bestehen der Gesellenprüfung bewiesen, dass ihr es gelernt habt, zu bauen“, betonte Lanz. Der Gesellenbrief sei das Fundament. „Eure Lehrzeit ist zu Ende“, betonte Lanz und fragte direkt in die Runde: „Glaubt ihr das wirklich?“ Vom Bau wisse jeder: Das Fundament ist die Basis, aber es brauche mehr.„Ihr wollt doch sicherlich nicht auf einem Fundament weiterleben, also heißt es: weiter lernen, um auf dem Fundament einen großen Bau zu errichten“, riet Lanz. Denn ohne stetige Weiterbildung funktioniere es auch in einem traditionellen Handwerksberuf nicht: „In jedem Beruf, egal, was man macht, bedeutet Stillstand Rückschritt.“ Heute seien es oftmals Maschinen, die schwere Arbeit erledigen. Aber Lanz mahnte: „Jede Maschine ist nur so gut, wie der oder die, der sie bedient.“ Und er veranschaulichte: „Auch an einem Computer und an einer ED-Vunterstützten Maschine sitzt das Problem meistens vor der Tastatur. Sorgt dafür, dass ihr nicht das Problem werdet.“ Mathilda Helene Hähner war eine von zwei Damen, die die Gesellenprüfung erfolgreich absolviert hat und zudem für ihre Leistung von der Innung geehrt wurde.
„Es ist schon besonders, fast nur mit Männern zu arbeiten“, sagte sie und betonte: „Das muss man - abkönnen, dass mal ein Spruch kommt. Ich habe ein dickes Fell und das perlt ab. Dann gibt es auf der Baustelle einen dummen Spruch zurück.“ Da ihr Vater Bauingenieur ist, habe sie die Baubranche immer interessiert. „Als Zimmererin kommt Holz dazu, was ich als Material sehr schätze“, erläuterte sie. Im Freundes- und Bekanntenkreis habe die Berufswahl für Erstaunen und Bewunderung gesorgt. „In Hamburg ist bei vielen erst einmal ein Studium angesagt. Wenn ich erzählt habe, was ich mache, waren viele interessiert und ich glaube, ich konnte einige motivieren, auch über eine Ausbildung im Handwerk nachzudenken“, ist Hähner sicher. Allerdings wird sie nicht als Gesellin arbeiten. Im Wintersemester soll ein Bauingenieursstudium beginnen. „Ich finde es ist aber nie verkehrt, etwas praktisch zu können. Daher habe ich die Ausbildung gemacht“, erläuterte sie.
Während bei den neuen Gesellen der Jubel groß war, flossen bei Lanz am Ende die Tränen: „Das war meine letzte Freisprechungsfeier als Obermeister. Ich sage hiermit Tschüss.“ Kollegen, Wegbegleiter und Gesellen dankten ihm mit Standing Ovations. 23 Jahre war er Obermeister der Innung.
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Zimmerer-Gesellen
Sie haben den Gesellenbrief
Malvin Luka Ammen (Riedesser-Bau, Ellerau), Mika Bade (Zimmerei&Tischlerei Wittorf, Norderstedt), Michel Jonas Carolus (C.H. Maack, Tornesch), Moritz Eik (Zimmerei&Tischlerei Wittorf, Norderstedt), Jiyan Gören (Jan Knickrehm, Hemdingen), Adrian Ramin Höfker (Marc Rathjens Zimmerei-Holzbau, Quickborn), Finn Luca Hornung (Kai Kelting, Horst), Birger Hovorka (Zimmerei&Tischlerei Wittorf, Norderstedt), Maurice Ilmer (Joachim Hensel, Brande-Hörnerkirchen), Mats Kruse (Holzbau Loewenthal, Kummerfeld), Lasse Palm (Riedesser-Bau, Ellerau), Finn Alexander Prignitz (Stefan Plump Rainer Litschke, Groß Nordenede), Kristian Ratjen (Stefan Plump Rainer Litschke, Groß Nordenede), Tom-Willi Scheuer (Zimmerei Weisner, Ellerbek).
Neue Zimmerer-Gesellen Kreis Steinburg: Camilo Julius Bielenberg (Zimmerei Hellmann, Kaisborstel), Phileas Leander Diekmann (Koss&Eggers, Kellinghusen), Maximilian Fahl (Dirk Paul, Heiligenstedtenerkamp), Till Giese (Gebrüder Schütt, Landscheide), Mathilda Helene Hähner (Holzbau Kage, Hohenlockstedt), Yaris Handke (Kai Kelting, Horst), Lukas Paul Jander (Florian Wiegand Zimmerermeister, Kremperheide), Jannis Johannssen (Gebrüder Schütt, Landscheide), Ben Klenner (Michael Klenner, Neuendorf), Mika Kracht (Hans-Jürgen Thurau, Hohenlockstedt), Janice Mehl (Arthur Bährs&Söhne, Horst), Jonas Meier (Hans-Jürgen Thurau, Hohenlockstedt), Benjamin Müller (Koss&Eggers, Kellinghusen), Lukas Ramm (Gebrüder Schütt, Landscheide), Nicolas Sanz Torterolo (Lindemann Bau, Wrist), Hauke von Aspern (Arthur Bährs&Söhne, Horst), Joshua von Soosten (Holzbau Kage, Hohenlockstedt). Miles Döring (Zimmerei Martens, Holstenniendorf) hat die Gesellenprüfung im Zimmerer-Handwerk bereits im Winter 2024/2025 bestanden.
Maurer-Gesellen
Marcel Hagenag schließt mit Bestnote ab
Die Gesellenprüfung im Maurer-Handwerk im Kreis Pinneberg haben folgende Auszubildende bestanden: Can Guguk (Ernst Jahn, Horst), Bleorant Imeri (C.H. Maack, Tornesch), Bjarke Finley Jannsen (Kai Schmidt, Tornesch), Ahmed Mohammed (C.H. Maack, Tornesch), Marlon Schwichtenberg (Rehder Bau, Wedel). Im Kreis Steinburg haben im Sommer 2025 ihre Gesellenprüfung im Maurer-Handwerk erfolgreich absolviert: Jannik Eisenberg (Werner Dieck Baugesellschaft, Kollmar), Kevin Tange (Gebrüder Schütt, Landscheide), Jan Günter tho Seeth (Gebrüder Schmidt, Kiebitzreihe), Julian von Ahlften (Werner Diek Baugesellschaft, Kollmar, Marcel Weit (Hans-Jürgen Rath Bauunternehmen, Schenefeld). Marcel Hagenag (Dirk Kage, Hohenlockstedt) hat die Gesellenprüfung im Maurer-Handwerk bereits im Winter 2024/2025 bestanden. Mit „sehr gut“ in Theorie und Praxis absolvierte er die beste Prüfung aller Auszubildenen.