Heute ist ein besonderer Tag. Ein Tag, auf den Sie drei Jahre lang hingearbeitet haben. Ein Tag, der einen wichtigen Abschnitt Ihres Lebens abschließt und gleichzeitig den Beginn eines neuen Kapitels markiert.“ Das sagte Obermeister Martin Ossenbrüggen (kleines Foto) von der Maler- und Lackiererinnung der Kreise Pinneberg und Steinburg zu Beginn seiner Ansprache im Rahmen der Freisprechungsfeier für die neuen Gesellinnen und Gesellen im Restaurant „Im Winkel“.
Von insgesamt 19 angetretenen Prüflingen haben 14 ihre Gesellenprüfung erfolgreich bestanden. „Sie haben Engagement, Ausdauer und handwerkliches Können bewiesen und sich den Platz im Maler- und Lackiererhandwerk verdient“, betonte Ossenbrüggen. Leider hätten fünf Prüflinge das Ziel noch nicht erreicht und müssten eine Ehrenrunde drehen. Eine nicht bestandene Prüfung sei aber kein Scheitern. Sie sei lediglich eine Zwischenstation auf dem Weg zum Ziel.

„Das Handwerk braucht Menschen, die nicht aufgeben“, sagte der Obermeister. Die neuen Gesellen hätten sich für einen Beruf entschieden, der weit mehr ist, als Farbe auf die Wand zu bringen. „Als Maler und Lackierer mit dem Schwerpunkt Gestaltung und Instandhaltung gestalten Sie Lebensräume, erhalten Werte und tragen dazu bei, Gebäude zu schützen und zu verschönern. Ihre Arbeit ist sichtbar. Sie hinterlassen Spuren, die Menschen jeden Tag sehen und erleben“, wandte sich Ossenbrüggen an den Berufsnachwuchs.
Das Handwerk im Zeitalter der Digitalisierung
Gleichzeitig befände sich das Handwerk in einer Zeit großer Veränderungen. Digitale Aufmaße, moderne Planungssoftware, automatisierte Dokumentation und intelligente Farbsysteme gehörten heute vielerorts bereits zum Arbeitsalltag. Auch die Künstliche Intelligenz wird zunehmend Einzug in betriebliche Abläufe halten. „Doch eines ist ebenso klar: Kein Computer, keine Software und keine Künstliche Intelligenz kann das handwerkliche Können, das geschulte Auge und die Erfahrung eines Malers vollständig ersetzen“, betonte Ossenbrüggen.
Eine perfekt vorbereitete Oberfläche, eine hochwertige Beschichtung, kreative Gestaltungstechniken oder die fachgerechte Sanierung eines Altbaus entstünden nicht allein durch Algorithmen. Dafür brauche es Menschen. Menschen mit Fachwissen, Geschicklichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Leidenschaft für ihr Handwerk. „Gerade deshalb sind die Zukunftsaussichten für das Maler- und Lackiererhandwerk hervorragend. Die Themen energetische Sanierung, Werterhalt von Gebäuden, nachhaltige Materialien und moderne Gestaltung werden in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. „Qualifizierte Fachkräfte werden mehr denn je gebraucht“, sagte der Obermeister.

Die neuen Gesellen hätten also einen Beruf erlernt, der Tradition und Zukunft miteinander verbinde. „Nutzen Sie die Chancen, die neue Technologien bieten, aber bewahren Sie gleichzeitig die handwerklichen Werte, die unser Gewerk seit Generationen auszeichnen: Qualität, Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Stolz auf die eigene Arbeit“, rief er ihnen zu. „Mein Dank gilt heute auch den Ausbildungsbetrieben, den Ausbilderinnen und Ausbildern, den Lehrkräften sowie den Familien und Freunden. „Ohne ihre Unterstützung, ihre Geduld und ihr Engagement wäre dieser Erfolg für viele der heutigen Absolventinnen und Absolventen nicht möglich gewesen“, fügte Ossenbrüggen hinzu.
Mit den Worten „Liebe Junggesellinnen und Junggesellen, gehen Sie Ihren weiteren Weg mit Neugier, Mut und Selbstvertrauen. Lernen Sie weiter, entwickeln Sie sich weiter und bleiben Sie offen für Neues. Vielleicht steht für den einen oder die andere später der Meisterbrief, die Selbstständigkeit oder eine Spezialisierung an. „Die Möglichkeiten sind vielfältig“, beendete Ossenbrüggen seine Ansprache.
Während der folgenden Vergabe der Prüfungszeugnisse und Gesellenbriefe gab es Auszeichnungen für besonders gute Leistungen. Als beste Auszubildende wurden Jule Charlotte Weber-Klüver, Kian Silas Lowack und Maxim Schweigert geehrt.
Herzlichen Glückwunsch
Bestandene Gesellenprüfung zum Maler und Lackierer im Sommer 2026 im Kreis Pinneberg:
Mohammad Hussam Abdul Rahmann (Tobias Brandt, Heidgraben) Asen Miroslavov Asenov (Riewesell GmbH, Uetersen) Zaher Ashrafi (Lennert Kock, Tornesch) Jana Kölzner (Kathrin Sahlmann, Seeth-Ekholt) Marvin Kürschner (H.-J. Gehm u. Sohn, Wedel) Sarah Patelschick (Maler Daniel Neu GmbH, Kummerfeld) Lea-Chantal Schmerse (Alexander Grill, Pinneberg), Theo Ferdinand Schulz (Claus Schulz, Elmshorn) Alliyah Schwannecke (Riewesell GmbH, Uetersen) Maxim Schweigert (Anton Schweigert, Halstenbek) Arda Yildiz (Riewesell GmbH, Uetersen)
Bestandene Gesellenprüfung zum Maler und Lackierer im Sommer 2026 im Kreis Steinburg:
Kian Silan Lowack (Czekalla GmbH, Kellinghusen) Daria Moser (Marvin Bedenknecht, Itzehoe) Timo Splieth (Claus Hansen, Itzehoe)
Bestandene Gesellenprüfung zum Maler und Lackierer im Winter 2025/26 im Kreis Pinneberg:
Jule Charlotte Weber-Klüver (Tobias Brandt, Heidgraben)